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Günther / 05.05.20 / 10:45

Öl-Aktien und der große Crash – diese Werte sollten Sie jetzt kaufen!

Der Ölpreis notiert auf 20-Jahrestiefs. Trotzdem könnten viele Aktien der Ölkonzerne zu spannenden Dividenden-Investments werden wie Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M) oder BP (WKN: 861873), Saudi Aramco, Glencore (WKN: A1JAGV) oder Sasol (WKN: 865164). Welche Aktien sind gefragt?

Die Coronavirus-Pandemie hat zuletzt die Ölpreise in heftige Turbulenzen gestürzt und diese auf historische Tiefststände gedrückt. Auch viele Öl-Aktien halbierten ihre Kursniveaus. Ursache war vor allem ein dramatischer Einbruch der Ölnachfrage durch weltweit drastische Ausgeh- und Reisebeschränkungen für mehr als vier Milliarden Menschen. Vielfach ist dort die Wirtschaft nahezu komplett lahmgelegt. Anleger und Börsenbeobachter fragen sich jetzt, wie es mit den Ölpreisen weiter geht und welche Öl-Aktien sie kaufen sollen. Wer die Risiken und die Besonderheiten des Marktes beachtet, kann jetzt nach dem Ölpreis-Crash lohnenswert investieren.

Wie sich der Ölpreis in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entwickelte

Ölpreisentwicklung

Lange Zeit bewegten sich die Ölpreise weltweit in einem Preisbereich zwischen 10 und 35 USD. Das galt für die Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts von 1975 bis zum Anfang dieses Jahrtausends. Mit Ausnahme des "Ölkrisenjahrs" 1981 und seinen Preisanstiegen in Richtung 35 USD je Barrel bewegten sich die Notierungen in den späten 1970'er-Jahren zu den Jahren 2003/4 recht unspektakulär in diesem Preisband. Danach nahmen die Preise dramatisch an Fahrt auf. Zum Höhepunkt der Finanzmarktkrise (2008) sowie während der EU-Staatsschuldenkrise zwischen 2011 und 2012 stieg der Rohölpreis auf 90 und danach sogar über 100 USD je Barrel an.

Derartig hohe Ölpreise belebten die kostenintensive US-amerikanische Schieferöl-Fördertechnologie und sorgten dort in den Folgejahren ab 2014 für einen Öl-Frackingboom. Allmählich trat eine Überversorgung des Ölmarktes ein. Fallende Preise waren die Konsequenz, insbesondere in den Jahren bis 2017. Dann trat der OPEC Cut-Deal in Kraft. Abermals konnten sich die Ölpreise wieder in Richtung 70 USD "erholen".

Das Jahr 2018 markierte ein letztes Zwischenhoch in der Öl-Preisentwicklung. Naturkatastrophen und ein anhaltendes Überangebot ließen in der folgenden Zeit bis heute die Ölpreise erneut auf Niveaus im Preisbandbereich der Jahrzehnte vor 2000 zurückfallen. Mit dafür verantwortlich ist sicherlich der Verdrängungswettbewerb im Ölmarkt angeführt durch Saudi-Arabien und gegen die US-Schieferölproduzenten gerichtet.

Ölpreiscrash und Corona-Krise hinterlassen deutliche Spuren

Ölpreiscrash 2020 und Corona Krise

Der aktuelle Kursverfall und Ölpreiscrash 2020 im Zuge der Coronavirus-Pandemie ist sicherlich einzigartig auch in seiner Heftigkeit. Dabei erlebten wir bisher historisch einmalig, wie die Ölpreise nach massiven Einbrüchen der Nachfrage auf niedrigste Werte seit Bestehen des Ölmarktes fielen. Und das, obwohl am 10. April Saudi-Arabien zusammen mit Russland ein neuen Ölförder-Cut vereinbaren konnten. Dieser verpflichtete die OPEC-Staaten und weitere wichtige Ölförderländer zu einer massiven Verringerung ihrer Förderung. Die Erholung der Ölpreise danach war aber nur kurzzeitig. Zehn Tage später, am 20. April, mussten wir sogar erstmalig bei der prominenten Referenzsorte WTI-Öl kurzzeitig weit negative Preise miterleben.

