BYD: Neues Kursziel dank Milliardeninvestition?

14.02.23 um 17:52

Dank seines integrierten Geschäftsmodells hat BYD (WKN: A0M4W9) die globalen Lieferkettenprobleme im vergangenen Jahr fast schadlos überstanden und ist der stark beeinträchtigten Konkurrenz davongelaufen. Wie ein chinesisches Medium am Dienstag berichtet hat, plant der Mischkonzern nun Milliardeninvestitionen, um seinen Vorsprung weiter auszubauen. Was bedeutet das für das Kursziel der BYD-Aktie?

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BYD ist ein agiler chinesischer Mischkonzern, der sich in drei Hauptgeschäftsfelder aufteilt: Automobile, das Batterie- und Solarsegment und die eigenständige Holding BYD Electronics. Fahrzeug-Komponenten wie Halbleiter und Akkus erhalten die Chinesen damit aus erster Hand – in Zeiten knapper Rohstoffe und Vorprodukte ein großer Wettbewerbsvorteil.

Bericht: Neue 40-GWh-Batteriefabrik geplant

Im vergangenen Jahr hat BYD nicht nur den US-Rivalen Tesla in Sachen E-Auto-Verkäufe entthront: Gleichzeitig gelang es, sich beim Absatz von Batterie-Einheiten vor den koreanischen Konzern LG auf Platz zwei zu schieben, gleich hinter den Marktführer CATL.

Um seine Position in den Spitzenrängen der E-Fahrzeug-Batterie-Hersteller zu festigen, plant der Mischkonzern offenbar nun erhebliche Investitionen. Für umgerechnet 1,2 Milliarden US$ will BYD eine neue Batteriefabrik in Zhengzhou bauen, berichtete die South China Morning Post am Dienstag. Der Hersteller soll für das Werk bei den zuständigen Behörden bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung beantragt haben.

Dem Bericht zufolge wird erwartet, dass die Tochtergesellschaft FinDreams Battery in der Anlage die patentierten Blade-Batterien auf Lithium-Eisenphosphat-Basis (LFP) produzieren wird, und zwar mit einer jährlichen Kapazität von 40 Gigawattstunden.

Die Blade-Batterie von BYD enthält im Gegensatz zu gewöhnlichen Lithium-Akkus kein Kobalt, Nickel oder Mangan, was sie günstiger, umweltfreundlicher, weniger sperrig macht – und laut Firmenchef Wang Chuanfu auch sicherer als die Alternativen auf dem Markt. Selbst US-Konkurrent Tesla verwendet sie in seinen Model-Y-Fahrzeugen, die in der Berliner Gigafactory hergestellt werden.

Neue Marktchancen und Margen-Hebel

Mit seinem integrierten Geschäftsmodell ist es BYD gelungen, die Lieferkettenprobleme im vergangenen Jahr deutlich besser zu bewältigen als die Konkurrenz. Das Ergebnis: Mit weit über einem Drittel Marktanteil bei E-Autos in China hat der Mischkonzern in der Heimat Tesla, Xpeng und Co. weit hinter sich gelassen und expandiert nun aggressiv in vielversprechende neue Märkte.

Hinzu kommt: Wie wir in diesem Artikel erläutert haben, kann und wird BYD in diesem Jahr mehrere Hebel in Bewegung setzen, um seine Margen zu steigern. Alles in allem könnte das Unternehmen damit für das laufende Jahr erneut die Konsensschätzungen für Umsatz- (+40%) und Gewinnwachstum (+25%) pulverisieren.

+70% Kurspotenzial?

Angesichts dieser Aussichten halte ich das neue Kursziel der Schweizer Großbank UBS (350 HK$) noch für zu vorsichtig und könnte mir in zwölf Monaten Preise deutlich über 400 HK$ (bzw. 50 US$) gut vorstellen, was einer zweifachen Umsatzbewertung (2023e) entsprechen würde. Ich denke, dass dieses Multiple angemessen ist im Vergleich zur Konkurrenz und den historischen Multiplikatoren des Unternehmens.

Was die mittelfristige Entwicklung von BYD angeht, braucht man sich ebenfalls keine Sorgen zu machen. In den letzten 30 Jahren ist der Konzern vom Hersteller für Handy- und Kamera-Batterien zum führenden Anbieter von Halbleitern und Batterien für die Automobil-Industrie geworden sowie zur weltweiten Nummer eins untern den E-Auto-Bauern. Dabei haben die Chinesen stets ihre Agilität, ihre Umsetzungsfähigkeit und ihren Fokus auf Produktdesign und -qualität unter Beweis gestellt.

Ohne Frage bleibt BYD damit aus meiner Sicht eine Bank fürs Langfrist-Depot.

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