Sunrise Medical: Nächster deutscher Börsengang?

23.10.23 um 8:08

Es bahnt sich ein weiterer Börsengang eines deutschen Unternehmens an. Medienberichten zufolge wird der badische Rollstuhlhersteller Sunrise Medical im ersten Halbjahr 2024 sein Debüt an der Börse geben. Wer ist dieses Unternehmen und was steckt hinter dem geplanten IPO?

canva.com/da-kuk

ℹ️ Sunrise Medical vorgestellt

Die Sunrise Medical GmbH mit Sitz in Malsch bei Karlsruhe entwickelt, produziert und vertreibt Rollstühle. Ursprünglich einer der Vorreiter im Rollstuhlbau für den Behindertensport ist Sunrise Medical heutzutage in der Serienfertigung verschiedenster mechanischer und elektrischer Rollstühle für den Alltagsgebrauch tätig. Das Unternehmen ist derzeit im Besitz des Finanzinvestors Nordic Capital, soll aber im ersten Halbjahr 2024 an die Börse gebracht werden.

Exit über die Börse

Das 1978 unter dem Namen Sorg & Purkott gegründete Unternehmen stellte ursprünglich Gartentore und Treppengeländer her. Anfang der 1980er-Jahre entwickelte Sorg & Purkott den ersten Rennrollstuhl Europas. Der Erfolg mit Sportrollstühlen veranlasste das Unternehmen, in das allgemeine Geschäft mit Rollstühlen einzusteigen. Heute fokussiert sich das inzwischen unter Sunrise Medical firmierende Unternehmen auf hochwertige elektrische und mechanische Rollstühle.

Seit 2015 ist Sunrise Medical im Besitz des Finanzinvestors Nordic Capital. Nach acht Jahren sucht Nordic Capital nun einen Exit-Kanal für sein Beteiligungsunternehmen. Offenbar scheiterten in den letzten Monaten Gespräche mit anderen Private Equity Unternehmen aufgrund der im Raum stehenden Bewertung. Finanzkreisen zufolge erhofft sich Nordic Capital eine Gesamtbewertung in Höhe von etwa dem 15-Fachen des erwarteten Jahresgewinns, was rund 2 Milliarden € entspricht.

Aufgrund der gescheiterten Verkaufsgespräche hat sich Nordic Capital nun offenbar für einen Exit über einen Börsengang entschieden. Insidern zufolge hat die Beteiligungsgesellschaft dafür die Investmentbanken Bank of America, Jefferies und UBS mandatiert. Bislang gibt es von allen angeblich beteiligten Parteien diesbezüglich noch keine Bestätigung.

Der nächste verschobene Börsengang

Angeblich war der Gang auf das Börsenparkett schon für diesen Herbst geplant gewesen. Angesichts der schlechten Marktlage haben sich Nordic Capital und seine Banken aber für eine Verschiebung des IPO in das kommende Jahr entschieden. Mit dem verschobenen Börsengang steht Sunrise Medical nicht allein da. Auch die Bank OLB und der Tankkartenanbieter DKV haben ihre Börsenpläne für diesen Herbst fürs Erste schubladisiert.

Die IPO-Verschiebung von Sunrise Medical dürfte sich als goldrichtig erwiesen haben, denn bislang haben alle in jüngster Vergangenheit an die Börse gegangenen deutschen Unternehmen (mit Ausnahme von Schott Pharma) eine äußerst schwache Performance gezeigt. Der Sandalenhersteller Birkenstock, der Cloud-Anbieter Ionos und die ThyssenKrupp-Wasserstofftochter Nucera notieren heute deutlich unter ihren Ausgabepreisen.

Die sharedeals.de-Redaktion wird Anleger in Bezug auf den Börsengang von Sunrise Medical auf dem Laufenden halten. Sollte die Unternehmensbewertung beim 15-Fachen des prognostizierten EBITDA in Höhe von ca. 140 Millionen € liegen, klingt das für mich bereits heute sehr ambitioniert. Und erfahrungsgemäß bedeuten IPOs mit einer ambitionierten Bewertung nichts Gutes für Aktionäre.

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