Administrator / 10.06.15 / 15:35

World Markets-Aktie: Buchwert über 2 Euro - Kursziel viel höher?

Vor zwei Jahren noch 16 Euro, millionenschwere Fonds-Finanzierungen zu ähnlich hohen Kursen: Die Gründe für den Absturz der World Markets-Aktie (WKN: A0NJ8B) bis in den tiefen Pennystock-Bereich sind erstmal schwer nachzuvollziehen. Erst recht nicht, wenn man die Pläne des Managements kennt...

Als Projektentwickler und -finanzierer im ökologischen Bereich ist World Markets mit Sicherheit auf den ersten Blick nicht das spannendste Investment für den durchschnittlichen Kleinanleger. Doch wir haben eine Reihe von Gründen zusammengetragen, die in naher Zukunft ein spektakuläres Kurs-Abenteuer vermuten lassen und dem Pennystock-Dasein der Aktie ein Ende bereiten könnten.

Dicke Überraschung im Anmarsch?

SD-Informationen zufolge dürften die jüngsten Kursbewegungen nicht von ungefähr kommen: Das World-Markets-Management soll demnach unter Hochdruck neue Pläne für die Gesellschaft schmieden. Ein mögliches Szenario: der Verkauf sämtlicher Assets auf Distressed-Basis! Eine Veräußerung aller Vermögenpositionen könnte dem Schweizer Entry-Standard-Unternehmen einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag in die Kasse spülen. Laut den letzten veröffentlichten Zahlen zum Halbjahresende 2014 verfügte World Markets über ein signifikant positives Eigenkapital in Höhe von umgerechnet rund 10,2 Millionen Euro. Bei 4,08 Millionen ausstehenden Aktien ergibt sich für die World-Markets-Aktie ein Buchwert von rund 2,50 Euro!

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Potenzieller Käufer der Assets könnte ein Distressed-Fonds sein. Die World-Markets-Führung ist in der Fondswelt überragend vernetzt. CEO Rolf Küng ist unter anderem auch Chef des großen Fondsdienstleisters IFIT. Im Jahr 2013 sammelte World Markets aus seinem Umfeld die stolze Summe von rund 40 Millionen Euro ein; teilweise bezahlten Investoren für die Aktien Stückpreise über 15 Euro.

99%-Kurssturz - doch warum?

Der Grund für den unglaublichen Kursverfall in kurzer Zeit liegt im Brasilien-Engagement des Unternehmens begründet. So wurde die Beteiligung an der F.I.T.-Gruppe und somit dem brasilianischen Plantagengeschäft schon kurz nach den riesigen Mittelzuflüssen aus den Kapitalerhöhungen fast vollständig abgeschrieben. Entsprechend entstand für das Jahr 2013 ein Verlust von fast 40 Millionen Schweizer Franken. Gedanklich ist Brasilien allerdings längst nicht vom Tisch, wie das Management unter anderem im Rahmen seines letzten Geschäftsberichts sinngemäß betonte. Ein hier erzielter Veräußerungserlös wäre also nochmals auf den bilanzierten inneren Wert der Gesellschaft anzurechnen. Nach Plan sollen hingen die weiteren Projekte laufen. So wurde beispielsweise der kommerzielle Start für ein Biomasse-Kraftwerk in Kambodscha für das laufende Jahr in Aussicht gestellt.

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Steuerfreie Sonderausschüttung?

Für uns liegt auf der Hand: World Markets forciert nun den Verkauf seiner Assets und könnte auch nach Abzug sämtlicher Schulden noch über einen erheblichen Barmittelbestand in zweistelliger Millionenhöhe verfügen. Druck könnte hier auch von einflussreichen Aktionären kommen, denn nach Schweizer Recht wäre eine steuerfreie Sonderausschüttung zwischen dem Nominalwert von 1,60 CHF und dem vereinnahmten Agio möglich. Im Anschluss wäre World Markets zudem noch ein hochinteressanter, mit Cash und einem erheblichen Verlustvortrag ausgestatteter Börsenmantel. Neue Details zur Zukunft der Gesellschaft könnten mit der Vorlage des Jahresabschluss zum letzten Geschäftsjahr an die Öffentlichkeit dringen. Erfahrungsgemäß sollte es hier noch im laufenden Monat Juni soweit sein.

Interessenkonflikt
Auftraggeber und Autor dieser Publikation halten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des besprochenen Unternehmens und haben – wie andere Aktionäre auch – eventuell die Absicht, diese – auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnten dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Für diesen Beitrag redaktionell verantwortlich ist der Autor als freiberuflicher Journalist. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss und weitere Hinweise gemäß §34b Abs. 1 WpHG in Verbindung mit FinAnV (Deutschland) unter: sharedeals.de/haftungsausschluss.

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