Administrator / 13.04.11 / 11:55

Und es hat Boom gemacht ...

Die Aktie von Vegas77 steigt und steigt. Wie an der Schnur nach oben gezogen sieht er aus, der Kurs. Das kann doch eigentlich nur so weitergehen, hm? Dann lieber heute noch rein? ... Ok, bin drin! Da habe ich wohl ne echte Perle entdeckt! Fairerweise muss ich sagen: Dem netten Herrn XY von "1000% in zwei Wochen" habe ich es zu verdanken. Völlig kostenlos hat er mir diesen Tipp per E-Mail geschickt ... Was ist nun los? Spinnt meine Kursanzeige oder was? Minus 75% bei meiner Wunderaktie??? Welcher Idiot verkauft hier die Zukunft? Naja, zum Glück hat mich Herr XY für dieses Szenario schon vorgewarnt und mir geraten, im unwahrscheinlichen Falle eines Kurssturzes nicht in Panik zu verfallen. Stattdessen soll ich kräftig nachkaufen und so von den schnell wieder steigenden Kursen gleich doppelt profitieren. Gesagt, getan!

Und nun zu den Fakten: Die Vegas77 Entertainment SE (WKN: A1C8PY), laut eigenen Angaben eine Beteiligungsgesellschaft  im boomenden Online-Glücksspielsektor, ist kürzlich aus der Vorratsgesellschaft Curcho Capital SE entstanden. Nach einer Kapitalerhöhung beträgt die Anzahl an Aktien 1,77 Millionen. Bei einem aktuellen Börsenkurs von fast 30 Euro kommt eine Unternehmensbewertung von rund 53 Millionen Euro zustande! Innerhalb weniger Wochen hat sich der Kurs im Zuge unzähliger Veröffentlichungen diverser "Börsenbriefe" bereits vervielfacht. Aussagekräftige Geschäftsberichte oder wenigstens Finanzkennzahlen des Unternehmens existieren für die Öffentlichkeit nicht.

Das Glücksspiel mit Vegas77 könnte schon sehr bald ein übles Ende für Investierte finden. Unzählige Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, welche Strategie die Macher zumeist verfolgen. So werden in der Regel Vorstände und "Pusher"-Freunde mit massenweise neu emittierten Aktien beglückt, bevor deren Kurs dann gezielt nach oben getrieben wird. Ab einem bestimmten Punkt beginnt der Abverkauf in großen Tranchen. Zwischenzeitlich hoffen die Initiatoren selbstverständlich auf Kurserholungen, um ihren durchschnittlichen Verkaufspreis zu optimieren. Ein besonders krasses Beispiel unter vielen ist die Univerma AG (WKN: A0V9MF), deren Aktienkurs innerhalb kurzer Zeit um über 98% absackte.

Erklärung nach § 34b Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes
Die Autoren erklären, dass sie im Besitz von Finanzinstrumenten sein könnten, auf die sich die hier publizierten Beiträge beziehen. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes.

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