Adler Group-Aktie: Wie geht's nach Zahlen weiter?

29.11.23 um 7:37

Die Lage bei der Adler Group (WKN: A14U78) bleibt weiterhin angespannt, was sich auch auf den Aktienkurs niederschlägt. Seit Anfang November ist der Titel von 0,418 auf aktuell 0,305 € weiter gefallen. Der Restrukturierungsprozess verläuft planmäßig, wichtige Entscheidungen wurden getroffen. Wie geht es jetzt weiter?

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ℹ️ Adler Group vorgestellt

Die Adler Real Estate AG gehört zur Adler Group S.A., die 2020 aus der Fusion von ADO Properties, Adler Real Estate und Consus Real Estate entstanden ist. Die Adler Group mit Sitz in Luxemburg ist auf Immobilienentwicklung sowie Vermietung und Verwaltung von Wohnungen spezialisiert. Die Immobilien im Bestandsportfolio liegen vorwiegend in Deutschland, mit Fokus auf die Top-7-Städte. Spätestens seit der Shortseller-Attacke im Herbst 2021 befindet sich der Immobilienkonzern in einer schweren Krise. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 46 Millionen €.

Hohe operative Verluste erlitten

Am Dienstag wurden der mit Spannung erwartete neue Quartalsbericht veröffentlicht. Er ist weiterhin von hohen Verlusten geprägt. Im dritten Vierteljahr führten hohe Rechts- und Beratungskosten zu einem operativen Verlust von 48 Millionen €.

Auf Sicht der ersten neun Monate ergibt sich ein operativer Verlust von insgesamt 971 Millionen €. Hierin sind Wertberichtigungen von 755 Millionen € aus dem ersten Halbjahr enthalten. Zusammen mit einem negativen Finanzergebnis von 375 Millionen € betrug der Periodenverlust (ohne Steuergutschrift) 1,34 Millionen €.  Bei der wichtigen operativen Kennzahl FFO I (Funds from Operations) fiel ein Verlust von 7 Millionen € an – im ersten Halbjahr wurde noch ein Gewinn von 8 Millionen € erzielt.

Der Gesamtumsatz in den ersten neun Monaten lag bei 289 Millionen €, davon sind 160 Millionen € Mieterträge. Das flächenbereinigte Mieteinnahmewachstum lag bei 2,4%. Der hohe Objektverkauf macht sich bei den Mieteinnahmen negativ bemerkbar.

Insgesamt sind die Geschäftszahlen wie erwartet ausgefallen. Die Beratungs- und Rechtskosten werden wahrscheinlich noch länger anfallen, sie dürften tendenziell jedoch sinken. Wichtig ist, dass im dritten Quartal keine unvorhergesehenen Kosten angefallen sind.

Die bisherige Prognose wurde beibehalten. Demnach sollen die Mieteinnahmen bei 207 bis 219 Millionen € liegen. Die Bruttoerlöse aus Immobilienverkäufen sollen 530 Millionen € betragen. Ebenso ist ein Schuldenabbau von insgesamt 270 Millionen € eingeplant.

Barmittelaufbau fortgesetzt

Der Hauptaspekt bei der Restrukturierung liegt auf dem Schuldenabbau sowie der Liquidität. In 2023 konnten bisher alle fällig gewordenen Verbindlichkeiten bedient werden. Das soll auch 2024 so geschehen. Dann werden Verbindlichkeiten in Höhe von 403 Millionen € fällig. Der Großteil der Verkaufserlöse der Immobilien wurde als Cash vorgehalten – mittlerweile beträgt dieser 432 Millionen €. Zusammen mit weiteren vorgesehenen Verkäufen ist die Tilgung der Schulden im nächsten Jahr ebenfalls gesichert.

Problematischer wird es in 2025, dann werden Schulden in Höhe von 2,2 Milliarden € fällig. Diese dürften aus Verkäufen nicht zu tilgen sein, sodass eine Refinanzierung erforderlich wird.

Thierry Beaudemoulin, CEO der Adler Group, kommentiert den Fortschritt so:

Auch wenn die Transaktionsmärkte im Augenblick schwieriger bleiben als wir angenommen haben, kommen wir doch Schritt für Schritt voran. Liquiditätsmanagement und Schuldenabbau stehen für uns nach wie vor an erster Stelle der Prioritätenliste.

Wie ist der Fortschritt zu bewerten?

Die Entwicklung des Aktienkurses spielt vorerst keine wichtige Rolle. Wichtiger ist, dass die Restrukturierung planmäßig weitergeht. Positiv ist, dass die Bestellung der Abschlussprüfer von der Hauptversammlung mit großer Mehrheit genehmigt wurde. Bis zu den Ergebnissen der Prüfungen dürfte noch viel Zeit vergehen. In diesem Artikel bin ich auf wichtige Entscheidungen eingegangen.

Da der Konzern sich auf dem Berliner Markt konzentrieren will, dürften die Objekte in den anderen Bundesländern zum Verkauf anstehen.

Insgesamt verläuft die Sanierung bisher planmäßig und erfolgreich. Wenn der Konzern wieder in ruhigere Gewässer kommt, dürfte eine Neuorganisation der Kapitalbasis kommen. Denkbar ist eine Kapitalaufstockung, bei der die Gläubiger vorrangig Verbindlichkeiten in Aktien umwandeln können. Das dürfte zulasten der Altaktionäre gehen.

Mein Fazit: Bisher verläuft alles nach Plan. Die Aktie ist für normale Anleger völlig uninteressant. Finger weg. Risikobewusste Anleger müssen wissen, auf was sie sich einlassen.

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