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Manuel / 12.02.20 / 10:43

Daimler: Zahlen-Desaster nur ein Ausrutscher?

Das ist nicht nach dem Geschmack von Investoren: Die Daimler AG (WKN: 710000) meldete gestern für 2019 einen Gewinneinbruch, eine satte Dividendenkürzung sowie ein neues Sparprogramm.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) schrumpfte 2019 auf 4,3 Milliarden Euro von 11,1 Milliarden Euro in 2018. Zum Vergleich: 2017 wies Daimler noch 14,7 Milliarden Euro EBIT aus. Nach Steuern drittelte sich das Ergebnis von 7,6 Milliarden Euro in 2018 auf nunmehr 2,7 Milliarden Euro. Belastet wurde das Ergebnis durch „erhebliche Sonderbelastungen“, unter anderem im Zusammenhang mit dem Dieselskandal.

Ein neues Sparprogramm soll Besserung bringen

Dabei sind die Probleme offenbar so groß, dass Daimler seine Dividende radikal zusammenstreicht von 3,25 auf 0,90 Euro! Auch Angestellte dürfen sich auf härtere Zeiten einstellen. 10.000 Arbeitsplätze sollen bis 2022 gestrichen, Prämien niedriger gehalten werden. Die erst kürzlich gelaunchte Mercedes X-Klasse – der Pickup-Versuch der Stuttgarter – soll ebenso eingestellt werden wie die Cabrio- und Coupé-Version der S-Klasse.

2019 steigerte Daimler den Absatz von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz ein weiteres Jahr in Folge, wenn auch minimal um 1,3 Prozent. Die Dominanz von Mercedes gegenüber BMW und die Marktführerschaft im Premium-Segment sollten aber nicht über die strukturellen Probleme im Daimler-Konzern hinwegtäuschen.

Der Stern bekommt Kratzer

Der seit 2019 im Amt befindliche Daimler-CEO Källenius kann das entstandene Machtvakuum nach Abgang von Dieter Zetsche nach Beurteilung von Insidern bis jetzt nicht füllen. Källenius soll Daimler vor allem bei der Elektromobilität hoffähig machen, betonte gestern die „Zukunft des Unternehmens liegt in der CO2-neutralen Mobilität“. Mit dem EQA wird das erste vollelektrische SUV-Kompaktmodell im Herbst vorgestellt. Insgesamt plant Mercedes-Benz, den Anteil von Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Fahrzeugen am Gesamtabsatz 2020 zu vervierfachen.

Die Zahlen sind miserabel, die Herausforderungen riesengroß, der Rückstand an KnowHow in der Elektromobilität zweifelsohne da. Ich bleibe dabei: Die E-Mobilität bietet für den Daimler-Konzern auf lange Sicht größere Risiken als Chancen. Was wir aktuell sehen, sind Vorläufer der großen zu erwartenden Restrukturierung. Den ganzen Konzernabschluss veröffentlicht Daimler am 21. Februar.

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Kommentare
K.B. / 12.02.20 / 12:10 Uhr Interessant wird es sein, wie der EuGH das sog. Thermofenster auslegt. Sollte eine strenge Auslegung bzw. Unzulässigkeit festgestellt werden, kann dies für viele Hersteller unabsehbare Folgen haben. Dann werden für Daimler viele Mrd. Euro fällig. In dieser Woche soll der Schlussantrag des Generalanwalts veröffentlicht werden. So mancher Hersteller (nicht nur Daimler) könnte in erhebliche Schwierigkeiten geraten.