Sascha / 11.11.21 / 14:56

IonQ: Technik beflügelt Fantasie der Anleger

Grundsätzlich sind Reverse IPOs über sogenannte Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) eher skeptisch zu beurteilen. Manchmal findet sich jedoch eine interessante Firma in solch einem SPAC wieder. Der Quantencomputerspezialist IonQ (WKN: A3C4QT) zählt dazu.

Bei IonQ handelt es sich um ein US-Unternehmen, das sich mit der Forschung und Entwicklung von Quantencomputern befasst. Ein Quantencomputer ist dabei ein spezieller Rechner, dessen Prozessor die Gesetze der Quantenmechanik nutzt. Im Unterschied zu herkömmlichen Computern arbeitet er nicht auf Basis elektrischer, sondern quantenmechanischer Zustände. Am Ende sollen so Supercomputer entstehen, die die heutigen Rechner in ihrer Leistung um ein Vielfaches übertreffen.

Anfang Oktober an die Börse gebracht

IonQ wurde von den beiden Professoren Christopher „Chris“ Monroe (University of Maryland) und Jungsang Kim (Duke University) ins Leben gerufen, die bereits seit 25 Jahren in der Forschung und Entwicklung von Quantencomputern arbeiten. Die beiden lizenzierten ihre Forschungsarbeit 2015 an ein auf ihrer Forschung basierendes Unternehmen aus, um so ihrem erklärten Ziel, Quantencomputing aus dem Labor in die Unternehmenswelt zu bringen, näher zu rücken.

Anfang Oktober war es dann soweit: IonQ konnte in einen SPAC eingebracht werden, um so eine Börsennotiz zu erreichen. Der SPAC kaufte dabei Anteile im Wert von 650 Millionen US$, was einer Gesamtbewertung des Unternehmens von zwei Milliarden US$ entsprach. Das Hauptprodukt der Gesellschaft ist dabei derzeit noch ein 22-Qubit-Quantencomputer, auf dessen Rechenleistung via Amazon AWS, Microsoft Azure sowie die Google Cloud zugegriffen werden kann.

Neuartiger 32-Qubit-Quantencomputer

In der Forschung und Entwicklung von Quantencomputern sind heutzutage quasi alle großen Technologieunternehmen tätig. Besonders weit soll dabei der an der Börse eher strauchelnde Tech-Gigant „Big Blue“ IBM sein. IBM hat es im Forschungslabor wohl schon geschafft, einen 65-Qubit-Quantencomputer zu bauen. Tatsächlich aber verfügen die heute „gängigen“ Quantencomputer über weniger Qubits. Kürzlich vermeldete IonQ, dass sie nun einen 32-Qubit-Quantencomputer entwickeln konnten.

Diese Meldung beflügelte natürlich sofort die Fantasie vieler Anleger, so dass die Aktie kurzfristig durchstarten konnte. In den letzten Tagen ist diese Euphorie jedoch aus dem Aktienkurs entwichen. Notierte der Titel in der Spitze schon bei über 22,50 US$, kriegt man die Aktie heute deutlich unterhalb von 20,00 US$. Ähnlich wie das Papier von Bakkt handelt es sich um eine hochspekulative Aktie, da man aufgrund des Reverse IPO via SPAC kaum belastbares Datenmaterial zum Unternehmen findet.

Trotzdem: Wer technikbegeistert ist und an die Zukunft von Quantencomputer glaubt, kann die Aktie von IonQ zu Kursen möglichst deutlich unterhalb von 20,00 US$ ins Depot packen. Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass hier von einer Kursvervielfachung bis zum Totalverlust alles möglich ist. Wer sein Risiko zumindest ein wenig mindern möchte, wartet vielleicht noch den kommenden Montag, 15. November, ab. Denn dann legt IonQ erstmals Quartalszahlen vor.

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