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Sascha / 06.12.19 / 9:38

Workday: Scharfer Rücksetzer nach Zahlen

Die Aktie des Cloud-Software-Unternehmens Workday (WKN: A1J39P) geriet in den vergangenen Tagen erneut unter stärkeren Abgabedruck. Den Grund hierfür sehen Marktbeobachter in den kürzlich vorgelegten Quartalszahlen, obwohl diese eigentlich recht solide ausfielen.

Doch schauen wir uns die vorgelegten Quartalszahlen sowie den Ausblick des Managements doch an dieser Stelle mal gemeinsam in aller Ruhe an. Workday vermeldete für sein drittes Fiskalquartal einen Quartalsumsatz in Höhe von 938,1 Mio. US-Dollar und konnte damit die Konsensschätzungen der Analysten in Höhe von knapp 920,8 Mio. US-Dollar schlagen. Auch beim Gewinn je Aktie schnitt man mit 0,53 US-Dollar deutlich besser ab als von den Analysten veranschlagt (0,37 US-Dollar).

Allerdings war vielen Anlegern wohl der Ausblick auf das bereits laufende vierte Quartal zu schwach. Zwar lag das Management auch hier eigentlich über den Konsensschätzungen, jedoch nur leicht. Hatten Analysten nämlich bisher in Q4/2019 mit einem Abonnementumsatz von 827 Mio. US-Dollar kalkuliert, prognostizierte der Vorstand um CEO Aneel Bhusri einen solchen zwischen 828 und 830 Mio. US-Dollar – und somit im arithmetischen Mittel von 829 Mio. US-Dollar. Daraus schlossen Anleger, dass auch bei Workday die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Fundamentale Bewertung der Aktie immer noch extrem hoch

Dabei erscheint es durchaus logisch, dass sich das Wachstum im Laufe der Zeit – schon aufgrund des sogenannten Basiseffekts – eben abschwächt. Es ist eben deutlich einfacher seinen Jahresumsatz von einer Million US-Dollar auf zwei Millionen US-Dollar zu verdoppeln als ihn von einer Milliarde US-Dollar auf zwei Milliarden US-Dollar ebenfalls zu verdoppeln. Erstaunlich jedoch, dass Anleger dies meistens sehr spät bemerken.

Doch kommen wir mal zur fundamentalen Bewertung der Aktie. Im Geschäftsjahr 2018 (per Ende Januar 2019) erzielte Workday noch einen Jahresumsatz von gut 2,82 Mrd. US-Dollar sowie einen Nettoverlust von knapp -290 Mio. US-Dollar. Im laufenden Geschäftsjahr 2019 dürfte der Jahresumsatz nunmehr auf über 3,6 Mrd. US-Dollar (+28,3%) steigen. Zugleich dürfte jedoch auch der Nettoverlust auf letztlich weit über 400 Mio. US-Dollar weiter deutlich zulegen.

Alles in allem weist die Aktie derzeit, trotz der starken Korrektur zuletzt, immer noch ein aktuelles KUV von über 10 auf. Ein KGV gibt es dabei natürlich nicht. Lassen Sie sich dabei auch nicht von den zuletzt gemeldeten Gewinnen je Aktie täuschen. Denn dabei handelt es sich stets um bereinigte Gewinne. De facto verdient Workday, wie die meisten anderen Cloud-Software-Unternehmen, aktuell noch kein Geld und wird es – schon aufgrund notwendiger Investitionen – so schnell auch nicht tun.

Aus charttechnischer Sicht um 150 US-Dollar kaufenswert...

Konservative Investoren dürfen sich natürlich mit Wachstumswerten à la Workday eigentlich gar nicht beschäftigen. Sonst stehen Ihnen, dank der extrem hohen Bewertungen, schnell die Haare zu Berge. Spekulativer ausgerichtete Anleger und ganz besonders sehr kurzfristig ausgerichtete Trader dürften Aktien wie Workday jedoch lieben. Schließlich weisen diese eine hohe Volatilität auf, die man sich insbesondere beim Trading natürlich zunutze machen möchte.

Dabei orientieren sich die kurzfristig ausgerichteten Trader jedoch stets in erster Linie am Chartbild. Zwar wirkt dieses bei der Aktie von Workday auch schon seit einiger Zeit angeschlagen. Allerdings könnte sich der Titel ausgerechnet jetzt stabilisieren. Denn die Aktie fiel zuletzt bekanntlich von einem Zwischenhoch bei knapp 225 US-Dollar auf ein Korrekturtief bei nur noch knapp oberhalb von 150 US-Dollar und somit um knapp ein Drittel zurück.

Im Bereich um 150 US-Dollar hat sich daher zuletzt ein charttechnischer Boden ausgebildet, von dem aus die Aktie wieder Rallyversuche startete. Bisher waren diese jedoch noch nicht vom ganz großen Erfolg gekrönt, zwischen 165 und 170 US-Dollar war und ist wohl der Deckel drauf. Langer Rede, kurzer Sinn: Mutige Trader kaufen die Aktie von Workday möglichst nahe an der Marke von 150 US-Dollar und platzieren ihren Stoppkurs knapp unterhalb dieser runden Marke.

Anschließend liegt das erste, kurzfristige Kursziel im Bereich 165 bis 170 US-Dollar. Sollte die Aktie es jedoch schaffen den charttechnischen Widerstand in diesem Bereich zu brechen, winkt anschließend eine Fortsetzung der Kursrally bis mindestens 180-185 US-Dollar. Oberhalb von 185 US-Dollar wäre sogar eine Rückkehr zu den bisherigen Allzeithochs um 225 US-Dollar denkbar.


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