Dieses Ereignis wie auch der zuletzt äußerst schwache Ölpreis auf Niveaus wie vor 45 bis 50 Jahren haben gewiss mehrere Ursachen. Ein wesentlicher Faktor ist der weltweite Ausbruch von Covid-19 und die Coronavirus-Pandemie. Sie hat vor allem die weltweite Nachfrage nach dem schwarz-flüssigen Rohstoff schlagartig vertrocknen lassen. Durch Ausgangssperren, Reiseverbote und Beschränkungen ist der Verbrauch völlig eingebrochen. Erst nach und nach konnte die Öl-Förderung darauf eingestellt und abgebaut werden. Überkapazitäten sowie ein Überschuss an Lagerbeständen sind für den Ölpreis aktuell die größten Preisdämpfer.

Warum sollte man jetzt gerade in Öl-Aktien investieren?

Öl-Aktien 2020

Nach all den Turbulenzen am Ölmarkt der vergangenen Wochen haben sich viele Anleger und Marktbeobachter verwundert die Augen gerieben. Sie fragen sich jetzt: Ist es die richtige Zeit, wieder in die ganz großen Öl-Aktien zu investieren? Denn immerhin haben sich diese in der Vergangenheit immer wieder trotz Preissprüngen und Verwerfungen am Ölmarkt robust, finanzstark und zumeist gut vorbereitet gezeigt.

So können Anleger davon ausgehen, dass im üblichen Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte den finanzschwächsten und sehr verlustreich arbeitenden Konkurrenten bald "die Luft ausgehen" dürfte. Marktbeobachter sehen einige der Schieferöl-Produzenten und Offshore-Gesellschaften aus der US-amerikanischen Fracking-Industrie als die allerersten. Inzwischen gibt es erste Insolvenz-Meldungen, viele andere dieser Unternehmen könnten folgen. Bekanntlich fördern sie unter sehr hohen Kosten das Öl. Ihre Gewinnschwelle liegt oft bei Ölpreisen zwischen 50 und 60 USD je Barrel. Andererseits wird ihre Produktion sehr stark über Kredite finanziert. So drücken zusätzlich die Kosten des Fremdkapitals und auch die Kapitalgeber dürften angesichts der aktuell extrem unrentablen Ölförderung per Fracking schon jetzt sehr nervös geworden sein.

Gerade hier hat sich in den vergangenen Jahren eine Gruppe von global agierenden Ölriesen herauskristallisiert, die auch Milliarden an Reserven aufgebaut haben. Mit ihrer Finanzkraft betreiben sie ihr Geschäft über viele verschiedene lukrative Tätigkeiten (Diversifizierung). Außerdem decken die Ölriesen von der Erforschung, Gewinnung, Lieferung, Lagerung bis zur Vermarktung die komplette Wertschöpfung ab. Das erlaubt ihnen, gemessen an dem aktuellen Börsenkurs immer noch sehr gute Dividenden an die Aktionäre auszahlen zu können. So haben trotz der letzten Preisstürze Öl-Aktiengesellschaft wie die BP, Royal Dutch Shell oder eine Exxon Mobil keine Kürzungen der Dividendenzahlungen angekündigt. Letztere hat sogar vor kurzem mitgeteilt, ihre Dividende bei 0,87 US-Dollar pro Aktie trotz Corona-Krise und Ölpreis-Crash halten zu wollen. Das können diese Giganten in den Bereichen Ölförderung, Raffinerie, Pipelines und Petrochemie natürlich nur, weil zuvor bewährte finanzwirksame Maßnahmen und Strategien für 2020 ergriffen worden sind. Zum Beispiel:

  • erheblich Kosteneinsparungen in den wichtigsten Geschäftsbereichen
  • Senkung von Investitionen und Arbeitsanforderungen.

