Voltabox mit Halbjahreszahlen: Kein Grund zum Feiern!

von (sh)  /   21. August 2019, 8:39  /   unter Small Caps, Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Erst vor wenigen Tagen senkten sowohl die Muttergesellschaft Paragon als auch die Tochter Voltabox (WKN: A2E4LE) ihre Umsatz- und Gewinnprognosen für 2019e drastisch (wir berichteten). Heute früh nun hat Voltabox seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Schaut man sich diese an, so wirken selbst die neuen, deutlich abgesenkten Prognosen, zumindest bei Voltabox, sehr ambitioniert. Aber schauen wir uns die vorgelegten Halbjahreszahlen zunächst einmal im Detail an, so dass Sie am Ende vielleicht sogar selbst beurteilen können wie Sie die Lage beurteilen.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2019 jedenfalls erzielte Voltabox ein Umsatzwachstum um +77% auf 32,1 Mio. Euro (nach 18,1 Mio. Euro im Vorjahr). Zugleich sank der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 1,7 Mio. Euro auf nur noch 0,4 Mio. Euro. In der Folge rutschte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ins negative Terrain, so dass hier am Ende ein Minus von -3,6 Mio. Euro zu verzeichnen war. So weit zunächst einmal die heute früh vorgelegten Fakten.

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Nun zurück zu den erst kürzlich abgesenkten Prognosen des Managements. Demnach erwartet der Vorstand von Voltabox im laufenden Geschäftsjahr 2019 am Ende einen Jahresumsatz zwischen 70 und 80 Mio. Euro (arithmetisches Mittel: 75 Mio. Euro) sowie ein EBIT zwischen -5,6 und -7,2 Mio. Euro (arithmetisches Mittel: -6,4 Mio. Euro). Dies jedoch vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen – eigenen Aussagen zufolge – ein Kostensenkungsprogramm aufgelegt hat und sich zukünftig stärker auf margenstarke Bereiche konzentrieren möchte.

Rückkehr in die Gewinnzone schon im kommenden Jahr (2020) geplant

Auf Basis der vorgelegten Halbjahreszahlen wird CEO Jürgen Pampel mit den Worten, dass man im ersten Halbjahr in einem schwachen Marktumfeld weiter wachsen und neue Kunden hinzugewinnen konnte, zitiert. Darüber hinaus betont der CEO, dass zuletzt temporäre Effekte die Profitabilität belastet hätten. In der Folge habe man nun Maßnahmen ergriffen, um die eigenen Kostenstrukturen zu verbessern.

Darüber hinaus wolle sich Voltabox zukünftig stärker auf Bereiche konzentrieren, mit denen sich das operative Ergebnis wieder steigern lasse. Letztlich zeigt sich der CEO daher auch überzeugt, dass man mit den eingeleiteten Maßnahmen im kommenden Jahr (2020) wieder nachhaltig in die Gewinnzone zurückkehren werde. Dieser Optimismus in allen Ehren, aber ich persönlich halte dies für keineswegs so sicher. Doch dazu gleich noch etwas mehr.

Zunächst einmal möchte ich mich auf das laufende Geschäftsjahr 2019 fokussieren. Denn hier benötigt Voltabox im zweiten Halbjahr mindestens einen Umsatz in Höhe von 37,9 Mio. Euro bei einem EBIT von -3,6 Mio. Euro um nur das untere Ende der eigenen neuen Prognosen zu erreichen. Grundsätzlich läuft das zweite Halbjahr bei der Gesellschaft in der Regel zwar stets besser als das erste. Aber was, wenn die Marktschwäche anhalten sollte?

Hat sich und seinem Unternehmen immer noch ambitionierte Ziele gesteckt: Voltabox CEO Jürgen Pampel

Prognosen dürften am Ende knapp erfüllt werden, aber…

Konkret kalkuliere ich im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2019 mit einem Umsatz von knapp 40 Mio. Euro bei einem EBIT von -2,9 Mio. Euro. Demnach würde im Gesamtjahr 2019 ein Jahresumsatz von 72,0 Mio. Euro bei einem EBIT von -6,25 Mio. Euro (EBIT-Marge: -8,7%). Damit läge Voltabox letztlich knapp innerhalb des eigenen Zielkorridors, jedoch wohl unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen (da Analysten in der Regel das arithmetische Mittel der Unternehmensprognosen veranschlagen).

Im kommenden Geschäftsjahr 2020e kalkuliere ich sodann mit einem Jahresumsatz von 90 Mio. Euro (+25%) sowie einem EBIT von 2,25 Mio. Euro (EBIT-Marge: 2,5%). Insofern vertraue ich dem Management mal, obwohl man die Anleger zuletzt massiv enttäuscht hat. Sollte es jedoch weitere Hiobsbotschaften geben und selbst diese Prognosen tatsächlich noch zu ambitioniert sein, bliebe der Gesellschaft wohl keine andere Wahl als die Führungsetage komplett auszutauschen.

Soll für die Probleme zuletzt stark mitverantwortlich sein, die US-Tochter Voltabox of Texas Inc.

Fazit: Kurzfristige Gegenbewegung zum Verkauf nutzen!

Nach dem Kursmassaker zuletzt weist die Aktie (bei einem aktuellen Aktienkurs von ca. 6,00 Euro) eine Marktkapitalisierung von ca. 95 Mio. Euro auf. Demgegenüber steht wohl ein Jahresumsatz von 72,0 Mio. Euro in 2019e und 90,0 Mio. Euro in 2020e. Während in 2019e noch ein EBIT-Verlust von -6,25 Mio. Euro stehen dürfte, sollte im kommenden Geschäftsjahr 2020e ein positives EBIT von 2,25 Mio. Euro erzielt werden.

Somit weist die Aktie ein KUV 2020e von knapp eins sowie ein KGV 2020e von ca. 65 auf. Dies halte ich für die Aktie eines zuletzt schlecht performenden Unternehmens nach wie vor für nicht sonderlich günstig. Die Aktie mag kurzfristig, aufgrund des Crashs zuletzt, durchaus eine kleine Gegenbewegung in Richtung 7,50 Euro hinlegen können. Zu Kursen um oder über 7,50 Euro würde ich jedoch spätestens verkaufen!

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