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Sascha / 30.10.20 / 15:35

Big-Tech-Roundup: Alphabet, Amazon.com, Apple, Facebook und Microsoft

Wie schon Ende Juli für das zweite Quartal (wir berichteten), öffneten am gestrigen Donnerstagabend erneut die vier großen Technologiekonzerne Alphabet (WKN: A14Y6F), Amazon.com (WKN: 906866), Apple (WKN: 865985) und Facebook (WKN: A1JWVX) gleichzeitig ihre Bücher und berichteten über den Geschäftsverlauf im dritten Quartal.

Bereits am vergangenen Dienstag hatte auch der fünfte Technologiegigant – Microsoft (WKN: 870747) – seine Drittquartalszahlen vorgelegt. Allesamt, von Alphabet bis Microsoft, konnten dabei die Erwartungen von Analysten und Anlegern nicht nur erfüllen, sondern sogar übertreffen. Trotzdem nehmen die Anleger bei allen genannten Papieren, mit Ausnahme von Alphabet, ihre Gewinne mit und schicken die Titel somit auf Talfahrt. Was genau stimmt hier nicht?

Die Quartalszahlen der "Big Five" im Detail...

Microsoft verkündete bereits am vergangenen Dienstagabend einen Quartalsumsatz in Höhe von 37,2 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie in Höhe von 1,82 USD und schlug damit die Konsensschätzungen in Höhe von 35,75 Milliarden US-Dollar sowie 1,55 USD je Aktie. Gestern Abend folgte dann Alphabet mit einem Quartalsumsatz in Höhe von 46,2 Milliarden US-Dollar (Prognose: 42,8 Milliarden US-Dollar) sowie einem Gewinn je Aktie in Höhe von 16,40 USD (Prognose: 11,29 USD).

Ferner brillierten Amazon.com mit einem Quartalsumsatz von 96,1 Milliarden US-Dollar (Prognose: 92,7 Milliarden US-Dollar) und einem Gewinn je Aktie von 12,37 USD (Prognose: 7,41 USD) sowie Facebook mit einem Quartalsumsatz von 21,2 Milliarden US-Dollar (Prognose: 19,8 Milliarden US-Dollar) sowie einem Gewinn je Aktie von 2,71 USD (Prognose: 1,91 USD). Am enttäuschendsten fiel dagegen der Quartalsbericht von Apple aus, was jedoch durch die Verschiebung des neuen iPhone 12 aufgrund der Covid-19-Pandemie erklärbar ist.

So vermeldete Apple für das abgelaufene Quartal, was bei dem Konzern aufgrund des verschobenen Geschäftsjahres das vierte Fiskalquartal ist, einen Quartalsumsatz in Höhe von 64,7 Milliarden US-Dollar (Prognose: 63,7 Milliarden US-Dollar). Zugleich kam es hier jedoch zu einem leichten Gewinnrückgang auf nur noch 0,73 USD je Aktie. Allerdings lagen die Konsensschätzungen der Analysten auch nur bei einem Gewinn je Aktie in Höhe von 0,70 USD, so dass selbst Apple zumindest diese übertreffen konnte.

Warum werden die Aktien dann abverkauft?

Angesichts der vorgelegten tollen Quartalszahlen, insbesondere das Wachstum bei Amazon.com muss man angesichts der Größe des Konzerns als grandios bezeichnen, erschließt sich nicht jedem Anleger sofort, warum diese Aktien derzeit abverkauft werden. Dabei ist die Sache relativ einfach. Die Börse ist immer ein Spiel zwischen Erwartungen und Fakten. Anleger erwarten etwas und spekulieren daher im Vorfeld darauf. Tritt das erwartete Szenario dann ein, nehmen sie ihre Spekulationsgewinne mit: "Buy The Rumors, Sell The Facts!".

Geht ihre Spekulation dagegen nicht auf, wird sie im Zweifel mit Verlust beendet. In den vorliegenden Fällen haben wir genau dies gesehen. Anleger hatten bereits in den Wochen und Monaten zuvor auf eine sehr gute Geschäftsentwicklung der Technologiegiganten gesetzt und sich dementsprechend positioniert, die Aktien also gekauft. Mit Vorlage der erwarteten sehr guten Quartalszahlen nehmen sie nun ihre Gewinne vom Tisch.

