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Marco / 23.01.20 / 15:54

bet-at-home.com: Befreiungsschlag mit Hürden

Die geplante Legalisierung des Online-Glücksspiels sorgt für starke Kurssteigerungen der bet-at-home-Aktie (WKN: A0DNAY). Freuen sich Aktionäre zu früh?

Nach zähen Verhandlungen haben sich die Bundesländer auf einen neuen Glücksspiel-Staatsvertrag geeinigt. Doch grenzenlosem Zocken wollen sie einen Riegel vorschieben. Die Verhandlungen zogen sich wie Kaugummi, wie Du anhand des Beratungsverlaufes, den die Staatskanzlei NRW veröffentlicht hat, nachlesen kannst.

Der milliardenschwere Glücksspielmarkt in Deutschland ist in den vergangenen Jahren durch die fehlende Sicherheit ins Schlingern geraten, was am Ende dazu geführt hat, dass die Länder unter enormen Druck Ende 2019 eine Einigung gefunden haben.

Der Schwarzmarkt boomt, vor allem staatliche Lotterien verlieren Erträge - und der Staat damit extrem hohe Steuereinnahmen. Aber dennoch ist die Einigung noch nicht der vollständige Befreiungsschlag, da einige Punkte aus dem Glücksspielstaatsvertrag wie Knüppel zwischen den Beinen der privaten Anbieter wirken. Du solltest daher nach den schnellen Kursgewinnen der letzten 48 Stunden vorsichtig agieren.

Politische Korrekturen dringend notwendig

Für den Erfolg der Neuregelung wird es wesentlich darauf ankommen, dass neben der klassischen Sportwette, den Automatenspielen und den Pokerspielen auch die klassischen Casinoprodukte wie Roulette oder Blackjack inkl. dem Live-Casino in ein Konzessionsmodell für private Anbieter überführt werden.

Einige Bestimmungen sind in Bezug auf den Spielerschutz kritisch zu betrachten und würden dazu führen, dass viele Kunden in dem unregulierten Schwarzmarkt bleiben beziehungsweise dahin abwandern. Dazu gehören insbesondere die geplante "cool-down"-Phase zwischen dem Wechsel der Produkte im Internet sowie einem anbieterübergreifenden Spielerkonto.

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Sollte die Politik diesbezüglich keine notwendigen Korrekturen vornehmen, dürfte sich das auf die Wett- und Spielumsätze der einzelnen Spieler auswirken und damit natürlich maßgeblich die privaten Anbieter belasten. Desweiteren dürften sich die avisierten Restriktionen für Werbung tagsüber erheblich auswirken.

Werbemaßnahmen tagsüber bei Fußballspielen, die Sportart mit den meisten Wetteinsätzen, würde demnach entfallen. Gerade diese Werbemöglichkeit hat in den vergangenen Jahren aber für das hohe Wachstum der Online-Wettanbieter gesorgt.

Grundsätzlich ist es deutlich positiv zu werten, dass sich die Politik für die Öffnung beider Produktsegmente, in denen bet-at-home tätig ist, ab 2021 ausspricht. Deutschland ist schließlich der wichtigste Markt. Dennoch bringt das nun beschlossene Gesetz einige Fallstricke mit, die sich auf Umsatz und Ertrag auch negativ auswirken können.

Aktionäre sollten auf der Hut bleiben

Aktionäre freuen sich meiner Meinung nach nicht zu früh, dennoch bildet der Kurs aktuell bereits einige Erwartungen mit ab. Deshalb solltest Du nicht blind hinterher rennen und lieber in Schwächephasen (nach-)kaufen. Die Gesamtjahreszahlen sowie der Dividendenvorschlag für 2019 werden am 9. März veröffentlicht. Normalerweise dürfte das Unternehmen dabei dann auch einen Ausblick für 2020 abgeben.

In diesem Jahr findet mit der Euro 2020 erneut ein Großereignis statt, wo bekanntlich das Werbebudget im ersten und zweiten Quartal hochgefahren und erst einmal das Ergebnis belasten wird.


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