Valeant: Wer ist der Mann, der 5 Milliarden Dollar Verlust erlitt?

von Redaktion  /   15. März 2017, 11:26  /   unter Small Caps, Technologie-Aktien  /   Keine Kommentare

Valeant Pharmaceuticals (WKN: A1C6JH) befindet sich seit zwei Jahren in einem steilen Abwärtstrend und wurde von Analysten schon als Enron der Pharmabranche bezeichnet. Nun warf einer der größten Freunde und Unterstützer des Pharmakonzerns, die letzte Hoffnung der übrig gebliebenen Anleger, sein Handtuch.

Ein unrühmliches Kapitel des Hedgefondsmanagers Bill Ackman fand diese Woche sein jähes Ende. Jahrelang hatte der schillernde Star der Hedgefonds-Branche mit seinem Fonds Pershing Square Capital Riesensummen auf Valeant gesetzt und verloren! Der Konzern steht mehr denn je vor einer mehr als ungewissen Zukunft.

Bill Ackman verlor 94% mit seinen Valeant-Aktien

Zuletzt veröffentlichten wir am 10. Januar diesen Artikel, mit unserer seit länger bestehenden negativen Einschätzung zu Valeant. Teilweise wurden wir für unsere kritische Haltung scharf angegriffen. Doch der Markt hat unseren Pessimismus wieder einmal bestätigt. Am 10. Januar kostete die Valeant-Aktie noch 15 Euro, heute steht sie mit 10 Euro mehr als 30% tiefer. Allein am gestrigen Handelstag verlor die Aktie noch einmal 10% an Wert.

Die wichtige News, welche die Aktien noch einmal drückte, bestand darin, dass Bill Ackman insgesamt 27,2 Mio. Valeant-Aktien verkaufte. Diese stammen von seinen verwalteten Fonds und knapp 9 Mio. eigenen Anteilen.

Ackman hatte damals, nach Angaben von CNBC, 196 US$ für einen Valeant-Anteil bezahlt und erlöste jetzt nur noch knapp über 11 US$. Der Rückgang beträgt damit insgesamt 94,4%.

Dieser Verlust wurde vor allem dadurch verstärkt, dass Ackman seinen früh erkennbaren Fehler nicht eingestehen wollte. Selbst als die Analysten von Citron Research die finanzielle Gesundheit und das Vertriebsgebaren von Valeant im Oktober 2015 massiv angriffen und die Aktie sogar als Enron der Pharmaindustrie bezeichneten (Hier finden Sie die damalige Analyse als PDF), blieb Ackman gelassen und verdoppelte sogar noch einmal seine Position, als die Aktie noch mehr als 100 US$ kostete.

Alles in allem dürfte Ackman mit diesem Investment 5 Mrd. US$ an eigenem Geld sowie das seiner Investoren verspielt haben.

Mit dem Valeant-Debakel endete die Erfolgsserie des bis dahin fantastisch erfolgreichen Hedgefonds. Wobei er mit einem Anstieg von 500% seit Auflage noch immer deutlich besser als der Markt liegt, denn der S&P 500 stieg im gleichen Zeitraum nur 163%.

Aktie nur für Zocker

Valeant hatte seine Gewinne über Jahre hinweg mit Hilfe von Firmenübernahmen aufgepumpt und für diese Käufe offenbar zu wenig abgeschrieben. Besonders der 2015 erfolgte Kauf von Salix für 15 Mrd. US$ inklusive Schulden wirft weiter Fragen auf. Die Übernahme wurde in erheblichem Maße mit Krediten finanziert, die nun Valeant selbst in den Abgrund reißen könnten. Im letzten November mussten 1 Mrd. US$ auf den Wert von Salix abgeschrieben werden.

Die Zukunft von Salix ist vor allem mit dem Medikament Xifaxan verbunden, welche das Reizdarmsyndrom behandeln.

Ein Weiterverkauf von Salix an Takeda in Japan scheiterte und die Umsätze fielen zuletzt ebenfalls relativ schwach aus. Doch Veleant setzt jetzt seine ganze Hoffnung auf einen aggressiven Turnaround bei Salix und erhöhte die Mitarbeiter im Vertriebsteam um 40%.

Ohne die große Unterstützung von Bill Ackman dürfte jedoch eine Refinanzierung der Anleihen und Kredite, im Umfang von 30 Mrd. US$, nur unter erheblichen Zugeständnissen von Aktionärsseite möglich sein. Bevor die Refinanzierung nicht erfolgt ist, bleibt die Aktie nur etwas für Zocker.

Es gibt aber einen gewissen Zeitvorteil. Die großen Kreditbeträge werden erst 2022 fällig und Valeant versucht gerade die Investoren einiger kleinerer und im nächsten Jahr fälligen Anleihen für die Zustimmung einer Verlängerung bis 2022 zu motivieren.

Von Anleiheninvestoren sieht man darum keine große Panik. Der im April 2022 fällige Term F Loan wird aktuell bei knapp über 100% gehandelt. Anleihenbesitzer erhalten für ihr Risiko 425 Basispunkte (4,25% mehr) Aufschlag auf den LIBOR-Zinssatz.

Gleichwohl bleibt die besagte Anleihe von Valeant eine klassische Ramschanleihe, auch wenn sie im Fachjargon als Hochzinsanleihe betitelt wird.

Eine Investition drängt sich weiterhin weder bei der Aktie auf, noch bei den Anleihen.

SD-Leser profitieren von reihenweise Biotech-Highflyern

Während der Valeant-Kurs zuletzt wie erwartet weiter abbröckelte, haben SD-Leser auch in den letzten Wochen wieder von einer Vielzahl an Kursvervielfachern im Biotech-Sektor profitieren können. Nach 100% Kursgewinn mit den Aktien von OncoGenex und CombiMatrix, entwickelt sich auch Nivalis Therapeutics mit einem Plus von zwischenzeitlich mehr als 50% im Vergleich zum Vormonat genau wie von uns vermutet.

Auch wenn es hier gestern mit einem rekordverdächtigen Handelsvolumen schon heiß herging, steht der ganz große Knall erst noch aus. Nutzen Sie unbedingt täglich unseren Live Chat, um keine Kursrakete zu verpassen!

Interessenkonflikt
Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des hier besprochenen Unternehmens Nivalis Therapeutics und hat die Absicht, diese – auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss und weitere Hinweise gemäß §34b Abs. 1 WpHG in Verbindung mit FinAnV (Deutschland) unter: sharedeals.de/haftungsausschluss.

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