CropEnergies: Darum ist der Kursrückgang übertrieben

05.07.23 um 15:57

Die Aktie von CropEnergies (WKN: A0IAUP)  ist nach Vorlage schwacher Quartalszahlen um -5,4% auf 9,70 € abgerutscht, obwohl das Unternehmen die schlechte Geschäftsentwicklung bereits vor drei Monaten angekündigt hatte. Die erste Reaktion der Marktteilnehmer scheint übertrieben. Was bedeutet das für die weitere Kursentwicklung?

CropEnergies AG

ℹ CropEnergies vorgestellt

CropEnergies ist ein führender europäischer Hersteller von Bioethanol für den Kraftstoffsektor. Als Nebenprodukte fallen dabei wichtige Produkte wie flüssiges Kohlendioxid und Eiweißfuttermittel an. Als Basis für die Produktion dienen Zuckerrüben, Stroh und minderwertiges Getreide. Der Bio-Hersteller ist eine Tochter der Südzucker-Gruppe und hat seinen Sitz in Mannheim. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit rund 851 Millionen €.

Prognose bestätigt

Bereits bei der Bekanntgabe des Geschäftsberichtes für 2022 wies CropEnergies darauf hin, dass das Auftaktquartal sowie das gesamte Geschäftsjahr 2023 schlechter ausfallen werden. Somit sind die rückläufigen Geschäftszahlen des ersten Quartals keine Überraschung.

In der Jahresprognose wird demnach mit einem Umsatz von 1,27 bis 1,37 Milliarden € gerechnet, im Vorjahr waren es 1,49 Milliarden €. Auch beim operativen Ergebnis geht der Vorstand von einem Rückgang aus: Gegenüber dem sehr starken Vorjahreswert von 251 Millionen € liegen die Erwartungen bei 95 bis 145 Millionen €.

Die Gründe für diesen Rückgang sind einerseits die stark gesunkenen Verkaufspreise. Durch den Ukrainekonflikt waren die Preise für Ethanol in der Vorjahresperiode geradezu explodiert. Ebenfalls profitierte das Bio-Unternehmen davon, dass es sich die Einkaufspreise für Rohstoffe gesichert hatte. Diese Sondersituationen sind vorbei, jetzt ist wieder eine Normalisierung bei den Verkaufspreisen eingetreten.

Ein weiterer Aspekt ist, dass eine Stilllegung zur Wartung der Anlagen notwendig wurde. Diese erfolgte planmäßig, hierdurch wurde die hergestellte Menge an Ethanol sowie der nachgelagerten Produkte verringert.

Auch die deutlich geringeren Preise für Ethanol aus den USA sowie Brasilien wirken sich negativ auf die Geschäftsentwicklung aus.

Geschäftsrückgang relativieren

Der Vergleich der Geschäftszahlen des abgelaufenen Quartals mit denen der Vorjahresperiode ist allerdings wenig aussagefähig. Ein Vergleich mit denen des Vorquartals ist wesentlich sinnvoller, hier wirkte sich die Normalisierung bereits voll aus.

Gegenüber dem Vorquartal verbesserte sich der Umsatz um 8 Millionen € auf 321 Millionen €, das operative Ergebnis liegt mit 14 Millionen € leicht unter dem des Vorquartals mit 15 Millionen €.

Positiv ist, dass die Eigenkapitalquote sich mit 75,4% deutlich gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 69,7% verbessert hat.

Insgesamt sind die Finanzkennzahlen gar nicht so schlecht ausgefallen, es kommt eben auf die richtige Vergleichsbasis an.

Potenzial vorhanden

Momentan befinden sich alle Aktien von erneuerbaren Energieunternehmen in einer schwachen Phase, dies dürfte auch vorerst so bleiben. Erst wenn Bioenergieprodukte wieder mehr in den politischen und wirtschaftlichen Fokus kommen, ist mit einer Besserung zu rechnen.

In diesem Artikel bin ich darauf eingegangen, dass es sich bei CropEnergies um einen langfristigen Zukunftswert handelt, dabei bleibe ich. Kurzfristig ist jedoch mit keiner gravierenden Kursverbesserung zu rechnen, der Kursverlauf dürfte vorerst in einer Range von 9 bis 11 € verlaufen.

Mittel und langfristig besteht jedoch höheres Potenzial. Das sieht auch die DZ Bank so, sie sieht den fairen Wert bei 16,25 €.

Mein Fazit: Wer sie hat, sollte sie behalten und sich an der guten Dividende erfreuen. Neueinsteiger sollten vorerst abwarten.

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Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens CropEnergies. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien -je nach Marktsituation auch kurzfristig- zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsaktivität profitieren.

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