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DAX-Ausblick: Geht die Rallye weiter?

Alexander Hirschler / 02.01.24 / 7:15

Die Zeit zwischen den Jahren verlief für den DAX (WKN: 846900) erwartungsgemäß eher unspektakulär. In der auf drei Tage reduzierten Handelswoche stand am Ende ein leichtes Plus von +0,27% auf 16.751 Punkte. Dagegen fällt die Jahresbilanz mit einem Plus von +20% überdurchschnittlich positiv aus. Geht die Rallye zu Beginn des neuen Jahres weiter?

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Nach dem langen Weihnachtswochenende öffnete die deutsche Börse erst am Mittwoch wieder ihre Pforten. Da viele Investoren ihre Bücher bereits vor den Feiertagen geschlossen hatten, ergab sich ein sehr ruhiger Handel. Die Handelsumsätze waren niedrig und auch die Kursschwankungen überschaubar. Dagegen verzeichneten Dow Jones und Nasdaq 100 neue Rekordstände.

Rückblick auf 2023

Auch wenn das vergangene Jahr in puncto Performance ein sehr erfolgreiches war, musste der DAX viele Krisen durchstehen und Hürden überwinden. Im Frühjahr wurden nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank und weiterer US-Banken Erinnerungen an die Finanzkrise 2008 wach. Dank des gezielten Eingreifens der US-Notenbank konnte aber verhindert werden, dass sich die Regionalbankenkrise weiter auswächst.

Der Krieg zwischen der Hamas und Israel sorgte im Oktober für einen neuen geopolitischen Krisenherd. Lange wurde befürchtet, dass sich der Konflikt auf weitere Regionen ausweiten könnte, was zu einer Eskalation hätte führen können.

Zinssorgen schlagen in Zinshoffnungen um

Im Fokus der Märkte standen indes weiterhin die Dauerthemen Inflation, Zinsen und Rezession. Zum Ende des Jahres sind die damit verbundenen Sorgen aber der Hoffnung gewichen, dass der Zinserhöhungszyklus der Notenbanken seinen Gipfel erreicht haben könnte.

Hintergrund ist, dass sich die Inflation stark rückläufig entwickelt. Gerade mit Blick auf die USA scheint die geldpolitische Straffung sogar ohne Rezession vonstatten zu gesehen. Die Wirtschaft präsentiert sich weiterhin robust und steuert auf eine weiche Landung zu.

Dies- und jenseits des Atlantiks wird daher bereits auf erste Zinssenkungen früh im kommenden Jahr spekuliert. An den US-Terminmärkten wetten etliche Marktteilnehmer auf einen ersten Zinsschnitt im März.

Vor diesem Hintergrund werden die Protokolle zur letzten Fed-Sitzung aus dem Dezember von Interesse sein, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Beim letzten Notenbanktreffen hatte die Fed Zinssenkungen in 2024 in Aussicht gestellt.

Rheinmetall führt Gewinner an, Zalando am DAX-Ende

Bester Performer im DAX waren die Papiere von Rheinmetall. Wie schon im Jahr zuvor profitierte der Rüstungstitel von den wachsenden Verteidigungsausgaben westlicher Staaten als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.

Dahinter folgten die Aktien von Heidelberg Materials, Adidas und SAP. Die größten Verlierer waren die Aktien von Bayer, Siemens Energy und Zalando. Man darf gespannt sein, ob die Karten 2024 neu gemischt werden.

DAX konsolidiert auf hohem Niveau

Der DAX hat mit einem Kursplus von über +20% deutlich besser abgeschnitten als im Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Hier lag die Per-Annum-Rendite bei +8,2%. Zudem war das Jahr 2023 das zweitbeste Börsenjahr in den letzten 10 Jahren.

Der Index befindet sich weiterhin unweit des Rekordhochs von Mitte Dezember, als erstmals die 17.000-Punkte-Marke durchbrochen werden konnte. Aktuell beträgt der Rückstand gerade einmal +1,5%.

Wenn alle Investoren aus dem Urlaub zurückgekehrt sind und ihre Bücher wieder öffnen, muss sich zeigen, wie groß die Risikobereitschaft zum Start ins neue Jahr ist und ob auf dem derzeitigen Niveau noch größere Engagements eingegangen werden.

In jedem Fall hat die jüngste Konsolidierung dem DAX gutgetan. Der Relative-Stärke-Index, der sich über viele Wochen in der überkauften Zone befand, ist zuletzt in die neutrale Zone zurückgekehrt. Der steile Aufwärtstrend seit Ende Oktober wurde zwar zur Seite durchbrochen, allerdings muss dies noch kein Abwärtssignal darstellen.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich das größte deutsche Börsenbarometer, das sogar knapp über der 10-Tage-Linie (SMA10) angesiedelt ist, weiterhin in einer ausgesprochen guten Ausgangslage.

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