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Steinhoff: Starke Zahlen, aber das besorgt Anleger

Simon Ruic / 30.08.22 / 12:44

Am Montag hat Steinhoff (WKN: A14XB9) neue Geschäftszahlen vorgelegt, die Hoffnung machen, dass bei dem hochverschuldeten Konzern in wenigen Jahren wieder Gewinne sprudeln könnten. An der Stuttgarter Börse sackt das Papier heute dennoch um knapp -3% auf 0,1376 € ab. Anleger sind offenbar in Sorge, weil das Management auf neue Herausforderungen für den Abbau seines Schuldenbergs hinweist.

Die Steinhoff International Holding ist ein weltweit tätiger Einzelhandelskonzern mit Sitz in Amsterdam und operativer Zentrale in der südafrikanischen Metropole Johannesburg. Das 1964 vom deutschen Unternehmer Bruno Steinhoff gegründete Unternehmen beschäftigt rund 100.000 Mitarbeiter und war gemessen am Umsatz zeitweise der zweitgrößte Möbelhändler Europas. Der Börsenwert des Unternehmens ist derzeit auf gut 600 Millionen € taxiert.

Starke Geschäftsentwicklung bei fast allen Beteiligungen

Gestern hat Steinhoff, dessen Geschäftsjahr im September endet, neue vorläufige Zahlen vorgelegt für die 9 Monate bis zum 30. Juni. Wie schon die Berichte der börsennotierten Tochtergesellschaften Pepco und Pepkor macht das Finanz-Update deutlich, dass es für den hochverschuldeten Mutterkonzern operativ in die richtige Richtung geht.

So kletterte der Umsatz zwischen Oktober 2021 und Juni 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um +12% auf 7,76 Milliarden €. Als Wachstumslokomotive erwies sich dabei wieder einmal die vor allem in Osteuropa präsente Niedrigpreis-Kette Pepco Group, deren Einnahmen in dem Dreivierteljahr um +18% auf 3,58 Milliarden € angestiegen sind.

Die südafrikanische Einzelhandels-Tochter Pepkor trug mit Erlöszuwächsen von +9% auf 3,65 Milliarden € ebenfalls stark zum Steinhoff-Wachstum bei. Die australische Möbelmarke Greenlit Brands verzeichnete hingegen ein leichtes Umsatzminus von -1% auf 525 Millionen €.

Hinzu kommt die at Equity bilanzierte Beteiligung am US-Matratzenhändler Mattress Firm, die bei den Einnahmen um +10% auf 2,9 Milliarden € ebenfalls kräftig zulegte, wobei dies hauptsächlich der starken US-Dollar-Entwicklung geschuldet war. Währungsbereinigt betrug das Plus rund 2%.

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Neue Zinssorgen des Managements

Auch wenn der operative Fortschritt eine schöne Momentaufnahme für Steinhoff ist, lastet weiterhin ein Schuldenberg von 10 Milliarden € auf dem Unternehmen. Der Management macht gleich zu Beginn seines Geschäftsberichts deutlich, dass die Umstrukturierung der Verbindlichkeiten in Hinblick auf eine Laufzeit-Verlängerung weiterhin allerhöchste Priorität hat.

Herausfordernd ist demnach nicht nur die Größenordnung der Schulden, sondern ebenso ihre Komplexität: Sie sind in verschiedene Klassen aufgeteilt mit jeweils unterschiedlichen Rechten und Pflichten, die überwiegend von Investoren gehalten werden, die sich auf notleidende Kredite konzentrieren. Die einleitenden Sätze des Finanz-Updates weisen zudem auf die steigenden Zinssätze im Zuge der Inflationsaussichten hin, die die Kreditmärkte noch schwieriger gemacht haben.

Noch ein sehr weiter Weg

Mit dem rechtsgültigen Vergleich im Schadenersatzprozess aus dem Frühjahr hat Steinhoff die Chance auf einen Neuanfang bekommen. Angesichts der aktuellen makroökonomischen Herausforderungen könnte es jedoch viele Jahre dauern, bis der einstige Vorzeigekonzern nicht mehr existenzbedroht ist und zu altem Glanz zurückkehren kann.

Ernsthafte Investoren sollten sich meiner Meinung nach daher weiterhin anderweitig umsehen. Für Börsen-Zocker hingegen wird Steinhoff wohl noch länger ein beliebtes Vehikel bleiben.

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