Evotec: Tolle Zahlen und Prognoseanhebung, aber…

von (sh)  /   14. August 2019, 11:56  /   unter Biotech-Aktien, Technologie-Aktien  /   2 Kommentare

Die Aktie des Hamburger Biotechunternehmens Evotec (WKN: 566480) kann heute Morgen leichte Zugewinne verzeichnen. Dabei fallen diese jedoch prinzipiell etwas enttäuschend aus, wenn man sich die aktuelle Nachrichtenlage zu Gemüte führt. Denn Evotec konnte heute früh nicht nur erstklassige Quartalszahlen vorlegen, sondern hob auf deren Basis auch noch die eigenen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2019e an.

Schauen wir uns an dieser Stelle die gemeldeten Quartalszahlen in aller Ruhe an. Demnach erzielte Evotec im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatzanstieg um +16% auf 207,1 Mio. Euro, womit die Konsensschätzungen der Analysten in Höhe von 205 Mio. Euro überboten wurden. Zugleich berichtete die Gesellschaft über ein Gewinnwachstum (auf Basis des bereinigten EBITDA) um +51% auf 58,2 Mio. Euro, was ebenfalls über den Analystenschätzungen von 55 Mio. Euro lag.

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In der Folge erhöhte das Management um CEO Dr. Werner Lanthaler die unternehmenseigenen Prognosen. So möchte Evotec im laufenden Geschäftsjahr seinen Jahresumsatz um ca. +15% (anstatt wie bisher erwartet nur um +10%) sowie den bereinigten EBITDA-Gewinn um mehr als +10% (anstatt wie bisher ca. +10%) steigern. Somit erwartet die Gesellschaft nun einen Jahresumsatz von knapp 432 Mio. Euro bei einem bereinigten EBITDA von ca. 102 Mio. Euro.

Starke finanzielle und geschäftliche Basis, aber…

Basis dieser sehr positiven Geschäftsentwicklung sind dabei, neben einer sehr soliden Liquiditätsausstattung (von 341,8 Mio. Euro), die guten Fortschritte in der Forschungspipeline, auch dank der Übernahme von Just Bio in den USA. Besonders hervorgehoben wurde vom Management dabei eine positiv verlaufene Phase-II-Studie des P2x3-Antagonisten mit Bayer in der Indikation chronischer Husten.

Allerdings liegt der aktuelle Börsenwert der Gesellschaft eben auch schon bei gut 3,7 Mrd. Euro. Somit weist die Aktie, selbst auf Basis der erhöhten Prognosen, nun ein KUV 2019e von knapp 8,6 (bereinigt um die Cashposition bei ca. 7,8) sowie ein KGV 2019e von ca. 56 (bereinigt: ca. 51) auf. Damit erscheint die fundamentale Bewertung der Aktie weitestgehend ausgereizt. Denn ein Umsatz- und Gewinnwachstum von maximal bis zu +15% würde bestenfalls ein KGV 2019e von bis zu 30 rechtfertigen.

Finanziell starke Basis und Forschungserfolge stützen zwar die Aktie von Evotec, können sie zuletzt aber auch nicht mehr weiter beflügeln!

Ein Absturz der Aktie droht jedoch wohl nicht!

Allerdings sollte man Aktien von Biotechunternehmen nicht unbedingt auf Basis von KUV oder gar KGV bewerten, sondern eben auf Basis der Forschungspipeline. Dies erkennt man sehr gut, wenn man sich die Aktie des innerdeutschen Konkurrenten MorphoSys anschaut, die auf Basis von KUV oder KGV absurd überbewertet erscheint, es tatsächlich aber – dank der sehr breiten Medikamentenpipeline – nicht ist.

Insofern denke ich schon, dass man der Aktie von Evotec – eben auf Basis der Medikamentenpipeline – einen fundamental fairen Wert um 25 Euro zugestehen kann. Allerdings eben auch nicht viel mehr. Obwohl die charttechnische Verfassung der Aktie daher, bei einem Anstieg über 26 Euro, Kursziele zwischen 30 und 32 Euro hergeben würde, erwarte ich diese kurzfristig nicht (mehr). Somit stellt die Aktie derzeit eine gute Halteposition dar!

2 Kommentare

  1. WerAuchImmer 14. August 2019 15:30

    Gute Halteposition, mehr aber auch nicht, weil
    – Bayer in die Lage kommen könnte,
    seinen irrsinnigen Monsanto Reinfall auf Kosten seiner Partner abzufangen, also auch Evotec
    – Evotec in Regionen wie Deutsche Post steigt, und immer noch keine Dividende zahlt. Wem seine Aktionäre so wenig wert sind, ist immer anfällig für extreme Schwankungen.

  2. (sh) 14. August 2019 21:04

    Hallo!

    Eine gute Halteposition sehe ich in der Aktie ja auch. Ihre Argumente sind dabei aber wenig stichhaltig. Mag ja sein, dass Bayer in diese Versuchung kommen könnte. Aber Evotec ist stark genug aufgestellt, um Bayer da Paroli bieten zu können.

    Was die Dividende betrifft, ist die Argumentation geradezu hanebüchen. Denn trotz allem ist Evotec noch immer ein wachstumsorientiertes Biotechunternehmen. Da wird jeder Cent für F&E gebraucht. Man hat ja nicht per Schuldschein 250 Mio. Euro aufgenommen, um damit Dividenden zu bezahlen. Wenn Sie gerne eine Dividende hätten, sind Sie bei Evotec noch auf Jahre hinaus völlig falsch investiert. Da kann ich Ihnen Brief und Siegel darauf geben, völlig ohne Rücksprache mit CEO Dr. Lanthaler.

    Viele Grüße,

    Sascha

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