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Sascha / 23.03.20 / 17:19

AMD vor Kurshalbierung: Charttechnisches Short-Setup steht!

Die Aktie des Chipentwicklers und -produzenten Advanced Micro Devices (WKN: 863186), kurz AMD, war in den vergangenen Jahren ein echter Highflyer an der Börse.

Dafür gab es auch durchaus gute Gründe. Denn AMD sah vor einigen Jahren ein, dass man im Wettbewerb bei Hauptprozessoren (CPUs) – trotz zum Teil besserer Leistungsdaten – keine Chance gegen den Widersacher Intel hat. Darum zog man sich auf die Entwicklung und Produktion von Grafikprozessoren (GPUs) zurück, was sich – auch angesichts des Siegeszugs der Videospielebranche – als Glücksgriff erwies.

Zumal die Grafikprozessoren generell immer mehr an Bedeutung gewannen und heute in Computern schon fast als wichtiger als die CPUs gelten. Allerdings hat AMD auch in seinem neuen Kerngeschäft einen großen Widersacher, nämlich Nvidia. Daher waren viele Anleger – ich zähle mich selbst da durchaus dazu – sehr skeptisch ob AMD am Ende nicht wieder der große Verlierer sein würde.

Bisher sieht es jedoch nicht danach aus. Zwar kommt man an Nvidia nicht annähernd heran, geschweige denn vorbei. Aber immerhin konnte man Wettbewerber wie Intel, die auch in diesen Markt vordringen wollten, in Schach halten. Getreu dem Motto, dass die Flut immer alle Schiffe hebt, stieg denn auch die Aktie von AMD zuletzt in ungeahnte Höhen. Konkret bedeutete dies, dass man nicht nur die Hochs aus der Zeit der "Dotcom Bubble" stieg, sondern sogar darüber hinaus.

Charttechnik deutet auf bald stärker fallende Kurse hin!

Allerdings spricht aktuell viel dafür, dass die neuen Allzeithochs knapp unterhalb von 60 USD ein sogenanntes Blow Off-Top darstellen. Denn anschließend fiel die Aktie zunächst auf das Hoch zurzeit der "Dotcom Bubble" zurück, was noch als normale Korrektur durchgehen würde. Allerdings konnte, angesichts der Gesamtmarktentwicklung wohl wenig verwunderlich, dieses Kursniveau nicht gehalten und als Plateau für eine neue Kursrally genutzt werden.

Vielmehr fiel die Aktie unter die Marke von 45/46 USD zurück, womit sie ein charttechnisches Verkaufssignal mit Kursziel 36 USD generiert hat. Derzeit kämpfen Bullen und Bären um die runde 40 USD Marke, wobei die Bären jedoch zunehmend die Oberhand zu gewinnen scheinen. Fällt die Aktie daher nachhaltig unter die Marke von 40 USD, ist mit einem schnellen Abverkauf in Richtung 35/36 USD zu rechnen.

Es muss erst noch deutlich schlechter werden...

Ein Bruch der Marke von 35/36 USD wiederum würde das nächste charttechnische Verkaufssignal mit Kursziel 28 USD liefern. Gegenüber dem erst vor kurzem erreichten Allzeithoch hätte sich die Aktie dann etwa halbiert. Ich hielte dies, auch aus fundamentaler Sicht im Angesicht der aktuellen Krise, für durchaus angemessen. Denn zwar glaube ich, dass auch die aktuelle Krise vorübergehen wird. Allerdings dürfte die Welt nach der Krise eine völlig andere werden.

Allerdings wird man auch in Zukunft Chips, besonders Grafikchips benötigen, so dass sowohl AMD als auch Nvidia die Krise überleben dürften. Ja, letztlich könnten sogar beide Unternehmen und damit deren Aktien langfristige Krisengewinner werden. Allerdings muss es leider erst noch deutlich schlechter werden, ehe es wieder besser werden kann. Wenngleich AMD daher nicht mein favorisierter Short-Kandidat ist, sollte man die Aktie vorerst noch nicht kaufen!

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Kommentare
Anon / 23.03.20 / 21:13 Uhr Naja, AMDs Erfolg ist nicht im GPU Bereich begründet sondern im CPU Bereich. Hier nimmt man Intel nämlich seit der Veröffentlichung von Ryzen nach und nach Marktanteile ab und tritt Intel während sie am Boden sind. Intel hat auf absehbare Zeit (2-3 Jahre) keinerlei Chance gegen AMDs Microarchitektur - Zen. Im GPU Bereich sieht es momentan auch sehr gut aus, Nvidia hat scheinbar doch kalte Füße bekommen wegen RDNA2 und den eigenen Produkt Launch verschoben um an Ampere zu arbeiten. Auch die voll mit AMD Hardware bestückten Konsolen von Microsoft und Sony werden AMD im PC Markt weiterhelfen da hier die Optimierung erleichtert wird. Alles in allem wird das wohl ein gutes Jahr für AMD, die Geduld und Arbeit hat sich ausgezahlt, sowohl mit Zen und Infinity Fabric also auch mit RDNA. AMD absolute Kaufempfehlung
Hannes / 24.03.20 / 8:46 Uhr Das gerade zurückliegende hoch liegt an der konsequenten Entwicklung und Vermarktung der neuen ryzen Prozessoren die bei Preis/Leistung Konkurrent Intel weit voraus sind, nicht an den Grafikkarten.
Max / 24.03.20 / 16:15 Uhr AMD hat sich nie aus dem Prozessormarkt zurückgezogen und derzeit mit dem Ryzen auf Basis des Zen2 das rundere Produkt. Zudem wird AMD nun vermehrt in Rechenzentren eingesetzt und die neuen Spielekonsolen setzen auf AMD.
Sascha Huber / 24.03.20 / 17:32 Uhr Was ihr schreibt, ist zwar grundsätzlich alles richtig. Es bezieht sich aber in erster Linie auf den Bereich der Desktop-PCs. Ich sehe diese jedoch auf dem absteigenden Ast. Letzten Endes wird meines Erachtens aber der (mobile) Laptop das Rennen machen (nicht die Tablets, siehe den einbrechenden iPad-Absatz von Apple) - und hier liegt Intel immer noch vorne. Grundsätzlich basiert der (neue) Erfolg von AMD jedoch schon in erster Linie auf den Grafikchips, insbesondere dank der seinerzeitigen Übernahme von ATI. Bei Hochleistungsgrafikchips liegt aber Nvidia weiter vorne. Generell sehe ich bis dato noch nicht, dass AMD an Intel und Nvidia vorbei kommt. Mein Topfavorit der drei Aktien daher weder AMD noch Intel, sondern ganz klar Nvidia. Gruß, Sascha PS: Ich freue mich jedoch sehr über die sachliche Diskussion, weiter so!!
/ 25.03.20 / 15:48 Uhr Also ich denke nicht dass der Wert von AMD an den verkauften Grafikkarten gemessen werden kann. Vielmehr nimmt AMD im Server-Bereich eine weitaus wichtigere Rolle ein. Die auf Zen/Infinity Fabric basierenden Technologien skalieren viel besser als alles andere.