InflaRx legt Daten vor – was davon zu halten ist

28.10.21 um 16:53

Endlich einmal wieder positive Neuigkeiten für InflaRx (WKN: A2H7A5) und Inhaber der Aktie: Mit positiven Daten bricht die Firma mit ihrer Negativserie. Doch sind die Daten so gut wie behauptet?

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Die Jenaer Biotech-Firma InflaRx mit Listing an der Nasdaq erforscht vorwiegend seltene Entzündungskrankheiten und deren Behandlung.

In den letzten Jahren und Monaten hat sich das Unternehmen leider weder bei Daten noch in der Kommunikation mit Ruhm bekleckert und viel Vertrauen an der Börse verspielt.

Daten sind nicht schlecht

Die gestern veröffentlichten Daten sind durchaus respektabel und ein guter Grund, die Forschung in weiteren Studien voranzutreiben. Insbesondere die Gruppe der hochdosierten Patienten konnte bedeutende und schnelle Fortschritte bei der Genesung machen.

In der Vergangenheit gab es leider Fälle, in denen es keine (generell wünschenswerte) positive Korrelation von Dosis und Wirkung gegeben hat – das ist auf den ersten Blick hier deutlich besser.

Teufel steckt im Detail

Wie immer muss man hier genau hinschauen: So profitierte zum Beispiel ein Patient von einem Steroid, andere mussten die Behandlung abbrechen. Wie in der Vergangenheit ist das größte Problem aber die Glaubwürdigkeit: Sind die Patienten repräsentativ?

Wieder kein Kontrollarm

Die Studie fand ohne eine Kontrollgruppe statt, die mit üblichen Methoden behandelt wurde. Insbesondere der große Rückschlag der Vergangenheit in der Indikation Acne Inversa hatte eine ähnliche Historie und konnte in einer nachfolgenden Studie mit einem Kontrollarm eben nicht überzeugen. Das werden viele Investoren nicht vergessen haben.

Vertrauen bleibt das große Problem

Aus meiner Sicht ist die Aktie von InflaRx weiterhin eher ein Trading-Papier und keines für eine langfristig ausgelegte Investition. Der im September avisierte Kurssprung kam jedenfalls wie erwartet. Interessanterweise beruht das heutige Plus auf einer Analysteneinschätzung und nicht auf einer direkten Datenreaktion.

Ich bleibe bei Daten ohne Kontrollarm aus dem Hause InflaRx weiterhin sehr zurückhaltend und rate zur Gewinnmitnahme. Die Aktie bleibt aber eng auf der Watchliste: Mit Daten zur Corona-Studie im vierten Quartal bleibt sie ein heißes Eisen. Davon abgesehen winkt hier in der Tat ein Multibagger, wenn das Unternehmen einmal glaubwürdige und überzeugende Daten liefern kann.

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