Natürlich reichen Analysten und Medien eine Menge Begründungen nach, was an den Quartalsausweisen schlecht gewesen sein soll. So wird beispielsweise bei Amazon.com und Microsoft das sich abschwächende Wachstum des jeweiligen Cloud-Business (AWS beziehungsweise Azure) ins Feld geführt. Aber ich frage Sie: Ist ein Wachstum bei AWS von +29 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wo es zugegebenermaßen noch bei +35% (aber von einer niedrigen Ausgangsbasis ausgehend!) lag, wirklich so schlecht? Ich denke nicht.

Unsicherheitsfaktoren Covid-19-Pandemie und US-Präsidentschaftswahl!

Zu guter Letzt gibt es natürlich tatsächlich noch gute Gründe, warum sich die Börsen zuletzt wieder auf Talfahrt begeben haben. So tobt die zweite Welle der Covid-19-Pandemie, was ja beispielsweise selbst in Deutschland zu einem Lockdown im November führt. Die Anleger an der Börse hatten aber eine V-förmige Wirtschaftserholung erwartet und eingepreist, die durch diesen neuerlichen Lockdown zumindest erschwert wird. Insofern sind auch die fundamentalen Bewertungen der meisten (guten) Aktien zurzeit sehr hoch.

Ein weiteres Damoklesschwert, das aktuell über dem Markt schwebt, ist dann sicherlich auch die anstehende US-Präsidentschaftswahl. Zwar wird – egal ob am Ende Trump oder Biden diese Wahl gewinnt – sich wirtschaftlich gar nicht so viel ändern. Ja, aufgrund möglicher umfangreicher Stimuli könnte eine Wahl Bidens den Aktienmärkten kurzfristig sogar wieder etwas auf die Sprünge helfen. Aber es ist eben dann doch ein weiterer Unsicherheitsfaktor und Börsianer hassen nichts mehr als Unsicherheit.

Langer Rede, kurzer Sinn, was sollte man als Anleger in dieser Situation denn nun tun? Meines Erachtens erst einmal wenig beziehungsweise nichts. Wer schon Aktien der "Big Five" im Portfolio hat, sollte in der Regel auf hohen Kursgewinnen sitzen und kann eine Korrektur daher locker aussitzen. Noch ist es angesichts der Marktlage aber wohl zu früh diese Positionen aufzustocken. Wer dagegen noch keine dieser Aktien hat, muss nicht unbedingt jetzt sofort tätig werden. Hier gilt es abzuwarten bis die Aktien einen Boden gefunden haben – und dann mutig zuzugreifen!

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Zugehörige Kategorien: Technologie-Aktien
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Kommentare
GrandmasterD / 30.10.20 / 16:27 Uhr Hallo Herr Huber, wie gewohnt ein toller Artikel von Ihnen. Vielen Dank! In einem Punkt muss ich Ihnen jedoch widersprechen! Leider ist der Leitsatz "Die Börse ist immer ein Spiel zwischen Erwartungen und Fakten" im Zeitalter von Billiggeld, Marktmanipulationen durch Poliker und Anaylstsen sowie (und vor allem) durch Robinhoodler nicht mehr gültig. Viel mehr gilt bzw. (hoffentlich) galt seit vielen Wochen das Motto "die Börse ist immer ein Spiel ohne Verluste und jeder kann nur gewinnen".
Sascha Huber / 03.11.20 / 17:21 Uhr Hallo GrandmasterD, wie man sieht, ist das nicht ganz richtig. Generell glaube ich auch weiterhin daran, dass Technologiekonzerne unser Leben revolutionieren und verbessern werden. Das war auch schon immer so. Denn wie anders wären alte Erfolgsgeschichten wie IBM oder Siemens sonst zu erklären? Allerdings ist die Bewertung mancher Unternehmen, da brauchen wir uns nichts vormachen, inzwischen leider jenseits von gut und böse. Shopify ist beispielsweise ein absolutes Topunternehmen, aber zu 1.000 US-Dollar und mehr ist die Aktie um den Faktor vier bis fünf überbewertet. Viele Grüße, Sascha