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/ 16.04.18 / 16:17

Nordex vor spannendem Richtungsentscheid!

Auch wenn Nordex (WKN: A0D655) weiterhin am laufenden Band Meldungen über neue Aufträge über die Ticker laufen lässt - der Aktie hilft das wenig. Denn was die tatsächlichen Zahlen von Umsatz und Gewinn betrifft, enttäuscht der Windturbinenproduzent ebenfalls am laufenden Band.

Während einschlägige Analysten die Aktie noch vor Kurzem in den Börsenhimmel hoben, fiel der Titel zuletzt auf ein 4-Jahres-Tief und tauchte zeitweise sogar unter die 7-Euro-Marke ab. Wir erinnern uns auch vor allem an Goldman Sachs und die Commerzbank, die mit Kurszielen von jeweils jenseits der 30 Euro zu den Gipfelstürmern gehörten.

Hoch gejubelt, tief gefallen

Wie schnell sich die Zeiten ändern. Einst Liebling von Goldman Sachs und mit einem Kursziel von 38 Euro ausgestattet, schaffte es das TecDax-gelistete Unternehmen sogar auf die "Conviction Buy"-Liste der Goldmänner. Knapp 1 1/2 Jahre später wurde der "faire Wert" von 38 Euro um 86% (!) auf zwischenzeitlich 5 Euro degradiert.

Auch der Ton hat sich geändert und so spricht Goldman-Analyst Manuel Losa beim einstigen Überzeugungs-Kauf nun von dem am "schlechtesten positionierten Windkraftanlagen-Hersteller" unter den von ihm gecoverten Unternehmen der Branche.

Warnern und Value-Profis, die den Titel ambitioniert bewertet sahen, wurde damals jedenfalls keine Beachtung geschenkt.

SD sah das Schlamassel voraus

Im Gegensatz zur breiten Masse an euphorischen Analysten und Medien hatte sharedeals.de bereits vor 1 1/2 Jahren schwarz für die Nordex-Aktie gesehen:

Wir können nach wie vor, auf Sicht der nächsten zwei Jahre, nur wenige Wachstumstreiber ausmachen.

Ausschlaggebend für den anschließenden Kursrückgang waren signifikante Umsatz- und Ergebnisrückgänge, die dadurch garniert wurden, dass Ex-CEO Lars Bondo Krogsgaard auch die Prognosen im Vorfeld noch kassierte.

Die Zahlen belegen, dass Nordex 2017 9,3% weniger Umsatz (3,08 Mrd. Euro) verzeichnete als im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern brach auf mickrige 0,3 Mio.Euro ein nach 95 Mio. Euro in 2016. 2018 soll umsatzseitig erneut ein Rückgang auf 2.55 Milliarden Euro verbucht werden. Das könnte durchaus den Turnaround für die ausgebombte Aktie darstellen. Denn schon für 2019 rechnet der Analystenskonsens mit einem Umsatzwachstum von knapp 10%.

Aktuelle Gegenbewegung mehr als ein Strohfeuer?

Jüngst kam wieder Schwung in die Nordex-Aktie. Auslöser waren höher als erwartete Auftragseingänge in Höhe von fast 1.000 Megawatt. Zum Vergleich: Im Vorjahresqurtal kam man auf rund 370 Megawatt. Fest installiert wurden im Gesamtjahr 2017 insgesamt 2,7 Gigawatt.

Auch liquiditätsseitig bastelt der Konzern an einem deutlichen Wachstum. Für 2017 steht ein Fehlbetrag von 56 Mio. Euro beim freien Cashflow. Im laufenden und nächsten Jahr soll er sich im positiven Bereich bei jeweils rund 30 Mio. Euro einpendeln, während er sich 2020 dann auf rund 66 Millionen Euro verdoppeln sollte. Der Rückgang des Cashflows im laufenden Jahr steht in keinem Zusammenang mit den Investitionen, die unterproportional um 40% gesteigert wurden und ist somit auf operative Schwierigkeiten zurückzuführen.

Auch der Überschuss – wenn auch dieses Jahr voraussichtlich ein Fehlbetrag – soll deutlich nach oben springen in den kommenden Jahren.

Grundsätzlich gilt natürlich, dass die Aktie zum jetzigen Zeitpunkt aus Chance-/Risiko-Gesichtspunkten weitaus attraktiver ist als noch vor Jahren. Trotzdem bleibt es zum aktuellen Zeitpunkt eine Wette mit vielen Unbekannten. Charttechnisch ist die Lage eineutig: Ein Doppelboden würde zur sich bessernden fundamentalen Lage passen.

Am 15. Mai teilt Nordex seine Zahlen für das 1. Quartal 2018 mit. Nutzen Sie unseren kostenlosen Experten-Live-Chat, um von den neuesten Entwicklungen maximal zu profiteren.

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