So greifen sie auf bewährte Strategien zurück, die bereits während der Ölpreisturbulenzen in den Jahren 2014 bis 2017 erfolgreich waren.

Zugleich haben die meisten der Öl-Megaproduzenten und Energieriesen die Zeichen der vergangenen Jahre erkannt: Zunehmend haben sie ihr Geschäft mit nachhaltigen und erneuerbaren Energien ausgebaut. Inzwischen verdienen sie auch Milliarden mit Solar-, Biokraft- oder anderen erneuerbaren Energieprodukten. Dabei wurde der Weg einer Produktion zu Null Emissionen Schritt für Schritt eingeleitet.

Natürlich sind auch die ganz Großen im Ölgeschäft in den vergangenen Wochen nicht von den letzten Öl-Preisstürzen an der Börse "ungestraft" geblieben. Im Gegenteil: Massive Kursverluste bei den Öl-Aktien waren die Regel. Royal Dutch Shell, BP oder auch eine Total verloren zum Beispiel rund 40 Prozent ihres Kurswertes. Die Shell-Aktie hatte sich seit Anfang des Jahres sogar halbiert. Dadurch können Anleger sie jetzt so günstig zu Kursen wie vor 20 bis 30 Jahren kaufen. Und: Eine BP-Aktie lag kürzlich noch auf einem Preisniveau von Anfang 1996! Aber bekanntlich folgen derlei Ölpreis-Einbrüchen und Kursverlusten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit früher oder später enorme Erholungsphasen. Das zeigt die Börsengeschichte immer wieder.

Wo lohnt der Einstieg: Die Top-Öl-Aktien

So dürfte kein Zweifel bestehen, dass die ganz großen Öl-Aktien mit ihren niedrigen Betriebskosten und relativ starken Bilanzen die aktuelle Krise überstehen. Sollte die Ölnachfrage mit einer sich wieder erholenden Weltwirtschaft steigen sowie die kürzlich für Anfang Mai verabredeten Förderkürzungen der OPEC+ greifen, werden auch Anleger wieder Freude haben: Nicht nur an steigenden Aktienkursen, sondern auch mit den kommenden Dividenden-Auszahlungen. Vor allem sehen wir diese großen Öl-Aktien, mit denen Anleger langfristig gut aus der Krise kommen können:

Royal Dutch Shell (WKN: A0D94M | ISIN: GB00B03MLX29) 

Royal Dutch Shell

Selbst bei der britisch-niederländischen Royal Dutch Shell hinterließen der Corona-Aktiencrash und die jüngsten Preiseinbrüche deutliche Spuren.

Die Aktien des großen Mineralölkonzerns waren seit Mitte Februar um rund 32% abgestürzt. Dennoch sind Großbanken-Analysten für die Royal Dutch Shell nicht schlecht gestimmt.

Letzte Empfehlungen lauteten auf "Kauf" (HSBC, UBS) oder "outperform" (JP Morgan) und hatten wohl auch die beträchtlichen Eigenkapital-Reserven des Öl-Riesen von annähernd 164 Milliarden Euro (Stand: 2019) im Blick gehabt.

Die enorme Marktkapitalisierung sollte Shell daher auch durch diese neuerliche Ölmarkt-Krise verhelfen. Einen Totalverlust dürfte es für Anleger nicht zu befürchten geben. Dafür hat Shell sich in Sachen Finanzen einige Hausaufgaben aufgetragen: Für die nächsten zwölf Monate sollen die zugrunde liegenden Betriebsausgaben (Opex) gegenüber 2019 um drei bis vier Milliarden Dollar sinken. Bei den Investitionen werden 20 Prozent gekürzt, sodass diese nun bei 20 statt der geplanten 25 Milliarden US-Dollar liegen. Auch der laufende Aktienrückkauf mit einem weiteren Paket im Volumen von rund 25 Milliarden US-Dollar wurde bis auf weiteres gestoppt.

