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MorphoSys +20%: Das steckt hinter dem Kurssprung

Simon Ruic / 28.09.22 / 13:05

Die MorphoSys-Aktie (WKN: 663200) schießt am Vormittag um über ein Fünftel auf 22,25 € in die Höhe. Während man vergeblich nach einer Unternehmensmeldung sucht, gibt ein US-Wettbewerber am Morgen einen spektakulären Durchbruch mit einem Medikament bekannt, das mit einem Projekt der bayrischen Biotech-Schmiede vergleichbar ist. Dem SDAX-Unternehmen winken damit ebenfalls erhebliche Lizenzgebühren-Zahlungen.

MorphoSys mit Hauptsitz in Planegg bei München entwickelt seit 30 Jahren Biopharma-Produkte. Die Gesellschaft verfügt über verschiedene Antikörper-, Peptid- sowie Protein-Technologien, die sie zur Erforschung und Entwicklung von eigenen sowie verpartnerten Medikamenten einsetzt. An der Börse hat das Unternehmen derzeit einen Wert von rund 650 Millionen €.

Aktie von positiven Studiendaten der Konkurrenz beflügelt

Am Mittwochvormittag ist die Morphosys-Aktie um über +20% auf 22,25 € an die Spitze des SDAX geschossen. Da die Biotech-Schmiede selbst jedoch keine aufregenden Neuigkeiten produziert hat, liegt die Vermutung nahe, dass ein Wettbewerber den Börsenkurs des Unternehmens in die Höhe treibt.

So hat der US-Konzern Biogen am Morgen einen Durchbruch bei seinem Alzheimer-Medikament bekanntgegeben. Laut Studiendaten verlangsamt der Biogen-Wirkstoff „Lecanemab“ den kognitiven Verfall von Alzheimer-Patienten. Das in Cambridge, Massachusetts ansässige Unternehmen plant demnach bereits einen Zulassungsantrag für das Medikament, das Patienten und ihren Familien potenziell wertvolle Monate schenken könnte.

MorphoSys winken erhebliche Lizenzgebühren

Die Aktien des Unternehmens schnellten daraufhin im vorbörslichen Handel um rund +45% hoch und beflügelten auch die Kurse von Wettbewerbern mit ähnlichem Forschungsschwerpunkt. Neben Morphosys profitierte unter anderem auch der Roche-Titel (+5%) von der Biogen-Erfolgsmeldung.

Der Grund: Der Funktionsmechanismus des Biogen-Medikaments ist vergleichbar mit „Gantenerumab“ – einem Präparat, das Roche entwickelt und an dem MorphoSys über Rechte verfügt. So haben die Münchener Anspruch auf gestaffelte Lizenzgebühren von 5,5 bis 7% auf Nettoumsatzerlöse und erfolgsabhängige Meilenstein-Zahlungen im Zusammengang mit dem Alzheimer-Mittel.

Morphosys hat jedoch einen Teil der Ansprüche an Finanzierungspartner Royalty Pharma verkauft, sodass die bayrische Biotech-Schmiede nur 40% der künftigen Lizenzgebühren für das Roche-Medikament erhält. Damit kommt das Unternehmen letztlich auf 2,2 bis 2,8% der Sales des potenziellen Blockbusters. Angesichts dieser Zahlen scheint der Kurssprung der MorphoSys-Aktie bislang noch moderat ausgefallen zu sein.

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Weiterhin ein hohes Totalverlust-Risiko

Auch wenn die weitere potenzielle Upside des MorphoSys-Papiers nun erheblich scheint, bleibt der Titel aus meiner Sicht weiter hochriskant. Mit viel Fremdkapital hat sich die bayrische Biotech-Schmiede im vergangenen Jahr Übernahmen geleistet und dabei bedeutende Rechte an Royalty Pharma abgetreten.

Sollte die eingekaufte Forschung jedoch scheitern, droht für Aktionäre des Unternehmens gar ein Totalverlust. Ein bedeutender Teil des noch hohen Kassenbestands dürfte bis zum Readout der entsprechenden Studien verbraucht sein.

Insgesamt war das Verhalten des Managements in den vergangenen 12 Monaten alles andere als aktionärsfreundlich. So haben die Unternehmenslenker ihre gesunde Bilanz mit potenziell positiven Cashflows für eine schuldenfinanzierte Wette auf wenige Assets geopfert. Daran ändern die nun verbesserten Aussichten für das lizensierte Alzheimer-Medikament auch nichts.

Von der MorphoSys-Aktie würde ich daher nach wie vor die Finger lassen – zumal der exklusive No Brainer Club immer wieder Biotech-Titel mit deutlich besseren Chancen-Risiko-Profilen ausgräbt.

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