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/ 09.09.19 / 20:08

WeWork: Dieser IPO steht unter keinem guten Stern!

Eine der in den USA aktuell am stärksten diskutierten Unternehmen ist WeWork. Grund hierfür ist sicherlich auch der wohl in Kürz anstehende Börsengang (IPO). Allerdings sollten Anleger bei diesem IPO gut aufpassen. Denn dieser steht meines Erachtens unter keinem besonders guten Stern und könnte am Ende ein ähnlicher Reinfall wie die Börsengänge von Lyft oder Uber werden. Die Masse der Anleger liegt halt meistens falsch.

Doch was macht eigentlich WeWork und wo genau liegen die Risiken? Nun, eigentlich ganz einfach. WeWork ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das man im weitesten Sinne sogar der Immobilienbranche zuordnen könnte. Denn die Gesellschaft entwirft, baut und kauft Immobilien und vermietet diese dann an Unternehmen. Zunächst einmal nichts besonderes, könnte man meinen. Aber eine Besonderheit gibt es dann doch.

Denn bei WeWork können Unternehmen sogar einzelne Büroarbeitsplätze und diese sogar nur zeitweise anmieten. Dies kommt natürlich besonders bei kleinen Startups, die normalerweise nicht im Geld schwimmen, sehr gut an. So mieten diese gerne Arbeitsplätze via WeWork an. Aber auch größere Unternehmen greifen zuletzt verstärkt zu solchen Shared Workplaces, um so besser auf eine wirtschaftliche Schwächephase reagieren zu können.

Ist die drohende Rezession gut oder schlecht für WeWork?

Wie schon in zahlreichen Artikeln ausgeführt, erwarte ich bald eine Rezession. Genauer gesagt befinden wir uns in großen Teilen der Welt, beispielsweise in der Eurozone, schon in einer solchen. Andere Teile der Welt, wie die USA, dürften daher schon bald folgen. Die große Frage, die sich daher stellt, ist nun: Ist eine solche, drohende, Rezession jetzt eigentlich gut oder schlecht für ein Unternehmen wie WeWork?

Gut könnte sie sein, weil gerade in einer solchen rezessiven Phase viele Unternehmen auf Shared Workplaces von WeWork zurückgreifen könnten. Schlecht jedoch könnte sie sein, weil vielleicht viele bestehende Kunden des Konzerns eine solche nicht überleben. Zudem dürften im Zuge einer Rezession generell die Immobilienpreise und Mieten sinken, was die Umsatz- und Gewinnentwicklung belasten würde.

Ein Workplace von WeWork in Manhattan, New York (USA)

Interessenkonflikte – das Management agierte maximal unglücklich!

Insofern könnte der IPO von WeWork, an denen übrigens auch die japanische Softbank beteiligt ist, durchaus auch angesichts der drohenden Rezession noch durchgedrückt werden. Schließlich würden durch eine Rezession sowohl die Immobilienpreise als auch die Börsen belastet. Dies wiederum könnte einerseits zu Abschreibungen auf den Immobilienbestand führen. Andererseits könnte ein deutlicher Rückgang an den Börsen einen solchen IPO in einigen Wochen sogar unmöglich machen.

Umso schlimmer ist vor diesem Hintergrund das Gebaren des Managements um CEO Adam Neumann. Denn dieser fiel zuletzt gleich in mehrfacher Hinsicht negativ auf. So gab es Vorwürfe der sexuellen Belästigung nach übermäßigem Alkoholgenuss (Tequila). Der größte Kritikpunkt aber war und ist wohl, dass er Immobilien aus seinem privaten Besitz mit Gewinn an das Unternehmen verkauft habe, wobei ja ein klarer Interessenkonflikt gegeben war.

Zuletzt leider eher negativ in den Schlagzeilen: WeWork-Mitgründer und CEO Adam Neumann (seine Frau Rebekah ist eine Cousine von Hollywood-Star Gwyneth Paltrow).

Fazit: Bei WeWork sollte man wohl besser abwarten...

Die Analysten von Goldman Sachs gestanden WeWork noch vor einigen Monaten, im Rahmen eines IPOs, einen Börsenwert von bis zu 65 Mrd. US-Dollar zu. Inzwischen wird in New York nur noch eine Bewertung des Unternehmens im Bereich von 20 Mrd. US-Dollar als realistisch angesehen. WeWork hat also schon vor dem möglichen Börsengang rund 45 Mrd. US-Dollar an Wert vernichtet. Prinzipiell ist das schon einmal positiv, denn damit wäre die Bewertung zum IPO deutlich realistischer.

Allerdings hat es WeWork bis heute nicht geschafft einen Gewinn auszuweisen, arbeitet also schon seit mehr als neun Jahren (die Gründung erfolgte im Jahr 2010) defizitär. Die Frage ist, ob angesichts dessen ein KUV 2019e von circa sechs (bei einem kolportierten Jahresumsatz 2019e von circa 3,3 Mrd. US-Dollar läge das KUV 2019e bei einem Börsenwert von 20 Mrd. US-Dollar bei circa sechs) als angemessen bezeichnet werden kann? Ich habe da so meine Zweifel – und würde deshalb zum abwarten raten!

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