Nach wie vor laufen auch Anlagenverkäufe in Höhe von mehr als zehn Milliarden Dollar für die Jahre 2019 und 2020. Letztere finanzieren eine unter diesen Umständen (z.B. weiterhin extrem niedriger Ölpreis) defizitäre Produktion oder die versprochenen Dividendenzahlungen. Auf Basis der aktuellen Kursniveaus wären knapp zweistellige Dividendenrenditen möglich. Allerdings hatte Royal Dutch Shell jetzt nach Einbruch des Gewinns aufgrund der Sondereffekte (Coronavirus-Pandemie) im ersten Quartal 2020 das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg seine Dividende von 0,47 US-Dollar je Aktie (Vorjahr) auf nunmehr 0,16 US-Dollar gekappt. Ob es ein einmaliges Ereignis für die Aktionäre ist, bleibt damit abzuwarten.

British Petroleum (WKN: 861873 | ISIN: DE0008618737)

BP

Quelle: BP Europa SE

Die britische BP Plc zählt weltweit zu den größten Mineralöl- und Energiekonzernen. Von der Erschließung über die Förderung bis hin zu Raffinerie, Transport sowie den Verkauf zählen im Wesentlichen Erdöl, Erdgas, alternative Energie, Treibstoffe, Schmierstoffe, Petrochemikalien sowie Bitumen zum Produktspektrum. Trotz dieser Mischung und in den letzten Jahren kräftig ausgebauter Aktivitäten mit Solar, Biokraftstoffen sowie erneuerbaren Produkten hatte der britische Ölriese stark unter dem Corona-Aktiencrash zu leiden. So fiel der Aktienkurs der BP-Aktie seit Mitte Februar um rund 37%. Die Angst der Aktionäre stieg, obwohl die BP immer noch eine robuste Finanzlage hat. Trotzdem hat das Management zuletzt ein Kosteneinsparungsprogramm eingeführt. Der Konzern habe dabei Investitionsausgaben um rund 25 Prozent gekürzt.

Bis Mitte 2021 sollen außerdem durch Verkauf von Vermögenswerten rund 15 Milliarden US-Dollar zufließen. Das alles soll dazu beitragen, den bereits verfügbaren 32 Milliarden US-Dollar an Barmitteln weitere hinzuzufügen. Die dürften auch gebraucht werden. Immerhin hatte der BP-Chef Bernard Looney Anfang Februar die Quartalsdividende um 2,4 Prozent aufgestockt, was angesichts der schon damals nicht günstigen Markt-Entwicklungen viele überrascht hatte. Analysten der Schweizer Großbank Credit Suisse sehen für die Jahre 2020 und 2021 nunmehr eine Dividendenzahlung von 0,41 Dollar je BP-Aktie, mithin eine beachtliche, knapp zweistellige Dividendenrendite.

Saudi Aramco (TADAWUL: 2222)

Saudi Aramco

Quelle: Saudi Aramco

Die Aktie notiert seit Ende 2019 in Saudi Arabien an der Börse in Riad. Eine Investition in den Ölkonzern Saudi Aramco ist für deutsche Anleger nicht ohne weiteres und für Privatanleger, die über ihre Bank oder Broker kaufen wollten, gar nicht möglich. Die aktuell weitaus größte Erdölfördergesellschaft der Welt wurde von den jüngsten Kursabschlägen bei Öl-Aktien nur wenig getroffen. Die Saudi Aramco-Aktie wird nach dem größten Börsengang aller Zeiten an der Börse Saudi SE (Tadawul) in Riad seit dem 11. Dezember 2019 gehandelt. Der Ausgabekurs betrug für die zunächst nur zu 1,5 Prozent dort handelbaren Anteile 32,00 Riyal, was umgerechnet je Saudi Aramco-Aktie 8,53 US-Dollar entsprach. Davon ist der aktuelle Kurs nicht viel entfernt.

