Red Robin Gourmet Burgers: Fastfood-Aktien starten durch!

von (sh)  /   14. Juni 2019, 12:54  /   unter Dividenden-Aktien  /   Keine Kommentare

Der Aufhänger für diesen Artikel war ein Kurssprung der Aktie von Red Robin Gourmet Burgers (WKN: 663749). Vorab möchte ich an dieser Stelle offen legen, dass ich schon lange Jahre Aktionär von McDonald’s bin. Darüber hinaus setze ich jedoch auch kurzfristig auf steigende Kurse bei McDonald’s, denn ich halte zurzeit ein Hebelzertifikat (long) auf diesen Titel. Insofern kann man mir in gewisser Hinsicht natürlich Befangenheit unterstellen.

Auf die Idee zu diesem Artikel bin ich jedoch auf eine ganz andere Art und Weise gekommen, nämlich beim Stöbern durch die aktuelle Tops- und Flops-Liste. Dort stand nämlich ganz oben, mit einem Kursplus von mehr als +30%, eben die Aktie von Red Robin Gourmet Burgers (wenn man mal vom IPO-Highflyer Fiverr absieht). Nun ist mir diese Aktie in den letzten Wochen und Monaten nicht gerade als einer der Topfavoriten in den USA aufgefallen, weshalb mich der Grund für diese Kursexplosion interessierte.

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Und der Grund ist, dass der Großaktionär Vintage Capital Management ein Übernahmeangebot angekündigt hat. Vintage hält bereits ca. 1,5 Mio. Aktien (ca. 11,5% des Aktienkapitals) und kündigte an, im Rahmen einer Offerte, 40,00 US-Dollar je Aktie bieten zu wollen. Dies wäre ein Aufschlag (Premium) von +57% auf den Schlusskurs der Aktie vom vergangenen Mittwoch und würde die Fastfood-Kette mit 519 Mio. US-Dollar bewerten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Management erst kürzlich einen Plan zur Abwehr eines feindlichen Übernahmeangebots implementiert hatte.

Aktie notiert noch immer rund 20% unter geplantem Übernahmepreis

Darüber hinaus erscheint interessant, dass die Aktie „nur“ um gut +30% nach oben sprang und somit aktuell unterhalb von 34,00 US-Dollar notiert. Denn dies liegt rund 20% unter dem von Vintage in Aussicht gestellten Angebotspreis von 40,00 US-Dollar. Vintage machte weiterhin deutlich, dass man den kriselnden Fastfood-Spezialisten gerne komplett übernehmen („Going Private“) und anschließend das Management austauschen möchte.

Wer daher an ein Übernahmeangebot in Höhe von 40,00 US-Dollar je Aktie (noch liegt es ja nicht offiziell vor!) sowie an eine erfolgreiche Übernahme glaubt, kann sich die Aktie derzeit relativ risikolos ins Depot legen. Denn sofern Vintage keinen Rückzieher macht, ist die Aktie nach unten abgesichert. Nach oben besteht hingegen ein Kurspotenzial von rund +20%. Insofern wäre das sogar eine interessante Spekulation für Warren Buffett – wenn das Unternehmen etwas größer wäre!

Angesichts nahender Rezession erscheint die Fastfood-Branche sehr interessant!

Allerdings sollte man – auch wegen einer wohl nahenden Rezession – seinen Fokus als Anleger durchaus mal auf die Fastfood-Branche richten. Schließlich wird in Zeiten einer Rezession gespart. Was gerade in den USA eben auch bedeutet, dass die Menschen verstärkt auf billiges Essen setzen. Ähnlich wie eBay sind daher auch die Fastfoodketten durchaus Profiteure solcher Krisen. Wer es sich als Anleger einfach machen möchte, setzt einfach auf den bzw. die Branchengrößen, die Marktführer.

Da der Weltmarktführer Subway bisher noch nicht börsennotiert ist, sind natürlich in erster Linie McDonald’s, Restaurant Brands International (Burger King, Tim Hortons, Popeyes Louisiana Kitchen) sowie Yum Brands (u.a. KFC, Pizza Hut, Tace Bell) als interessante Bluechips zu nennen. Doch es gibt natürlich noch einige Titel mehr, von denen man den ein oder anderen durchaus als spekulativere Depotbeimischung ins Auge fassen kann und auch sollte. Aus der zweiten Reihe denke ich hier natürlich an Chipotle Mexican Grill, Darden Restaurants oder Domino’s Pizza.

