Administrator / 15.10.10 / 18:20

WCM - Neues Leben, neue Fantasie

Die WCM AG steht vor dem Neustart: Nach rund viereinhalb Jahren soll das Unternehmen in Kürze aus dem Insolvenzverfahren kommen. Noch 2005 war die deutsche Beteiligungsgesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast einer Milliarde Euro ein Kandidat für den DAX. Aufgrund einer Fehlspekulation mit Anteilen an der Commerzank geriet das Unternehmen jedoch in ein Schieflage, die eine Insolvenz letztendlich unvermeidbar machte. Jahre später ist die Aktie der WCM nun ein Kandidat für einen der interessantesten Zocks des Jahres.

Medienberichten zufolge steht die Aufhebung des Insolvenzverfahrens unmittelbar bevor. Die Börse hat von der neuen Situation erwartungsgemäß bereits Kenntnis genommen, allerdings noch in einem recht moderaten Ausmaß. Zwar konnte sich der Kurs der Aktie auf 52-Wochen-Sicht schon mehr als verdoppeln, der aktuelle Wert eines WCM-Papiers von knapp 0,25 Euro und die Marktkapitalisierung von rund 70 Millionen Euro lassen aber noch reichlich Spekulationsluft nach oben. Denn: Wo eine faire Bewertung des von Altlasten befreiten und mit 235 Millionen Euro anerkanntem Verlustvortrag ausgestatteten Unternehmens liegen könnte, ist noch vollkommen offen. Neuesten Berichten zufolge steht der Einstieg eines Investors bevor. Die WCM will sich zukünftig auf den Erwerb und die Vermietung von Gewerbeimmobilien spezialisieren. Auch Unternehmensbeteiligungen seien mittelfristig wieder denkbar, heißt es.

Dank einem offensichtlich erfolgreich durchgeführten Insolvenzplanverfahren dürfte die WCM-Aktie in der nächsten Zeit ein besonders interessanter Titel sein. Es ist zu beachten, dass tatsächlich die bislang börsennotierte Gesellschaft fortbestehen soll und es nicht etwa zu einem Neustart im Zuge eines Asset Deals kommt. Für die nächsten Wochen sehen wir aufgrund wachsender Phantasie und Aufmerksamkeit durchaus weiteres Kurspotenzial nach oben.

Erklärung nach § 34b Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes
Die Autoren erklären, dass sie im Besitz von Finanzinstrumenten sein könnten, auf die sich die hier publizierten Beiträge beziehen. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes.

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Kommentare
Fahrenheit / 10.01.12 / 17:17 Uhr Diese Meldung habe ich auf der Homepage der WCM gefunden. Ferner hat ein Aufsichtsratmitlgied in 2011 Aktien der WCM erworben. 22.12.2011 WCM AG wird 2012 operatives Geschäft wiederaufnehmen Ende 2010 wurde die Insolvenz der WCM AG aufgehoben und das so genannte Insolvenzplanverfahren gerichtlich beschlossen. Dieser Vorgang ist für eine börsennotierte Aktiengesellschaft in Deutschland einmalig, weil damit die Möglichkeit eröffnet wird, die in der Gesellschaft vorhandenen Werte durch Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit zu erhalten. Hierbei geht es vor allem darum, die „Assets“ der WCM AG durch Kapitalmaßnahmen zu „heben“, um die Werthaltigkeit der WCM AG auszuschöpfen. Das werthaltigste „Asset“ der Gesellschaft ist zweifellos der erhebliche Verlustvortrag von ca. 280 Millionen Euro sowohl bezüglich Gewerbe- als auch Körperschaftssteuer. Dieser unterscheidet sich von „gewöhnlichen“ Verlustvorträgen dadurch, dass dieser von den Finanzbehörden verbrieft ist und keiner weiteren Überprüfung bedarf. Weitere wichtige „Assets“ der WCM AG sind die Börsennotierung an 7 Börsenplätzen und die Schuldenfreiheit der Gesellschaft; es existieren keinerlei Bankverbindlichkeiten oder sonstige Altlasten. Eine schuldenfreie, börsennotierte Gesellschaft wie die WCM AG mit ihren erheblichen Verlustvorträgen ist für Investoren eine ideale Plattform zur Optimierung der geschäftlichen Aktivitäten. Die WCM AG als Beteiligungsgesellschaft unterliegt keinen branchenabhängigen gesetzlichen Beschränkungen. Zwar hat der Gesetzgeber die Verwertung von Verlustvorträgen durch § 8c KStG erschwert, indem er Investoren nur einen Einstieg von 25% bis maximal bis zu 50% ermöglicht, andernfalls der Verlustvortrag geschmälert resp. gänzlich wegfällt. Jedoch können bei Beachtung der gesetzlichen Vorgaben entsprechende juristische Regelungen getroffen werden, die eine Verwertung der Verlustvorträge gewährleisten. Im Jahr 2011 ist es der Verwaltung gelungen, für die vorgenannten Probleme Lösungswege zu finden, die in 2012 zum Erfolg führen werden. Nachdem die KPMG im November 2011 auch den Jahresabschluss 2010 testiert und der Aufsichtsrat ihn im Dezember 2011gebilligt hat, sind jetzt die wesentlichen Voraussetzungen für einen Neustart der WCM AG gegeben. Die „Assets“ der WCM AG können nur dann zur „Wertschöpfung“ führen, wenn die Hauptversammlung die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit nach § 274 AktG beschließt. Vorstand und Aufsichtsrat werden in der kommenden Hauptversammlung 2012 den Aktionären ein entsprechendes Konzept präsentieren. Der Aufsichtsrat der WCM AG wird in seiner nächsten Sitzung im Januar 2012 die weitere Vorgehensweise beschließen und den Termin und die Tagesordnung der HV 2012 festlegen.