Trulieve Cannabis +134% YTD – aber das sind die 3 deutschen Legalisierungs-Raketen

Trulieve Cannabis
25.03.24 um 16:07

Die Trulieve-Cannabis-Aktie (WKN: A2N60S) ist in den vergangenen 3 Monaten um über +130% hochgeschossen. Die Hausse des kanadischen Marihuana-Unternehmens wurde durch Anleger-Hoffnungen auf eine DEA-Herabstufung des Rauschmittels und eine Legalisierung in Florida befeuert und könnte sich fortsetzen. Die großen Profiteure des deutschen Legalisierungs-Gesetzes sind hingegen 3 einheimische Firmen.

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ℹ️ Trulieve Cannabis vorgestellt

  • Trulieve ist ein multinationales Cannabis-Unternehmen aus Kanada, das sich auf den Anbau, die Produktion und den Vertrieb von medizinischem Cannabis und damit verbundenen Produkten spezialisiert hat.
  • Der Hauptsitz und das geschäftliche Epizentrum des Unternehmens befinden sich in Florida, USA.
  • An der Börse hat Trulieve derzeit einen Wert von 2,25 Milliarden US$.

Es liegt nicht an den Geschäftszahlen

Die Trulieve-Aktie ist in den vergangenen 3 Monaten um mehr als +134% auf über 16 US$ gestiegen, und die Hausse des Cannabis-Players könnte sich möglicherweise noch länger fortsetzen.

Sehr wahrscheinlich wird das Unternehmen eine anhaltende Outperformance gegenüber dem Markt aber nicht den eigenen operativen Leistungen zu verdanken haben. Die sind 2023 im Gegensatz zum eigenen Produkt nicht berauschend gewesen, und werden es voraussichtlich auch im laufenden Jahr nicht sein.

Die wichtigsten Faktoren, die die Entwicklung dieses Cannabis-Stocks beeinflussen, liegen hingegen nach wie vor nicht in der Hand des Unternehmens.

DEA-Scheduling und die Möglichkeit auf Florida-Legalisierung treiben den Kurs

Was die Trulieve-Rallye seit Monaten befeuert, ist die Aussicht auf eine mögliche Neuklassifizierung von Cannabis durch die US-Drogenbehörde DEA von Schedule 1 auf Schedule 3. Diesen Schritt hatte im vergangenen August das Department of Health & Human Services vorgeschlagen.

Eine positive Entscheidung könnte das Ende der 280E-Besteuerung bedeuten, wodurch die Steuerlast für Cannabisproduzenten und -verkäufer deutlich reduziert würde. Im November hat Trulieve bereits eine entsprechende Rückerstattung bei der US-Steuerbehörde IRS beantragt, und mehrere Konkurrenten folgten diesem Vorstoß.

Eine weitere Kurs-Triebfeder war die Aussicht, dass Florida den Marihuana-Konsum für Erwachsene legalisiert. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaats hat bis zum 1. April Zeit, diesbezüglich eine wegweisende Entscheidung zu treffen. Da der Staat ein Touristenmagnet ist und Trulieve dort über 133 Abgabestellen verfügt, dürften ein aus Sicht der Cannabis-Industrie günstiges Gerichtsurteil an der Börse neue Kursprünge auslösen.

Operative Herausforderungen bleiben

Geschäftlich läuft es bei Trulieve derweil alles andere als vielversprechend.

Der Gesamtumsatz fiel im vergangenen Jahr um 7% auf 1,13 Milliarden US$ aufgrund verschiedenster Herausforderungen: unter anderem stärkerer Wettbewerb und sich ändernde Marktbedingungen. Die Verschlechterung der Brutto-Marge von 57 auf 52% deutet auf Kostensteigerungen hin. Beim bereinigten EBITDA verzeichnete das Unternehmen zudem einen empfindlichen Rückgang um 19% auf 322,3 Millionen US$.

Alles deutet darauf hin, dass die Kanadier eine Reihe von finanziellen und betrieblichen Herausforderungen zu meistern haben, die sich auch im laufenden Jahr fortführen dürften.

Keine konkreten Marktaussichten in Deutschland

Die kurzfristigen Aussichten von Trulieve hängen stark davon ab, was die DEA in Bezug auf das Cannabis-Scheduling unternehmen wird und ob die Florida-Legalisierung Fortschritte macht, damit die Unternehmen von Steuererleichterungen profitieren können.

Sollte die Entscheidungen für die Kanadier jedoch negativ ausfallen, hat die Trulieve-Aktie jedoch ein erhebliches Abwärtsrisiko aufgebaut. 2023 war das Papier noch vergleichsweise billig, nun liegt es jedoch auf einer Linie mit anderen multinationalen Playern.

Man bedenke außerdem, dass die Hoffnungen der Anleger auf neue Cannabisgesetze, sei es für Bankenreformen oder die Legalisierung, schon mehr als einmal enttäuscht wurden. Es könnte außerdem auch immer passieren, dass geänderte Vorschriften neue betriebliche Anforderungen und Steuerbelastungen mit sich bringen.

Im Moment ist die Trulieve-Aktie nur für risikotolerante Anleger geeignet, denen die relativ hohe Wahrscheinlichkeit einer starken Abwärtsbewegung nichts ausmacht.

Die deutschen Legalisierungs-Raketen

Und was die Marihuana-Legalisierung in Deutschland angeht: Zum aktuellen Zeitpunkt ist es noch viel zu früh, um darüber zu spekulieren, ob kanadische Cannabis-Multis wie Trulieve von der Marihuana-Legalisierung in Deutschland profitieren können.

Deutschland ist ein potenzieller Milliardenmarkt, und prinzipiell könnte Trulieve von dem Gesetz profitieren, wenn man sich als First-Mover einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte. Klare Aussichten gibt es für ausländische Unternehmen derzeit jedoch nicht.

Deutsche Firmen aus dem medizinischen Bereich profitieren derweil bereits: Cannovum Cannabis (WKN: A37FUP) oder die Cantourage Group (WKN: A3DSV0), bei denen die Kurse seit Anfang Januar noch stärker gestiegen sind als bei Trulieve. Anleger spekulieren bei diesen Aktien darauf, dass die Cannabis-Verschreibung durch Ärzte leichter wird, Bürokratie wegfällt, und schließlich auch die Nachfrage nach entsprechenden Medikamenten steigt.

Der größte Profiteur des deutschen Kiffer-Hypes an der Börse ist jedoch SynBiotic (WKN: A3E5A5), das quasi die ganze Wertschöpfungskette anbietet inklusive Freizeit-Marihuana. Die Kursgewinne seit Anfang des Jahres summieren sich bei der auf Cannabis fokussierten Investmentgesellschaft auf +365%.

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