Valeant mit wichtigen News, doch Kursexplosion nur Strohfeuer!

Marc Rendenbach
10.01.17 um 11:01

Die Aktie des kanadischen Pharmakonzerns Valeant Pharmaceuticals (WKN: A1C6JH) gewinnt heute Morgen im deutschen Handel massiv hinzu. Rund 20% Kursgewinn stehen zu Buche. Valeant konnte in den letzten Stunden gleich zwei bedeutende News vermelden. Doch wirklich gerechtfertigt ist ein hoher Kursanstieg nicht.

Das stark angeschlagene und unter einem riesigen Schuldenberg von über 30 Milliarden USD leidende Unternehmen gab bekannt, seine Dendreon-Beteiligung an die chinesische Sanpower Group zu verkaufen - für 818,9 Millionen USD. Valeant hatte die Dendreon-Assets erst 2015 für 495 Millionen USD aus der Insolvenzmasse übernommen. Dendreon ist durch sein Arzneimittel Provenge zur Behandlung von Prostatakrebs vielen Branchenkennern ein Begriff.

Darüber hinaus wurde wenig später bekannt, dass Valeant eine Reihe seiner Skicare-Marken für 1,3 Millionen USD an den Kosmetikriesen L'Oreal veräußert. Beide Deals spülen dringend benötigte Liquidität in die Valeant-Kasse, sind aber höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein. CEO Joseph Papa versucht unter Hochdruck, den Konzern zu restrukturieren, Schulden abzubauen und verlorengeganenes Investorenvertrauen zurückzugewinnen. So sollen auch die neuen Einnahmen vorwiegend dazu dienen, alte Kredite zurückzuführen.

Bescheidene Aussichten

Die jüngsten Meldungen kommen nicht überraschend, da Valeant bereits im August ankündigte, Assets im Wert von circa 8 Milliarden USD abgeben zu wollen, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen. Auch wenn die Deals mit Sanpower und L'Oreal möglicherweise sogar Buchgewinne heben, dürfte weiterer Abschreibungsbedarf schlussendlich doch das gesamte Eigenkapital aufzehren. Spätestens dann wäre eine Marktkapitalisierung von aktuell über 6 Milliarden USD längst nicht mehr zu rechtfertigen und Aktionäre müssten sogar befürchten, am Ende komplett leer auszugehen.

Update 12.30 Uhr
Aktuell läuft eine weitere News bezüglich einer positiven Bestätigungsstudie für den Medikamentenkandidaten IDP-118 zur Behandlung von Schuppenflechte über die Ticker. Auch diese Meldung dürfte höchstens nur kurzfristige Impulse mit sich bringen.

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