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home24 vor Übernahme: So sollten Anleger reagieren

Simon Ruic / 06.10.22 / 10:04

Übernahme-Alarm in der Möbelbranche: Die home24-Aktie (WKN: A14KEB) schießt am späten Mittwoch um +120% auf 7,30 €. Nachdem sich der Online-Möbelhändler erst im Frühjahr die Deko-Kette Butlers geschnappt hat, wollen die Berliner nun selbst übernommen werden. Das Angebot des österreichischen Konkurrenten liegt 125% über dem letzten Schlusskurs. Wie sollten Investoren nun handeln?

home24 mit Sitz in Berlin ist ein Online-Versandhändler für Möbel und Wohnaccessoires, der in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Italien tätig ist. Neben Konkurrenz Westwing hat das Unternehmen den Onlineverkauf von Möbeln in Deutschland und Europa erst salonfähig gemacht.

home24-Vorstand begrüßt Übernahme-Offerte

Am Mittwochabend ist die home24-Aktie urplötzlich hochgeschossen und beendete die Handelssession mit einem Plus von 119% auf 7,28 €. Der Grund: XXXLutz aus Österreich will den Berliner Onlinehändler übernehmen. Das gaben beide Konzerne zu später Stunde bekannt.

Der österreichische Möbelriese bietet den home24-Aktionären im Rahmen des Angebots demnach 7,50 € je Aktie. Das liegt 124% über dem Schlusskurs von Dienstagabend, aber noch weit unter dem Ausgabepreis von 28,50 € beim IPO im Juni 2018.

Home24-Chef Marc Appelhoff unterstützt das Übernahmeangebot jedenfalls:

Wir sind sehr froh und fühlen uns bestätigt, dass uns eine der größten Möbelfamilien der Welt kaufen will. […] Uns wurde zugesichert, dass wir eigenständig an unserer Vision arbeiten können und dafür Unterstützung bekommen.

Appelhoff ergänzte, dass der Deal eine gute Sache sei für die rund 2800 Mitarbeiter wie auch die Aktionäre.

XXXLutz bereits jetzt mit 60% der Stimmrechte

XXXLutz wurde von der Familie Seifert gegründet und ist bekannt für den überdimensionierten roten Stuhl als Werbelogo. Der Ikea-Konkurrent betreibt 370 Einrichtungshäuser in 13 europäischen Ländern und kommt auf einen Jahresumsatz von mehr als 5 Milliarden €.

Bereits vor Bekanntgabe des Angebots haben sich die Österreicher über die Tochter RAS die Hälfte der home24-Anteile gesichert. Hinzu kommen weitere 10% aus einer geplanten Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts für die übrigen Eigner des Online-Möbelhändlers. Dadurch werden home24 rund 23 Millionen € an neuen Mitteln zufließen.

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Umsatzeinbußen wegen Konsumflaute

Sollte die Übernahme über die Bühne gehen, wird home24 von der Börse genommen. 2018 war das Berliner Versandhaus mit einem Börsenwert von 600 Millionen € gestartet, zuletzt waren es jedoch nur noch rund 100 Millionen €.

Es überrascht nicht, dass home24 in den aktuellen Krisenzeiten über die Übernahme-Offerte erfreut ist. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen zwar noch 615 Millionen € umgesetzt und landete operativ knapp über der Gewinnschwelle. Zudem wurde im Frühjahr die Übernahme der Deko-Kette Butlers abgeschlossen.

Seit einigen Monaten leiden die Berliner jedoch wie viele Unternehmen im E-Commerce unter rückläufigen Umsätzen, da Konsumenten angesichts der hohen Inflation und Rezessionsängsten ihr Geld bei sich halten. Auch die steigenden Einkaufspreise und anhaltende Lieferkettenprobleme haben die Kalkulationen zuletzt immer stärker beeinflusst.

Stabilität durch Übernahme

Zuletzt war in der Aktie von home24 reichlich Pessimismus eingepreist. Zu Beginn des Jahres wurde noch über 12 € für den Titel bezahlt, doch bis Ende September fiel der Kurs auf unter 3€.

Aufgrund der anhaltenden Konsumflaute hatte CEO Appelhoff den Fokus der Unternehmens-Steuerung zuletzt von Wachstum auf Profitabilität geschwenkt – bislang jedoch mit überschaubarem Erfolg.

Da niemand wirklich abzuschätzen vermag, wie lange das Konsumentenvertrauen noch am Boden liegen wird, dürfte der Übernahme-Deal für home24 nun erstmal für Stabilität sorgen. Auch bei Einkauf und Logistik dürfte der Online-Händler von der XXXLutz-Unterstützung profitieren.

Das ist jetzt zu tun

Der Aufschlag von deutlich über 100%, den XXXLutz bereit zu zahlen ist, erscheint wie eine stattliche Prämie. Für die vielen Investoren, die zuvor bei deutlich höheren Preisen eingestiegen sind, ist es freilich jedoch nur ein schwacher Trost.

Über das angekündigte Delisting müssen sich Anleger vorerst aber keine Sorgen machen. Selbst in diesem Fall wäre der Titel zunächst im regionalen Freiverkehr weiter handelbar.

Investierte können sich letztendlich erst einmal über den unverhofften Kurssprung freuen. Ich würde dazu raten, die Füße zunächst still zu halten und darauf zu warten, bis die vollständigen Angebotsbedingungen bekannt sind. Spannend dürfte etwa werden, wie es mit der börsennotierten Brasilien-Tochter Mobly weitergeht, an der home24 weiterhin die Mehrheit hält.

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