Während des Corona-Börsencrashs betrug der Kursabschlag nur rund 10 Prozent. Und selbst der Mitte März um rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunkene 2019'er-Gewinn konnte die Anleger nicht sonderlich schocken. Weswegen auch? Er ist mit zuletzt 88,2 Milliarden US-Dollar immer noch gigantisch (Vorjahres-Nettogewinn 111,1 Milliarden US-Dollar) und lässt die Aramco-Aktionäre am üppigen Ergebnis beachtlich teilhaben. Hintergrund: Aramco gehört zu 98 Prozent dem saudi-arabischen Staat und zum Ausgabekurs berechnet ist der weltweit größte Ölkonzern insgesamt 1,7 Billionen US-Dollar wert.

Dennoch will der Staatskonzern wegen der Preisturbulenzen am Ölmarkt und der Corona-Krise gegensteuern: Auch beim Öl- und Gasgiganten sollen kräftig Kosten eingespart und Ausgaben reduziert werden. Zudem beabsichtigt der weltgrößte Ölproduzent jetzt, Pipeline-Anteile für 10 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. So will Aramco seine Verpflichtungen aus dem letztjährigen Börsengang einhalten können - also auch in den nächsten fünf Jahren jeweils mindestens 75 Milliarden US-Dollar an Dividenden auszuzahlen. Trotz des erheblichen Gewinnrückgangs bleibt Saudi Aramco bei seiner beachtlichen Ausschüttung: Für 2019 werden Dividenden im Wert von 73,2 Milliarden US-Dollar an die Anteilseigner ausgezahlt.

Glencore (WKN: A1JAGV | ISIN: JE00B4T3BW64)

Glencore Aktie

 

Die weltweit als Konzern über 150 Bergbau-, Minen- sowie Öl-Handel betreibende Glencore, ist im Bereich Rohstoffproduktion und Handel eine der ersten Adressen. Mit Geschäftssitz im schweizerischen Baar besitzt die Glencore nach Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata plc im Mai 2013 ein globales Netzwerk mit mehr als 90 Niederlassungen. Das Geschäft beinhaltet neben der Förderung, Verarbeitung, Raffinierung sowie Lagerung diverser Industrie- und Edelmetalle auch die Produktion von Kokskohle, thermischer Kohle sowie Öl. Die Glencore-Aktie wurde erst kürzlich durch Analysten der Independent Research von "Halten" auf "Kaufen" herauf gestuft, nachdem der Aktienkurs seit Jahresanfang überdurchschnittlich stark gefallen war.

Positiv werde auch in anderen News über Glencore erwähnt, dass das Geschäft nur wenig durch die Covid-19-Pandemie geschmälert worden sei. Mehrheitlich kommen in den vergangenen 12 Monaten Analysten zu einer "Kauf"-Empfehlung. Dies dürfte mitunter auch daran liegen, dass sie für die Glencore-Titel noch deutliches Aufwärtspotenzial ( >15 Prozent) sehen. Andere heben die über dem Branchendurchschnitt liegende Dividendenrendite eines insgesamt finanziell gut ausgestatteten, aber immer noch unterbewerteten Bergbau-, Minen- sowie Offshore-Ölkonzerns hervor.

Sasol (WKN: 865164 | ZAE000006896) 

Auch bei Sasol ging Covid 19 nicht spurlos vorbei. Der international agierende Konzern der Erdöl- und chemischen Industrie mit Sitz in Johannesburg ist Südafrikas zweitgrößtes Industrieunternehmen. Es wurde 1950 als "South African Coal, Oil and Gas Corporation Limited" gegründet. Da Sasol sein Geld hauptsächlich mit der Weiterverarbeitung von Kohle und Erdgas zu Benzin sowie Grundstoffen für die chemische Industrie verdient, zehrt wohl auch die zuletzt wegen der Corona-Krise in Südafrika und weltweit stark gesunkene Kraftstoffnachfrage an den Betriebsergebnissen des Petrochemie-Riesen.

