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Varta-Aktie: Nach E-Mobility-Paukenschlag zugreifen?

Simon Ruic / 30.09.22 / 12:54

Nach der einkassierten Jahresprognose und dem krassen Absturz der Varta-Aktie (WKN: A0TGJ5) folgte am Donnerstagnachmittag der nächste Paukenschlag: Der Batteriehersteller gibt neue Pläne für sein E-Mobility-Geschäft und einen Vorstandswechsel bekannt. Der MDAX-Titel weitete daraufhin gestern seine Verluste um knapp -11% aus, heute notiert der Kurs nahezu unverändert bei 29,19 €. Aus der Konstellation ergibt sich eine interessante Trading-Idee.

Der Batteriehersteller Varta aus dem baden-württembergischen Ellwangen hat sich in den vergangenen 15 Jahren einen Marktführerstatus im Hörgerät-Segment erarbeitet und nutzt seine Erfahrung mit Mikrobatterien bei den derzeit beliebten kabellosen Kopfhörern. Zum Kundenkreis gehören auch die Tech-Giganten Apple und Samsung. An der Börse hat das Unternehmen derzeit einen Wert von 1,32 Milliarden €.

Vorstandswechsel und Bündelung des E-Mobilitäts-Geschäfts

Der Ellwanger Batteriehersteller kommt derzeit nicht zur Ruhe. Nachdem das Unternehmen vor einer Woche seine Jahresprognose komplett einkassiert hat und die Aktie seitdem um die Hälfte eingebrochen ist, meldete es am Donnerstagnachmittag den nächsten Nachrichten-Hammer:

Vorstandchef Herbert Schein legt demnach mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Der Grund ist laut der Varta-Mitteilung der Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs. Der 57-Jährige wird sich den Angaben nach nun voll an die E-Mobility- und Batterybacks-Aktivitäten konzentrieren, die künftig in einer eigenen Gesellschaft namens V4Drive SE gebündelt werden sollen.

Bis Ende des Jahres bleibt Schein jedoch noch im Vorstand der Varta AG. Die Position des Vorstandssprechers werde Markus Hackstein übernehmen, hieß es. Der Führungsebene soll dabei künftig aus drei Personen bestehen. Armin Hessenberger bleibt Finanzchef, Rainer Hald CTO. Die personellen Veränderungen sind dem Vernehmen nach schon länger geplant gewesen.

Vom Aufsichtsratsvorsitzender Michael Tojner gibt es zum Abschied warme Worte:

Herbert Schein ist ein international renommierter Technologieexperte und hat in seinen knapp drei Jahrzehnten bei Varta mehrfach bewiesen, dass er neue Geschäftsbereiche erschließen und bis zur Marktführerschaft entwickeln kann.

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Was können die V4Drive-Zellen wirklich?

Lange hat sich der MDAX-Konzern mit Updates zu seinem E-Mobility-Projekt zurückgehalten. Nun das: Eine eigene Aktiengesellschaft für das Geschäft mit den großformatigen V4Drive-Zellen für die Autoindustrie – und der scheidende Varta-Vorstand Schein soll diese Aktivitäten nun „in neuen Strukturen weltweit aufsetzen“.

Bis zur Umsetzung dieser Pläne dürfte es jedoch noch eine Weile dauern, während die Kosten für das Projekt die Margen des Batterieherstellers weiter stark belasten. Dabei ist Varta bislang den Beweis schuldig geblieben, ob seine Großzellen tatsächlich auch für den kompletten Antrieb eines vollelektrischen Fahrzeugs geeignet sind. In den bisher bekannten Pilotprojekten diente das Produkt der Ellwanger nur als sogenannter Booster für Verbrenner, um die kurzfristige Beschleunigung zu verbessern.

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Chance für einen Trade?

Eine Vielzahl von institutionellen Leerverkäufer ist daher skeptisch hinsichtlich der E-Mobility-Pläne des Unternehmens und wettet auf ein Scheitern des Projekts. Durch das jüngste Eingeständnis des Managements, seine Finanzziele in diesem Jahr nicht mehr erreichen zu können, dürften sich die Shortseller bestätigt fühlen.

Nach dem kolossalen Kurssturz und der geplanten Ausgliederung der E-Mobilitäts-Sparte könnte es nun sein, dass die shortenden Hedgefonds erhebliche Gewinnmitnahmen in Form von Rückkäufen realisieren. Risikoaffine Trader können es daher mit einer kurzfristigen Long-Wette probieren.

Ich persönlich jedenfalls werde bei der Varta-Aktie aber an der Seitenlinie verharren, da das Papier wohl bis auf weiteres ein Spielball von Leerverkäufern und organisierten Privatanlegern bleiben wird.

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