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Sascha / 15.05.20 / 13:09

Varta: Tolle Quartalszahlen, aber...

Gestern erst habe ich hier auf sharedeals.de vor der Aktie des Batterieherstellers Varta (WKN: A0TGJ5) "gewarnt". Heute nun kommt das Unternehmen mit tollen Quartalszahlen heraus, so dass die Aktie deutlich zulegen kann.

Dennoch stehe ich unverändert zu dem, was ich gestern geschrieben habe. Aber schauen wir uns zunächst einmal die heute vorgelegten Quartalszahlen an. Demnach erzielte Varta im ersten Quartal einen Umsatz in Höhe von 198,5 Millionen Euro sowie einen bereinigten operativen Gewinn in Höhe von 51,7 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben so 24,5 Millionen Euro hängen.

Beeindruckendes Wachstum, aber nicht rein organisch!

Somit stieg der Quartalsumsatz gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal um sage und schreibe +170,3% sowie das bereinigte EBITDA sogar um +197,0%. Die um 2,3 Prozent auf 26,0% verbesserte EBITDA-Marge sorgte also für ein überproportionales Gewinnwachstum in Relation zum Umsatzwachstum. So weit, so gut, auch wenn das rein organische Umsatzwachstum bei „nur“ +68,2% und das rein organische Gewinnwachstum „nur“ bei +135,0% gelegen hätte.

Der Rest waren positive Auswirkungen der Übernahme der Varta Consumer Batteries vom US-Wettbewerber Energizer. Aufgrund der hervorragenden Quartalszahlen, die kaum einen negativen Einfluss der Covid-19-Pandemie erkennen lassen, bestätigte der Vorstand um CEO Herbert Schein denn auch die eigenen Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr 2020 nochmals.

Alles gut? Das sehe nicht nur ich anders!

Demnach erwartet Varta einen Konzern-Umsatz zwischen 780 und 800 Millionen Euro bei einem Konzern-EBITDA zwischen 175 und 185 Millionen Euro. Das liest sich auf den ersten Blick zwar gut, wirft aber durchaus Fragen auf. Denn wenn das erste Quartal so deutlich über den Erwartungen ausfiel, warum bleibt das Management dann bei den bisherigen Prognosen und erhöht diese nicht?

Diese Frage stelle nicht nur ich, sondern auch weiterhin der Commerzbank-Analyst Stephan Klepp. Dieser hatte schon zu Jahresanfang mit einer negativen Einschätzung für einen Kursrutsch der Aktie gesorgt und sieht die damals genannten Risikofaktoren unverändert. So gebe es unverändert Druck von Seiten asiatischer Konkurrenten und eine (zu) hohe Abhängigkeit vom Großkunden Apple, weshalb er bei seinem Anlagevotum "Reduce" bleibt.

Neben den ja gestern auch von mir thematisierten fundamentalen Schwierigkeiten mit der asiatischen Billigkonkurrenz sieht es jedoch auch charttechnisch unverändert kritisch aus. So versuchte die Aktie heute zwar den charttechnischen Ausbruch über die Marke von 80 Euro, der zu einem Kaufsignal mit Kursziel 95 bis 100 Euro geführt hätte. Aktuell jedoch scheint sie diesen zum wiederholten Male nicht nachhaltig zu schaffen.

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