Dennoch kann sich Sasol, deren Name aus den Anfangsbuchstaben der früheren Firmierung "South African Synthetic Oil Limited" besteht, auf eine gewisse Weise unabhängig von aktuellen Entwicklungen in der Ölproduktion betrachten. Sasol ist also ein Ölkonzern, der unter anderem Kohle und Erdgas zu flüssigen Treibstoffen wie Benzin weiterverarbeitet. Andererseits tragen in der Mischung auch andere Geschäftszweige wie die Chemie zum Unternehmenserfolg bei.

Aktuell tritt der südafrikanische Petrochemie-Riese auf die Kostenbremse, um, wie es offiziell in der Sasol News heißt, „die Bilanz und Liquidität des Unternehmens bis mindestens zum Ende des Geschäftsjahres 2021 zu schützen“. Deswegen sei der Betrieb einer seiner Erdölraffinerien (Natref) mit täglich 100.000 Barrel Produktion geschlossen worden. Außerdem bemerkenswert: Sasol kürzt jetzt für die kommenden acht Monate seine Managementgehälter um 10 bis 20 Prozent. Sollten die Sparmaßnahmen greifen, kann der Ölkonzern von steigenden Ölpreisen nach Überwindung der Corona-Krise gut profitieren. Immerhin ist die Sasol-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10 und einer Dividendenrendite über 3,0 Prozent für Anleger immer noch ein spannender Kandidat.

Die politischen und wirtschaftlichen Risiken, die in Südafrika nicht beherrschbar und kaum überschaubar sind, lassen die Aktie leider zum Zockerpapier verkommen.

Die besten Öl-Aktien mit der höchsten Dividende

Die heftigen Kursstürze der vergangenen Wochen hatten bei vielen Anlegern einen Schock ausgelöst. Näher und nüchtern betrachtet bieten aber solche Kurskorrekturen schlagartig auch lukrative Gelegenheiten für langfristig orientierte Anleger. Nicht wenige davon hatten zuvor "an der Seitenlinie" über viel zu hohe Einstiegskurse und uninteressante Dividendenrenditen geklagt.

Jetzt, quasi von heute auf morgen, hat sich jenes Verhältnis von gezahlten Dividenden zum Aktienkurs völlig geändert. Und zwar sehr positiv zum Nutzen des Anlegers und Aktionärs. Gerade solide, finanziell robust aufgestellte Konzerne wie die ganz großen Öl- und Energieriesen dieser Welt erweisen sich nach den Kurseinbrüchen als wahre Dividendenkönige. Insbesondere jene Öl-Titanen wie eine Royal Dutch Shell oder BP, mit denen Anleger vor kurzem noch mit ihrem beherzten Einstieg in den "Club der Zehnprozenter" eintreten konnten.

Allerdings wurden schon seit einigen Wochen herbe Dividendenkürzungen befürchtet, die sich schon teils bewahrheiteten. Es ist also eher die langfristige Dividendenerwartung, die bei Anlegern Hoffnung schürt, dass die Konzerne ihre historischen Dividendenrenditen um 10 Prozent wieder erreichen und damit Anlegers Herzen erfreuen könnten.

Quartal für Quartal und seit Jahrzehnten auch in vergangenen Krisenjahren überwiesen diese Ölkonzerne an ihre Aktionäre eine stattliche Dividende.

Und: Mit Ausnahme des Jahres 2010 während der Jahrhundert-Katastrophe im Golf von Mexiko auf der Ölbohrinsel Deepwater Horizon hatte auch der britische Öl-Riese BP zuverlässig im Dreimonatszeitraum seine Dividendenpflichten stets erfüllt. Diese wie auch andere dividendenstarke Energieriesen waren also insgesamt betrachtet mit ihren Ausschüttungen so sicher wie eine Rente.

Kurzum, lautete das Motto bisher: Kaufen, liegen lassen und jedes Quartal kassieren!

Der Coronavirus brachte aber schockartig ein Ende der Ölnachfrage, wie es die Welt seit über Hundert Jahren noch nie erlebte. Selbst während der beiden Weltkriege rollten die Fahrzeuge oder Panzer und verbrauchten gigantische Mengen an Treibstoffen. Darum ist es wirklich eine einmalige Krise, die nicht ewig anhalten dürfte. 

