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Manuel / 15.06.20 / 18:40

Hertz: 500 Millionen für die Katz!

Die Hertz-Aktie (WKN: A2ALSZ) war zuletzt einer der am meistgehandeltsten und -diskutierten Werte an der Wall Street – dabei sieht es zappenduster aus. Heute wird die kuriose Story um ein Kapitel reicher. Die Aktie verbilligt sich infolge der News um -19,05% auf 2,29 USD.

Am Freitag bekam der Hertz-Konzern die richterliche Erlaubnis, bis zu 1 Milliarde US-Dollar in Aktien über den Markt auszugeben. Wie aus einem heute eingereichten "Filing"-Dokument bei der amerikanischen Börsenaufsicht hervorgeht, will die Holding-Organisation durch die Emission von Aktien bis zu 500 Millionen US-Dollar einsammeln.

Im Grunde genommen warnt Hertz seine Anleger, dass diese mit einem Aktieninvestment Geld verlieren werden. Denn Hertz-Gläubiger, und davon gibt es so einige, werden priorisiert. Offiziell heißt es in dem Dokument:

Obwohl wir nicht vorhersagen können, wie unsere Stammaktien im Rahmen eines Plans behandelt werden, gehen wir davon aus, dass die Inhaber von Stammaktien in keinem Fall einen Aufschwung erfahren würden, es sei denn, die Inhaber von höherrangigen Forderungen und Anteilen, wie beispielsweise gesicherte und ungesicherte Schulden, die derzeit mit einem erheblichen Abschlag gehandelt werden, werden vollständig bezahlt.

Der global agierende Mietwagen-Konzern aus Florida weist seit Jahren einen beträchtlichen Schuldenstand auf. Die Reisebeschränkungen im Zuge des Coronavirus und die wirtschaftlichen Auswirkungen brachten das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen.

Erste Wahl für Schnäppchenjäger ist nicht die Aktie...

In der Hertz-Aktie gab es einen enormen spekulationsgetriebenen Anstieg, der den Kurs seit Insolvenzbekanntgabe von 0,40 auf 6,25 USD führte. Das spekulative Interesse in dem NYSE-Titel war und ist riesig. Mit dem drohenden Delisting dürfte sich dieses meines Erachtens abkühlen. Hertz hat zwar Widerspruch gegen den offiziellen Bescheid der New York Stock Exchange eingelegt, ein Delisting in naher Zukunft dürfte jedoch kaum vermeidbar sein. Schnäppchenjäger sollten sich nicht nur auf die vermeintlich günstige Aktie fokussieren. Hertz ist auch im Automobilhandel tätig und bietet Fahrzeuge gerade mit Rabatt zum Kauf an.

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Zugehörige Kategorien: Small CapsSonstiges
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Kommentare
Chris Abendschein / 17.06.20 / 19:08 Uhr Es tut schon weh die Weltmarke HERTZ in dieser Situation zu sehen. Über 100 Jahre besteht sie nun und alle Basics der Autovermietung wurden von ihr entwickelt. Dass diese Misere entstanden ist, liegt massgeblich an der Führung der letzten Jahre. Gute Leute mit fundamentierter Branchenkenntnis wurden entfernt, angefangen mit dem Umzug nach Florida. Für wichtige Investitionen war kein Geld übrig, es ging nur noch um das Wohl der Aktionäre. Aber gute Mitarbeiter und gutes Material bestimmen den Erfolg einer Firma, besonders im Dienstleistungssektor. So kam es wie es kommen musste. Warum sehen nicht ein paar finanzstarke Investoren das Potential dieser Marke und retten sie? Sie hätte es verdient!