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Sascha / 08.04.20 / 9:26

1&1 Drillisch: Leider nicht so günstig wie man glaubt!

Schon seit Anfang des Jahres 2018 befindet sich die Aktie von 1&1 Drillisch (WKN: 554550) auf dem absteigenden Ast. Zuletzt beschleunigte sich die Abwärtsbewegung sogar nochmals.

So kam es Ende vergangenen Jahres zu einer lange erwarteten Entscheidung in einem von 1&1 Drillisch selbst eingeleiteten Schiedsgerichtsverfahren. Im Rahmen dieses Prozesses wollte das Unternehmen eine rückwirkende Senkung der Vorleistungspreise ab September 2017 erreichen. Diesem Begehren wurde jedoch nicht stattgegeben. Zwar kündigte der Konzern an rechtliche Schritte gegen dieses Urteil zu prüfen, bis dato gab es jedoch keine weiteren Nachrichten dazu.

Nochmaliger heftiger Abverkauf im Zuge des Corona-Crashs...

Obwohl sich der Aktienkurs zwischen Anfang 2018 und Ende 2019, und damit in nur rund zwei Jahren, bereits etwa geviertelt hatte, kam es im Zuge des Corona-Crashs – nach einer zwischenzeitlichen Kurserholung – zu einem erneuten heftigen Rückschlag. Im Zuge dieses Rückschlags halbierte sich die Aktie beinahe nochmals, ehe sie dann im Rahmen der zuletzt gesehenen allgemeinen Gegenbewegung an der Börse um mehr als +40% zulegen konnte. Dennoch notiert der Titel heute immer noch fast -75% unter seinem Anfang 2018 erklommenem Allzeithoch.

Nicht einmal die Tatsache, dass der Mutterkonzern United Internet die Kursschwäche der Aktie dazu nutzte seine Beteiligung auf 75,1% des Aktienkapitals auszubauen (wir berichteten), konnte den Kursverfall wirklich stoppen. Vielmehr befürchten die Anleger wohl, dass sich 1&1 Drillisch mit der Ersteigerung einer deutschen 5G-Lizenz sowie des in der Folge geplanten Aufbaus eines eigenen 5G-Netzes finanziell übernommen haben könnte. Auch und eben gerade in den Zeiten von Corona und den deshalb von der Bundesregierung eingeleiteten Gegenmaßnahmen.

Die Substanz des Konzerns ist schwächer als es scheint!

Viele Anleger, ganz besonders die in der Vergangenheit verwöhnten Kleinanleger – immerhin konnte sich die Aktie zwischen Ende 2002 und Anfang 2018 und damit in nur 16 Jahren mehr als vereinhundertachtundzwanzigfachen – halten die negative Kursentwicklung der vergangenen zwei Jahre daher für übertrieben. Die meisten Analysten sehen das ähnlich. Als Argument wird dabei stets gerne das vergleichsweise Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) angeführt, der die finanzielle Substanz des Unternehmens belegen soll.

Schaut man jedoch genauer in die Bilanz, stellt man schnell fest, dass dort per Ende 2019 zwar ein Eigenkapital in Höhe von 4,6 Milliarden Euro ausgewiesen werden. Allerdings stehen dabei auf der Aktivseite auch Firmenwerte ("Goodwill") in Höhe von drei Milliarden Euro. Dieser Goodwill kommt dabei durch Übernahmen zustande – wenn der Käufer, wie es der Regelfall ist, einen gewissen Aufschlag auf das Eigenkapital des übernommenen Unternehmens bezahlt.

Wer daher die finanzielle Substanz wirklich bewerten möchte, muss diesen Goodwill eigentlich abziehen. Zumal man diesen gerade in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben, gerne in Frage stellt. Insofern ist weder die finanzielle Substanz von 1&1 Drillisch so groß wie sie auf den ersten Blick erscheint noch die Aktie so günstig wie viele glauben mögen. Kurzfristig dürfte die Aktie daher weiterhin sehr volatil bleiben!

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