Ökologische Wende und das Ende des Ölzeitalters

Windpark - Alternative Energie

Quelle: BP Europa SE

Zukunftsprognosen sind einfach gemacht, entbehren aber meist jeglichem Realitätssinn. Besonders wenn es sich um Zeitenwenden handelt, die stets erwartet werden, aber dann doch nie genauso eintreten wie prognostiziert. Aktuell sehen viele Experten, Politiker und Aktivisten das Ende des fossilen Ölzeitalters und sehen in den negativen Ölpreisen eine Bestätigung ihrer Erwartungen. Allerdings muss man hier auch betonen, dass es noch immer kaum eine Alternative zum Öl gibt. Weder Kunstdünger, petrochemische Produkte, noch der Transportsektor, können auf das preiswerte Öl verzichten. 

Höchstens wenn wir unsere Transporte drastisch einschränken, verteuern und wieder zu "mittelalterlichen" Wirtschaftsstrukturen zurückkehren, wäre es denkbar, in eine Welt ohne Öl oder wie vor der Entdeckung des Öls zurückzufinden.

Welche ökonomischen Kosten und wie viele Menschenleben das langfristig kosten würde, wissen wir heute nicht. Aber es besteht die Gefahr, dass es weitaus mehr Leben kosten könnte, als die Energiewende durch den Klimaaktivismus imstande wäre zu retten.

Zudem dürfte die Energiewende zunächst eher von westlichen Gesellschaften verfolgt werden, die ihren zivilisatorischen Höhepunkt ohnehin erreicht haben dürften. Bis alternative Energien auf globaler Ebene konkurrenzfähig werden, wie Solarenergie, Windkraft oder Wasserstoff, dürfte noch sehr viel Zeit vergehen, möglicherweise Jahrzehnte. 

PLUS-Leser machen weiterhin Spitzengewinne im Ölsektor

Wenn ich mir die Kursbewegungen bei vielen Ölaktien anschaue, muss ich nur müde lächeln, denn das alles habe ich längst erwartet. Ich informiere meine Abonnenten seit Wochen über aussichtsreiche Dividendenaktien im Ölsektor sowie eine Sonderchance bei Tankeraktien. Diese profitieren zurzeit am stärksten vom Überangebot beim Rohöl. Saudi Aramco schickte Anfang April 15 Supertanker gefüllt mit 18 Millionen Barrel Rohöl auf die Weltmeere, um seine Wettbewerber auszustechen. 

Seit 20 Jahren werden immer weniger Supertanker gebaut und die nächsten Jahre dürfte das Angebot an neuen Tankern sehr stark begrenzt sein, während die Nachfrage explosiv wächst. Diese Informationen habe ich seit Mitte März vorliegen und für meine Abonnenten gewinnbringend umgesetzt. So konnten meine Abonnenten, trotz der Ölkrise, satte Gewinne erzielen:

  • Bis zu +71% in 6 Wochen mit Projekt Onassis I
  • Bis zu +47% in 3 Wochen mit Projekt Onassis II

Die beiden Werte weisen eine enorme Qualität auf, haben ihre junge Flotte noch einmal vor einem Jahr, exakt am Tiefpunkt des Marktes, renoviert und alle Schiffe stehen in der Sonne glänzend und frisch poliert bereit, um für ihre Aktionäre in dieser Sondersituation exorbitante Gewinne einzufahren.

Ich rechne persönlich sogar mit einer astronomischen 20-30% Dividendenrendite auf Sicht von drei bis fünf Jahren. Allerdings nur bei meinen Favoriten, die finanziell gesund sind.

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Kommentare
Peter / 19.11.20 / 10:32 Uhr Gut, dass sie mein Portfolio nicht verwalten.
Redaktion / 19.11.20 / 10:38 Uhr Warum, mögen Sie keine Gewinne?