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Sascha / 11.11.19 / 20:37

Walgreens Boots Alliance: Mit Hilfe von KKR weg von der Börse?

Es ist noch gar nicht so lange her, da geriet die Aktie von Walgreens Boot Alliance (WKN: A12HJF) unter stärkeren Abgabedruck. Dabei war die Aktie erst kurz zuvor für den angeschlagenen Großkonzern General Electric (GE) in den Dow Jones Industrial Averages (DJIA) aufgenommen worden.

Dabei gab es für die schwache Performance der Aktie gleich mehrere gute Gründe. Zum Einen nämlich war sie zuvor sehr gut gelaufen, weshalb sie ja überhaupt erst in den Dow Jones aufrücken durfte.

Zum Anderen aber hatte der weltgrößte eCommerce-Konzern Amazon.com den Einstieg in den Markt von Walgreens Boots Alliance bekannt gegeben, was Befürchtungen über einen sich verschärfenden Margendruck aufkommen ließ. Diese Befürchtungen waren dabei gar nicht mal so sehr aus der Luft gegriffen wie man auf den ersten Blick vielleicht meinen konnte. Denn bereits kurz zuvor hatte das Management gewarnt, dass man unter steigenden Rohstoffpreisen leide, die sich nicht mehr vollständig an die Verbraucher weiter geben könne.

Als Walgreens Boots Alliance dann kurze Zeit später in der Tat recht schwache Quartalszahlen vorlegte, war es um die Aktie geschehen. Die Anleger trennten sich, aus Angst vor sinkenden Margen und damit einhergehend sinkenden Gewinnen, in Scharen von dem Papier. Ja, manch ein Experte unkte bereits, dass das Gastspiel der Aktie im US-amerikanischen Auswahlindex nur von kurzer Dauer sein könnte und die Aktie bald wieder raus fliegen könnte.

Management um CEO Stefano Pessina ist ebenfalls unzufrieden mit der Kursentwicklung

Zuletzt wurde dann bekannt, dass das Management des Unternehmens um Großaktionär (rund 1/6 des Aktienkapitals) und CEO Stefano Pessina ebenfalls unzufrieden mit der Kursentwicklung der eigenen Aktie ist. So kamen am Markt schnell Gerüchte auf, dass der Vorstand planen könnte das Unternehmen von der Börse zu nehmen, ein sogenanntes Going Private. Dazu wäre jedoch natürlich ein Übernahmeangebot an alle Anteilseigner notwendig.

Weder die Company noch Großaktionär und CEO Stefano Pessina verfügen jedoch über genügend Geld, um ein solches Going Private durchzuführen. Deshalb habe das Management Kontakt zu Finanzinvestoren aufgenommen, mit deren Hilfe man dieses Vorhaben dann umsetzen wolle. Wie heute bekannt wurde, soll sich der Finanzinvestor KKR (Abkürzung für Kohlberg Kravis Roberts) für ein solches Going Private in Kooperation mit dem Management/Unternehmen interessieren.

Aktie avanciert zum Topgewinner im Dow Jones Industrial Averages (DJIA)...

Dank dieser News avanciert die Aktie heute, mit rund +6%, aus dem Stand zum Topgewinner im US-amerikanischen Standardwerte-Index. Dies ist schon für sich genommen sehr positiv, zeigt es doch, dass viele Anleger tatsächlich an ein Going Private zu glauben scheinen. Insbesondere aus rein charttechnischer Sicht ist es jedoch noch viel positiver zu bewerten. Denn mit diesem Kurssprung schafft es die Aktie den charttechnisch wichtigen Widerstand zwischen 59 und 60 US-Dollar herauszunehmen und somit ein entsprechendes Kaufsignal zu generieren.

Das Kursziel auf Basis dieses Kaufsignals liegt kurz- bis mittelfristig nun eigentlich um 72 US-Dollar. Allerdings gibt es auf dem Weg dorthin noch einige andere, untergeordnete, charttechnische Widerstände wie beispielsweise den Bereich um 65 US-Dollar sowie den Bereich um 68 US-Dollar und natürlich auch die runde 70 US-Dollar Marke. Allerdings dürfte die Aktie an diesen Marken nur Zwischenstopps auf ihrem weiteren Weg nach oben bis 72 US-Dollar einlegen.

Die Allzeithochs bei knapp 100 US-Dollar sind wohl nicht wieder drin!

Die Allzeithochs der Aktie aus dem Jahr 2015 lagen knapp unterhalb der runden 100 US-Dollar Marke. Anschließend kam es zu einem deutlichen Kursverfall, der die Aktie im Tief bis auf unter 50 US-Dollar abstürzen ließ. Ausgehend von diesen Korrekturtiefs, die Mitte diesen Jahres erreicht wurden, befindet sich die Aktie nun wieder auf Erholungskurs. Zwar hat sie sich im Zuge dieser Kurserholung schon wieder um rund +25% verteuert, sie notiert jedoch immer noch weit unter den gerade genannten Allzeithochs.

Im Zuge eines Going Privates würde ich daher mit einem Übernahmeangebot um 75 US-Dollar (+/- 3 US-Dollar, also zwischen 72 und 78 US-Dollar) rechnen. Insofern erscheint eine Rückkehr zu den alten Allzeithochs so schnell nicht mehr möglich. Wer zu diesen Kursen eingekauft hat, wird daher wohl nur mit entsprechenden Kursverlusten wieder raus kommen. Auf dem aktuellen Kursniveau ist die Aktie meines Erachtens jedoch durchaus ein Kaufkandidat, wenngleich ich – wie immer – nicht unbedingt an einem so starken Tag wie heute zugreifen würde.

Vielmehr heißt es hier auf einen nochmaligen leichten Kursrücksetzer in Richtung 60 US-Dollar oder leicht darunter zu warten – und dann zuzugreifen. Als Kursziel halte ich den von mir anvisierten Übernahmepreis von 75 US-Dollar (+/- 3 US-Dollar) für möglich. Sollte es jedoch letztlich doch nicht zu einem Going Private kommen, wäre wohl ein Kursrücksetzer in Richtung 54/55 US-Dollar zu erwarten. Auch von diesem Kursniveau ausgehend jedoch hätte die Aktie ein gewisses Kurspotenzial, 65 bis 68 US-Dollar sind auch dann drin!


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