Ein Restaurant der Fastfood-Kette Chipotle Mexican Grill in Orlando, Florida (USA)…

Die dritte Reihe: Aktien für spekulative Anleger

Womit ich in der dritten Reihe und damit den Aktien für eher spekulative Anleger angekommen bin. Hier wären dann Aktien wie Dunkin‘ Brands, Jack in the Box, Papa John’s, Shake Shack, Wendy’s oder auch Wingstop (sowie sicherlich noch einige mehr) zu nennen. Hier muss man jedoch definitiv genauer hinschauen. Denn tut man das nicht, könnte sich die ein oder andere Aktie durchaus als faules Ei im Depot entpuppen. Denn nur, weil ein Unternehmen aus der prinzipiell gut laufenden Fastfood-Branche kommt, laufen die Geschäfte noch nicht automatisch rund.

Schauen Sie sich dazu vielleicht einfach mal die Charts von El Pollo Loco in den USA oder Vapiano in Deutschland an – und Sie wissen sehr schnell was ich meine. Trotzdem sind gerade auch die Aktien aus der zweiten und dritten Reihe oft sehr interessant. Zum Einen, weil hier noch größere Expansionsmöglichkeiten (bspw. Internationalisierung) vorhanden sind, zum Anderen aber auch wegen Sondersituationen oder – siehe Red Robin Gourmet Burgers – möglicher Übernahmen. So wurde in der jüngeren Vergangenheit bspw. auch Buffalo Wild Wings geschluckt.

Spekulationen um Börsengang von Five Guys

Zu guter Letzt halten sich in den USA hartnäckig Gerüchte, dass auch die noch relativ junge Fastfood-Kette Five Guys an die Börse streben könnte. Bisher ist ein solcher IPO jedoch noch nicht angekündigt. Käme es jedoch dazu, wäre sicherlich ein positives Marktumfeld für Aktien der Branche von Vorteil. Aktuell gibt es das – und angesichts einer drohenden Rezession könnte es sogar bald noch besser aussehen.

Aber egal ob es nun zu einem IPO von Five Guys kommen mag oder nicht, sollte man gerade auch als langfristiger Anleger auf jeden Fall einen Teil seines Portfolios in diese Branche investieren. Dies gilt umso mehr, da zurzeit die Stimmung gegenüber solchen Unternehmen eigentlich gar nicht so gut ist. So wird bspw. McDonald’s immer wieder heftig kritisiert – sei es wegen zu fettem und ungesundem Essen, der Förderung von Massentierhaltung oder auch zu viel Verpackungsmüll.

Paradoxerweise scheint die stets in der Kritik stehende Fastfood-Branche gegenwärtig sogar vom Hype um den Börsengang von Beyond Meat profitiert zu haben. Schließlich stellt Beyond Meat ja auch in erster Linie Burger her, wenngleich vergane. Während jedoch Beyond Meat erst einmal unter Beweis stellen muss, dass sie langfristig erfolgreich sein können, haben Konzerne wie McDonald’s, Restaurant Brands International, Yum Brands und Co. dies schon bewiesen.

Ein Restaurant der Fastfood-Kette (Pizza) Papa John’s…

Fazit: Chipotle Mexican Grill und Papa John’s sind meine beiden Favoriten

Chipotle Mexican Grill befand sich zwischenzeitlich in einer ersten größeren Krise, hat diese nun aber überwunden. Aus der zweiten Reihe wäre diese Aktie daher mein Topfavorit, da der Konzern wohl mittel- bis langfristig in die Top-Liga aufsteigen können wird. Mein Topfavorit unter allen genannten Titeln ist jedoch, das wird jetzt sicherlich den ein oder anderen Leser überraschen, die Aktie von Papa John’s.

Denn das Unternehmen steckt, ähnlich wie Chipotle Mexican Grill noch vor einiger Zeit, in einer Krise, aus der es sich jedoch langsam heraus zu arbeiten scheint. Grund für die Krise waren rassistische Äußerungen des Gründers und langjährigen CEOs des Unternehmens („Papa“ John Schnatter), der deshalb inzwischen auch seinen Hut nehmen musste. Das neue Management arbeitet nun am Comeback, das zu gelingen scheint. Zumindest setzen die Anleger an der Börse darauf.

So hat die Aktie nämlich, aus rein charttechnischer Sicht, einen Doppelboden knapp unterhalb der Marke von 40,00 US-Dollar ausgebildet. Ausgehend von diesem Doppelboden versucht sich der Titel nun nach oben abzusetzen und hat dabei immerhin die runde Marke von 50,00 US-Dollar bereits zurückerobern können. Sollte es in den nächsten Wochen auch noch über die Marken von 55,00 und 60,00 US-Dollar gehen, wäre spätestens bis Ende 2020/Mitte 2021 eine Rückkehr zum bisherigen Allzeithoch oder sogar ein Sprung auf neue Allzeithochs denkbar – und das lag einst über 90,00 US-Dollar!

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