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Redaktion / 19.06.20 / 7:37

Wirecard mit Video-Statement: Treuhänder kündigt kurzfristige Klärung an

Es ist der vielleicht spannendste Börsenkrimi aller Zeiten: Wirecard (WKN: 747206) sieht sich als Opfer eines möglicherweise gigantischen Betrugs. Die Vorveruteilung des DAX-Konzerns könnte sich als Schnellschuss erweisen.

In einem aktuellen Videostatement informiert Wirecard-Macher Markus Braun die Öffentlichkeit über die aktuelle Situation des Unternehmens. Noch gestern ging der Markt von einem klaren Betrug seitens des Zahlungsabwicklers aus, doch mittlerweile verdichten sich die Anzeichen dafür, dass Wirecard selbst getäuscht wurde.

Was ist bekannt?

Der für gestern erwartete Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 konnte von Seiten der Wirtschaftsprüfer nicht testiert werden, da nach Mitteilung zweier Banken Hinweise auf gefälschte Saldenbestätigungen vorlägen. SD-Informationen zufolge handelt es sich hierbei um die Institute Banco de Oro und Bank of the Philippine Islands.

Die beiden Banken hätten die Kontenführung nach einem Treuhänderwechsel im letzten Jahr übernommen. Es gebe Hinweise darauf, dass den Prüfern von Ernst & Young „von einem Treuhänder oder aus dem Bereich dieser Banken“ falsche Belege zu Täuschungszwecken vorgelegt worden seien.

Kurzfristige Klärung angekündigt – nur ein abgekartetes Spiel?

Der 2019 neu mandatierte Treuhänder stehe laut Wirecard in ständigem Kontakt mit den Banken und dem Unternehmen. Es sei derzeit unklar, weshalb die Banken gegenüber Ernst & Young von Fälschungen sprechen. Der neue Treuhänder habe gegenüber Wirecard angekündigt, dass er den Sachverhalt kurzfristig mit den beteiligten Banken klären werde.

Ob die kolportierten 1,9 Milliarden Euro also tatsächlich nicht vorhanden sind, ist derzeit völlig unklar. Selbst eine groß angelegte, von längerer Hand geplante Aktion aus dem Bereich der Shortseller-Industrie kann nicht ausgeschlossen werden. Dass der Aufsichtsrat vorerst weiter an CEO Braun festhält und vorübergehend lediglich den COO freigestellt und einen neuen Compliance-Vorstand mit sofortiger Wirkung berufen hat, deutet darauf hin, dass man Wirecard tatsächlich in der Opferrolle vermutet.

Übernahmeschlacht eröffnet

Klar ist: Wirecard wird nun zu einem riesigen Spekulations- und Übernahmeobjekt. Mit weniger als 5 Milliarden Euro Marktkapitalisierung bei einem erwarteten EBITDA in Milliardenhöhe und rasant wachsenden Geschäften in einem absoluten Zukunftsmarkt könnten sowohl Player aus den USA als auch aus Asien auf den Plan treten und um Wirecard buhlen.

Wirecards Aktienkurs von nur noch unter 40 Euro weckt nun enorme Phantasien. Dass Banken Kredite eines profitablen DAX-Konzerns kurzfristig fällig stellen, dürfte nahezu ausgeschlossen sein. Trotzdem: Wirecard muss schnell Klarheit schaffen, um Folgeschäden zu vermeiden. Die Chance dazu ist da – und damit auch die Chance auf einen echten Neuanfang.

Nutzer unseres kostenlosen Live Chats haben auch an einem turbulenten Tag wie gestern von den Ansagen unserer Experten profitiert und hohe Gewinne mit Wirecard-Aktien erzielt. Tausende Anleger profitieren mit dem Chat rund um die Uhr von hochwertigen Diskussionen und wertvollen Informationsvorprüngen.

Interessenkonflikt: Herausgeber, Mitarbeiter und NBC-Clubmitglieder halten selbstverständlich Aktien des besprochenen Unternehmens Wirecard. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Autor, Herausgeber, Mitarbeiter und NBC-Clubmitglieder beabsichtigen die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

