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/ 14.03.19 / 10:17

SAP – im Kampf gegen Oracle und Salesforce.com

Ich habe an dieser Stelle erst kürzlich ausführlich über die Aktie von Salesforce.com geschrieben. Dabei berichtete ich darüber, wie sich SAP  (WKN: 716460) bisher sehr gut gegen den großen Konkurrenten Oracle behaupten konnte. Darüber hinaus wies ich jedoch auch daraufhin, dass der Konzern in seinem Kampf gegen Oracle aufpassen muss, dass Salesforce.com nicht vorbei zieht – und zwar sowohl an Oracle wie auch an SAP.

Wer meinen entsprechenden Artikel gelesen hat, weiß, dass ich persönlich davon ausgehe, dass am Ende sowohl Salesforce.com als auch SAP an Oracle vorbei ziehen werden. Zugleich gehe ich jedoch ebenfalls davon aus, dass Salesforce.com zur Nummer 1 der Branche mutieren wird. Wenn SAP also am Ende nur die Nummer 2 sein sollte, ist die Aktie denn dann wirklich eine gute Investition?

Gemäß keinem Geringeren als Warren Buffett ergibt es keinen Sinn die zweitbeste Aktie einer Branche zu kaufen, wenn man doch die beste Aktie haben kann. Dies würde natürlich eigentlich dagegen sprechen. Nur darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass es ja nur meine persönliche Einschätzung ist, dass Salesforce.com das beste Unternehmen und damit die beste Aktie ist. Ferner muss man sich natürlich auch mal die Bewertung anschauen. Legen wir los!

Fünf ehemalige IBM-Programmierer gründen einen Weltkonzern

Die fünf vormaligen IBM-Mitarbeiter Claus Wellenreuther, Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector, Hasso Plattner und Klaus Tschira gründeten im Jahr 1972 die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung GbR. Ihr Unternehmen entwickelte dabei Programme zur Buchhaltung und Lohnabrechnung per Großrechner. Die Eingabe der Daten sollte dabei über den Bildschirm erfolgen und nicht etwa mit Hilfe von Lochkarten, wie es seinerzeit noch üblich war.

Erster Kunde wurden das Nylonfaserwerk von Imperial Chemical Industries (ICI), so dass die erste Version der Software in deren Rechenzentrum entwickelt wurde. Allerdings war die Software von Anfang an als Standardsoftware konzipiert, so dass man sie weiteren Unternehmen anbieten konnte. 1976 entstand dann die SAP GmbH Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung, die ab 1977 in Walldorf ansässig war.

SAP-Mitgründer Dietmar Hopp (hält aktuell noch 5,52% des Aktienkapitals)

Ab 1980 verfügte man dann auch endlich über ein unternehmenseigenes Rechenzentrum. Zu dieser Zeit verabschiedete sich Mitgründer Claus Wellenreuther aus der Firma. Erst 1981 wurde dann die vormalige GbR aufgelöst und deren Rechte auf die GmbH übertragen. Und ja, Sie haben richtig gelesen: Der heute weltbekannte Markenname SAP steht im Prinzip für Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung!

Die Zukunft der Branche Unternehmenssoftware

So weit zur Geschichte von SAP. Doch wichtiger als die Vergangenheit ist, gerade zur Bewertung einer Aktie, natürlich die Zukunft. Um diese jedoch abschätzen zu können, müssen wir erst einmal eine Vision entwickeln, wie diese Branche in Zukunft aussehen wird. Gut, dass dies die Anleger an der Börse schon getan haben. So steht für die Experten fest, dass die Zukunft im sogenannten Software-as-a-Service (SaaS) Konzept liegt, auf das Salesforce.com als erstes Unternehmen setzte. Doch was ist an der Vermietung von Softwarelösungen über das Internet eigentlich so toll?

Nun, es bietet sowohl für die Anbieter als auch die Kunden viele Vorteile. So generieren die Anbieter durch die Vermietung der Software viel regelmäßigere Einnahmeströme, die man zuvor im Lizenzgeschäft so nicht kannte. Trotzdem bleibt das Geschäft mit Software jedoch hoch skalierbar. Aber auch die Kunden sparen eine Menge Geld. Denn da Fehler (Bugs) zentral behoben werden respektive Updates zentral aufgespielt werden können, sparen sich die Kunden viele hochqualifizierte und damit teure Mitarbeiter in ihren IT-Abteilungen.

Aus diesen Gründen lieben Investoren zurzeit solche Software-a-as-Service (SaaS) respektive Platform-as-a-Service (PaaS) Unternehmen wie eben Salesforce.com. Dies kann man dann auch an der Entwicklung der Aktienkurse von Unternehmen wie ServiceNow, Twilio oder Workday ablesen, die zuletzt allesamt durch die Decke gingen. Gerade weil Salesforce.com in dieser Beziehung der absolute Vorreiter war und ist, sehe ich die Aktie auch so positiv. Aber inzwischen hat eben auch SAP nachgezogen und wächst stark in der Cloud.

