BYD-Aktie: Was der Markt übersehen hat

19.10.23 um 11:26

Die BYD-Aktie (WKN: A0M4W9) muss am Donnerstag im Hongkonger Handel mehr als die Hälfte der üppigen Kursgewinne vom Vortag abgeben. Die verbesserte Gewinnprognose mag nun eingepreist sein. Für eine weitere bemerkenswerte Entwicklung gilt das in meinen Augen aber noch nicht.

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ℹ️ BYD vorgestellt

BYD ist ein agiler chinesischer Mischkonzern, der sich in drei Hauptgeschäftsfelder aufteilt: Automobile, das Batterie- und Solarsegment und die eigenständige Holding BYD Electronics. Fahrzeug-Komponenten wie Halbleiter und Akkus erhalten die Chinesen damit aus erster Hand – in Zeiten knapper Rohstoffe und Vorprodukte ein großer Wettbewerbsvorteil. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 84 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.

Super-Guidance lässt Aktie hochspringen

Die BYD-Aktie ist am Mittwoch an der Hongkonger Börse um knapp +7% hochgesprungen, nachdem der Hersteller zuvor eine überraschend gute Gewinnprognose für das dritte Quartal abgegeben hat. Demnach rechnet die Chinesen mit Überschüssen zwischen umgerechnet 1,31 und 1,58 Milliarden US$, was im Vorjahresvergleich satten Zunahmen von 67 bis 102% entspricht.

Die starke Entwicklung begründet BYD zum einen mit besseren Geschäften im Electronics-Segment dank anziehender Nachfrage von Android-Kunden. Entscheidend seien aber vor allem die Rekordabsätze mit E-Autos, die der Mischkonzern schon Anfang Oktober gemeldet hat. Im Septemberquartal sind die Verkaufszahlen demnach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwei Drittel auf mehr als 430.000 Einheiten gestiegen. Das entspricht einer Verdopplung in den ersten neuen Monaten auf 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge.

So lässt man Tesla alt aussehen

Die BYD-Aktie hat sich in den letzten Wochen eindeutig schlechter entwickelt als der breite Markt – und das, obwohl der Autobauer kurz davor steht, den Weltmarktführer Tesla einzuholen, dessen Q3-Verkäufe sich von ca. 466.000 auf 435.000 reduziert haben.

Trotz des anhaltenden Preiskriegs in China verzeichnet der Konzern zudem weiterhin hervorragende Bruttomargen von 18,3% im ersten Halbjahr (4,8 Punkte mehr als im Vorjahr), während die Rentabilität des großen US-Rivalen weiter sinkt.

Expansion macht große Fortschritte

An der Börse ist jedoch etwas untergegangen, dass BYDs Geschäft in Übersee allmählich Fahrt aufnimmt. So verschiffte das Unternehmen in Q3 9% seiner Fahrzeuge ins Ausland – eine rasante Beschleunigung gegenüber den 5% im Vorquartal.

Ich gehe davon aus, dass der zunehmende Export-Anteil am Verkaufsmix die Wirtschaftlichkeit des vertikal integrierten Produktionsmodells weiter verbessern wird. Gleichzeitig lohnt sich die Anschaffung eines preisbewussten E-Autos für Verbraucher immer mehr, was zur Folge haben dürfte, dass die Nachfrage nach Stromern robust bleibt.

Die Seitwärtsbewegung der BYD-Aktie in den vergangenen Wochen zeigt mir, dass die Märkte den Mixwechsel des chinesischen Herstellers noch nicht vollständig eingepreist haben. Das prädestiniert den Hongkong-Titel nun für eine Bewertungsaufstockung, die ihn näher an die Multiplikatoren seiner wachstumsstarken Konkurrenten heranbringt. Anleger können daher jetzt von einem kurzfristigen Aufwärtspotenzial profitieren.

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