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Administrator / 27.05.19 / 11:41

Daimler: Dividende stark - Rest schwach

Die Fusionsfantasie zwischen Fiat Chrysler und Renault gibt den Autoaktien im DAX zum Wochenstart Auftrieb - die Renault-Aktie (WKN: 893113) schießt +12,71% in die Gewinnzone, Fiat (WKN: A12CBU) +10,42%. Auch die zuletzt durchwachsen gelaufene Daimler-Aktie (WKN: 710000) profitiert leicht. 

Daimler-Aktionäre erhalten heute die Dividende für 2018 in Höhe von 3,25 Euro pro Anteilsschein auf ihrem Depot. Die satte Dividendenrendite von 6,8% dürfte nur klein wenig über die enttäuschende Kursentwicklung hinwegtrösten. Da kommen positive Signale von der Hauptversammlung umso besser an bei Aktionären.

Konzernumbau nimmt Formen an

Auf der Hauptversammlung am 22. Mai in Berlin haben Aktionäre für einen Umbau des Daimler-Konzerns gestimmt. Die Daimler AG wird weiterhin als börsennotierte Dachgesellschaft fungieren, während fortan drei eigenständige Einheiten "neue Wachstums- und Ergebnispotenziale" heben sollen.

Die heutigen Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans werden ab November in die Mercedes-Benz AG aufgehen. Daimler Trucks und Daimler Buses werden in der Daimler Truck AG zusammengefasst. Die Daimler Financial Services AG wird zur Daimler Mobility AG und Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen umfassen.

Mit der Umstrukturierung will Daimler dem Wandel in der Automobilbranche gerecht werden. Dazu der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Bischoff:

Die neue Struktur erweitert unsere Handlungsfähigkeit in einem dynamisch wachsenden Wettbewerbsumfeld, auch in Bezug auf Kapitalbeschaffung. Sie macht es möglich, dass wir besser auf Kunden- und Marktbedürfnisse reagieren können.

US-Zoll-Thema setzt Aktie unter Druck

2018 verkaufte Daimler knapp 330.000 Autos in den USA (Mercedes und Smart), 16% aller abgesetzten Fahrzeuge. Damit ist die USA der zeitwichtigste Markt. Mit einem Marktanteil von knapp 2,5% ist Mercedes von allen Premiumherstellern am deutlichsten auf dem US-Markt vertreten. Bei Trucks sind die Vereinigten Staaten für Daimler der größte Markt.

Zuletzt war von Einfuhrzöllen von bis zu 25% gegenüber ausländischen Autobauern die Rede. Konkret sollen einem Bericht des Wall Street Journal zufolge in den USA verkaufte Autos, LKWs und Autoteile betroffen sein.

Die USA exportieren mehr Autos als sie importieren. Immer wieder äußerten sich Vertreter der US-Regierung - unter anderem Handelsminister Willbur Ross - dahingehend, dass es Indizien gebe, dass Einfuhren die heimische Autoindustrie in den vergangenen Jahren ausgehöhlt hätten. Interessant: Über 16% an Daimler gehören Investoren aus den USA.

Ganz schwaches Auftaktquartal - Zetsche-Aus bedeutet Ende einer Ära

Zölle waren der wohl bestimmende Faktor, der den Kurs der Daimler-Aktie in den letzten Monaten nach unten drückte - gemeinsam mit den Herausforderungen der e-Mobilität.

Bis 2030 sollen Autos mit Elektro- und Hybridantrieben mehr als die Hälfte der Erlöse der PKW-Sparte erzielen, wenn es nach dem bereits amtierenden, neuen Daimler-Chef Ola Källenius geht. Die Transformation ist kostenintensiv, gibt Källenius zu. Der CEO will Medienberichten zufolge an der Verwaltung sparen.

Seit wenigen Wochen auf dem Markt: Der neue Mercedes EQC mit einem kombinierten CO2-Emissionslevel von 0 g/km. Quelle: Daimler

Alt-CEO Zetsche ist nicht unumstritten, genießt aber auch unter Kritikern hohes Ansehen. Janne Werning von Union Investment kritisierte im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung das chronische Profitabilitätsproblem von Daimler.

Abgesehen von den Herausforderungen im US-Markt und dem technologischen Umbruch hat Daimler hausgemachte Probleme. Mit der Quartalsbilanz von Januar bis März überzeugte man wenige Aktionäre. Das Konzern-EBIT pendelte sich mit 2,8 Milliarden Euro deutlich unter denen der Vorjahre ein (2017: 3,7 Mrd. Euro). Die anhaltend schwache Profitabilität im Nutzfahrzeug-Segment ist ein weiteres Manko. Umsatzseitig stagniert der Konzern (39,7 Mrd. Euro).

Der Stern strahlt dank starker Dividende

Bei all der Zyklik von Autoaktien ist eines klar: Daimler bleibt ein Spielball politischer Interessen und qualifiziert sich aufgrund vieler Unwägbarkeiten sicherlich nicht als langfristig wertstabile Anlage. Seit Jahrzehnten kann die Aktie nur punktuell neue Duftmarken setzen.

Das Papier dürfte sich angesichts neuer Zölle und massiver Investitionen nur schwer frei entfalten können. Wegen der Dividende in Höhe von 3,25 Euro - 2018 gab es noch 3,65 Euro - und einem soliden Stammgeschäft bleibt die Aktie auf dem jetzigen Kursniveau interessant.

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