Umsatz- und Gewinnentwicklung: die Cloud ist am wichtigsten!

Wirft man mal einen Blick in die Bilanzen von Oracle, Salesforce.com und SAP, so stellt man auf den ersten Blick fest, dass es sich um drei kerngesunde Unternehmen handelt. Denn bei allen drei übertreffen die Assets die Schulden deutlich. Doch wie sieht die Umsatz- und Gewinnentwicklung aus? Nun, Oracle erzielte 2018 einen Jahresumsatz von ca. 39,83 Mrd. US-Dollar (+5,6%) sowie einen Nettogewinn in Höhe von knapp 3,83 Mrd. US-Dollar (-59%). Allerdings waren Sondereffekte für diesen starken Gewinneinbruch verantwortlich. So erzielte Oracle in der Vergangenheit eigentlich einen Nettogewinn zwischen knapp neun und zehn Milliarden US-Dollar.

Bei Salesforce.com wurde dagegen zuletzt ein Jahresumsatz von knapp 10,5 Mrd. US-Dollar (+24,9%) sowie ein Nettogewinn von rund 127,5 Mio. US-Dollar (-29%) eingefahren. Auch hier gab es Sondereffekte, allerdings war Salesforce bis dato noch nie besonders profitabel. Womit wir bei SAP angekommen wären. SAP erzielte in 2018 einen Jahresumsatz von 24,7 Mrd. Euro (ca. 28,0 Mrd. US-Dollar; +5,1%) sowie einen Nettogewinn von 4,1 Mrd. Euro (4,62 Mrd. US-Dollar; +1,9%). Damit konnte man was das Umsatzwachstum betrifft noch einigermaßen mit Oracle mithalten, die Gewinnentwicklung war jedoch ein wenig enttäuschend.

Allerdings muss hierbei berücksichtigt werden, dass sowohl Oracle als auch SAP noch recht neu ins Cloud-Business eingestiegen sind. Dabei war und ist SAP jedoch deutlich erfolgreicher als der zurzeit noch größte US-amerikanische Konkurrent. Dies liegt auch daran, dass das Management von SAP um CEO Bill McDermott dieses Geschäft bewusst forciert und daher viel Geld investiert. Wie man schon heute sehen kann, zahlt sich dies aus. Daher halte ich auch an meiner Einschätzung fest, dass am Ende Salesforce.com zur Nummer 1 avancieren, SAP aber an Oracle vorbei ziehen wird.

Fundamentale Bewertung und abschließendes Fazit

Auf Basis der vorliegenden Geschäftszahlen für 2018 sowie insbesondere der Prognosen für 2019e weist die Aktie von Oracle ein KUV 2019e von ca. 4,5 sowie ein KGV 2019e von knapp 19 auf. Bei Salesforce.com liegt das KUV 2019e dagegen zwischen sieben und acht sowie das KGV 2019e bei ca. 55. Bleibt noch SAP. Hier liegt das KUV 2019e bei ca. 4,5 sowie das KGV 2019e bei rund 20. Oracle und SAP werden also annähernd gleich hoch bewertet, Salesforce.com dagegen deutlich höher. Damit ist ziemlich klar, dass auch die meisten Anleger meine Einschätzung teilen und Salesforce.com mittel- bis langfristig als Marktführer sehen.

Dies ist jedoch, angesichts der deutlich höheren Bewertung, schon teilweise eingepreist. Salesforce.com muss also abliefern, was ich dem Unternehmen unter Führung von Mark Benioff und Keith Block jedoch zutraue. Dennoch ist die Aktie damit natürlich einen Tick spekulativer. Sollte daher am Ende SAP doch mit Salesforce.com mithalten können, wäre hier ein gewisser Bewertungsaufschlag – insbesondere gegenüber Oracle – gerechtfertigt. Und sollte SAP es sogar schaffen Salesforce.com in die Schranken zu weisen, würde es noch besser aussehen.

Dieses Szenario halte ich gegenwärtig zwar noch für relativ unrealistisch. Eine Bewertung mit einem KGV 2019e zwischen 22 und 23 scheint mir dann aber doch durchaus realistisch zu sein. Dies wiederum würde einer Marktkapitalisierung in Höhe von rund 135 Mrd. Euro respektive knapp 110,00 Euro entsprechen. Dies ist daher auch mein Kursziel auf Sicht der kommenden 12 Monate! Zur Initialzündung käme es dabei, aus rein charttechnischer Sicht, wenn die Aktie es über die jeweils runden Marken von 95,00 sowie anschließend 100,00 Euro schaffen würde.

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