Zugehörige Kategorien: Finanznachrichten
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Kommentare
Jörg H / 19.06.20 / 8:20 Uhr Ihr haltet weiter die Fahne der Hoffnung hoch. Find ich fast schon komisch. Und wie konnte man von euren Jubelarien auf wirecard profitieren? Als Zocker vielleicht, aber als investor wohl kaum, der auf den genannten Tenbagger hoffte.
Redaktion / 19.06.20 / 8:54 Uhr Lieber Jörg H, Investoren hoffen nicht auf Tenbagger. Die angekündigten dreistelligen Notierungen bis Juni wurden erreicht. Das Risiko wurde in unserem Sonderreport (https://www.sharedeals.de/wp-content/uploads/2020/05/20-05-25-Sonderreport_WDI.pdf) skizziert. Noch liegen zu wenige Fakten auf dem Tisch, um zuverlässige Aussagen über ein nachhaltiges Investment treffen zu können.
Nayr / 19.06.20 / 9:01 Uhr Kurzfristig klären ??? es ist schon klar daß es sehr viel zeit zum klären gegeben hat ...wollen die damit sagen das die brauchen nur noch kurze Zeit um über alle bergen zu verschwinden mit 1,9 milliarden...Die gesamte Wirecard Direction muss in Untersuchungshaft.....Um 1,9 Milliarden spurlos verschwinden zu lassen braucht viel arbeit und viel zeit..
Jakub / 19.06.20 / 9:55 Uhr Nach den gestrigen 65% nun heute weitere 41% runter zum Zeitpunkt wo ich diese Zeilen schreibe. Das ist ne klare Aussage wieviel Vertrauen in den "Macher" noch da ist. Der Mann ist nicht zu halten und gehört raus. Selbst wenn Wirecard hier ein Opfer sein sollte, hat dieser CEO offensichtlich null Anstrengungen unternommen um die Sachverhalte zu klären und eine extrem vertrauensschädigende Kommunikation betrieben. Eine Blamage ohnegleichen.
JvK / 19.06.20 / 11:04 Uhr Nicht nur Groß- und Kleininvestoren geschädigt, zusätzlich das Image deutscher Unternehmen weltweit beschädigt. Wie wird das Unternehmen "geführt"? Gibt es keinen Finanzvorstand, keinen Aufsichtsrat, keine Revision, keine unabhängige Buchprüfung? Gibt es keine Konten? Keine Kontoauszüge? Keine verantwortlichen Personen? Als Kleinaktionäre und Geldgeber sind wir oft die Dummen, denn wir bekommen leider viel zu wenig Informationen über die Handlungen der Vorstände und müssen uns begnügen mit Sätzen wie: "Aufwand für xy" Gute Unternehmen - Transparenz - gute Info-Politik IR - gewinnorientiert Schlechte Unternehmen - undurchschaubar - diffuse Info-Politik IR - Funktionäre bereichern sich bis zum Ende Wozu gehört Wirecard?
Wolf G. / 19.06.20 / 12:06 Uhr Ob die Geschäfte weiterhin rasant wachsen werden, bleibt abzuwarten. Oder ob sich Kunden von dieser Zockerbude abwenden und zu Wettbewerbern mit seriöser Unternehmensführung zuwenden! Daß Wirecard von euch immer noch abgefeiert wurde bis zum Schluß ist schon seltsam!
Jürgen Berger / 19.06.20 / 13:01 Uhr Das kann natürlich immer mal vorkommen das 1,9 Milliarden verloren gehen. Das Management kommt mir in dem Fall sehr naiv vor. Für meine Verhältnisse habe ich viel Geld verloren durch. Jetzt hoffe ich das es demnächst gute Nachrichten gibt. SD werde ich täglich mehrmals aufrufen um an News zu kommen. Da muß jetzt endlich ein Cut drunter und egal ob Dax, M-Sdax, Wirecard ist ja immer noch profitabel. Vertauen und Compliance ist die Zukunft. Ich finde es gut das SD noch niemand verurteilt bevor eine Schuld bewiesen ist.
Johannes Bach / 19.06.20 / 14:35 Uhr Wer konnte einen Betrug dieser Größe erwarten? James Freis ist ein Hoffnungsschimmer. Wirecard muß schon alleine für die tausenden Klein-Anleger gerettet werden. Manche haben ihre ganze Alterssicherung in Wirecard in bestem Glauben investiert! Auch von daher wäre der Staat berufen, hier helfend einzugreifen, denn Wirecard an sich ist ja eine aussichtsreiche Unternehmung. Man müsste ihr jetzt nur durch dieses Tal der Tränen helfen, dann kann sie wieder auf eigenen Beinen stehen. Und dann sollte es eigentlich möglich sein, anhand der Überweisungen nach zu vollziehen, wohin diese 1,9 Mrd. € geflossen sind. Aber klar, wenn sie letztlich bei Kriminellen oder Terroristen gelandet sind, dürften sie nicht wiederzubeschaffen sein. Aber Wirecard verdient recht gut - wenn auch jetzt sicherlich signifikant weniger - und kann diese Kredite langfristig zurück zahlen.
Jakub / 20.06.20 / 5:50 Uhr Naja, also Warnhinweise gab es schon reichlich. Nicht nur die Financial Times und die Wirtschaftswoche, sondern auch einige größere Shortseller. Ich habe ja auch auf eine Erfolgsstory gehofft und sah vielversprechend aus, nur leider hat sich das Alles als eine Luftnummer erwiesen. Eine Rettung durch den Steuerzahler? Sicherlich nicht. Der "Friends & Family Club" dieser Firma gehört jetzt auseinandergenommen, die Firma und der gesamte Vorstand verklagt, und etwaige Ansprüche von Anlegern vertreten. Neuen Vorstand einberufen, neuen CEO, einen CFO der sich mit compliance auskennt... das Ding muss von Grundauf restrukturiert werden. Für Übernahmegerüchte ist es ebenfalls sicherlich noch viel zu früh. Überlegt doch mal was in der Firma Alles falsch laufen muss um 1,9 Mrd. über Wochen und Monate nicht finden zu können. Da gehört jede Person, jeder Vorgang, jede Connection auf den Prüfstand.