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BASF-Aktie: War's das mit den größten Belastungen?

Frank Giarra / 18.01.23 / 9:21

Die üblen Folgen der Ukraine-Krise spiegeln sich bei BASF (WKN: BASF11) deutlich in den vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2022 wider. Der Chemie-Riese vermeldet ein Konzernergebnis von -1,376 Milliarden €. Dieser starke und unerwartete Verlust resultiert vor allem aus den Wertminderungen für die Beteiligung an Wintershall Dea. Was bedeutet das für die BASF-Aktie und für die Anleger?  

Die BASF SE mit Sitz in Ludwigshafen ist gemessen am Umsatz (2022: 87,3 Milliarden €) der größte Chemiekonzern der Welt. An der Börse wird das Unternehmen aktuell mit 46,76 Milliarden € bewertet.

Extrem schwieriges Jahr 2022

Nach einem extrem schwierigen Jahr 2022 mit einem zwischenzeitlichen Kursabsturz unter 38 € hat sich die BASF-Aktie seit Ende September wieder kräftig berappelt. In 2023 stehen bislang +10% und 52,83 € (Xetra-Schlusskurs Dienstag) auf der Kurstafel.

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Nachwirkungen der Krise

Doch die Krise ist noch nicht ganz ausgestanden, die Nachwirkungen zeigen sich jetzt. Abschreibungen auf das Russland-Geschäft der Tochter Wintershall Dea kosten den Konzern extrem viel Geld. Sie summieren sich auf 7,3 Milliarden €, von denen allein 5,4 Milliarden € im vierten Quartal angefallen sind.

Wintershall Dea kehrt Russland unter Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen vollständig den Rücken zu. Entsprechend wurden die russischen Beteiligungen neu bewertet und Abschreibungen auf das europäische Gastransportgeschäft vorgenommen.

Umsatz steigt, Ergebnis sinkt

Die Geschäftsergebnisse für das Gesamtjahr 2022 sind bezogen auf frühere Jahre unterdurchschnittlich ausgefallen. Berücksichtigt man die außerordentlichen äußeren Belastungen, muss man allerdings sagen, dass sich der Chemiekonzern sehr tapfer geschlagen hat. Schließlich stand aufgrund ausbleibender Gas-Lieferungen aus Russland sogar ein Produktionsstopp am Werk in Ludwigshafen im Raum.

Der Umsatz stieg um 11% auf 87,3 Milliarden € (Vorjahr: 78,6 Milliarden €), das liegt innerhalb der Prognose von 86 bis 89 Milliarden €. Laut Unternehmen war der Zuwachs vor allem auf höhere Preise und positive Währungseffekte zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit voraussichtlich 6,548 Milliarden € ebenfalls unter dem Vorjahreswert (7,677 Milliarden €). Darin enthalten sind laut BASF nicht zahlungswirksame Wertminderungen auf eine Anlage des Segments Chemicals.

Tief in den roten Zahlen

Wie schwer der Ukraine-Krieg den Chemie-Giganten getroffen hat, zeigt sich letztlich am Konzernergebnis. Ende 2021 stand noch ein satter Gewinn von 5,5 Milliarden € zu Buche. Ende 2022 stehen rote Zahlen, und die fallen mit fast -1,4 Milliarden € deftig aus.

Ende mit Schrecken

Meiner Meinung nach verbirgt sich hinter den Jahreszahlen jedoch eher eine positive Nachricht. Sie lautet: Es ist ein Ende mit Schrecken – das Elend ist vorbei. Und die BASF hat das größte Unheil abgewendet. So denken wohl auch die meisten Anleger, denn der Kurs bricht heute Morgen keinesfalls ein.

Zudem belässt die US-Bank JPMorgan die Aktie in einer ersten Einschätzung nach den vorläufigen Geschäftszahlen auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 55 €.

Die Aussichten für 2023

Entscheidend ist der Blick auf die Aussichten des Konzerns. Dass er bereits damit begonnen hat, massiv Kosten zu senken, dürfte sich mittelfristig positiv auf die ohnehin starke Bilanz auswirken. Rund eine halbe Milliarde € sollen jährlich gespart werden.

Bei den hohen Energie- und Rohstoffpreisen zeichnete sich zuletzt eine leichte Entspannung ab, aber aufs gesamte Jahr 2023 betrachtet werden das Belastungen bleiben. Ob die für die BASF so wichtige Gas-Versorgung dauerhaft gesichert ist, muss man wohl auch noch mit einem Fragezeichen versehen. Letztlich kommt es für den Chemie-Giganten aber entscheidend darauf an, wie stark oder weniger stark die Rezession ausfallen wird.

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Aktie fundamental nicht teuer

Bei einer Marktkapitalisierung von 46,76 Milliarden € ist die BASF-Aktie fundamental betrachtet weiterhin nicht teuer, darauf haben wir immer wieder, zuletzt in diesem Artikel, hingewiesen.

Meine Meinung zu diesem Wert ändert sich folglich nicht: Wer langfristig denkt, geht hier ein veritables Investment ein, das auch noch mit einer guten Dividendenrendite von aktuell 6,4% unterstützt wird.

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Kommentare

Wolfram Vohl
Bin bei BASF seit meinen Anfängen nunmehr etwa 2 Jahrzehnte und bleibe aus Tradition wohl auch dabei. Muss allerdings die letzten schon 6 - 7 Jahre feststellen, dass BASF sowohl ein Wachstumsproblem (bei der Größe noch halbwegs hinnehmbar) als auch ein Margenproblem hat (eher Trend zur Verschlechterung). EBIT-Marge fast durchweg einstellig und nach den Analyste-Prognosen auch für die nächsten 2 Jahre noch nicht einmal bei 8 % wenn ich mir die Zahlen bei S & P Capital IQ ansehe. Sowohl der jetzige Vorstand als auch der vorherige verwalten das Unternehmen eher als das hier einmal eine überdurchschnittliche Leistung gezeigt wird. Läuft die Konjunktur einigermaßen, schwimmt BASF mit ohne Bäume auszureißen. Läuft die Konjunktur nicht, muss diese dann als Erklärung herhalten, warum das Ergebnis mal wieder mau ist (ich meine jetzt nicht die Wintershall-Russland-Geschichte, die war ja abzusehen), anstatt man einmal gegen den Strom auftrumpft. Kann den Laden eigentlich keinem mehr empfehlen. Drückt sich letztlich auch im Kursverlauf aus.