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/ 19.12.17 / 16:47

Steinhoff will Zeit gewinnen: Haben Banken eine Wahl?

In diesen Minuten wird in London hinter verschlossenen Türen um die Zukunft von Steinhoff (WKN: A14XB9) gerungen. Der Aktienkurs sauste heute wieder in den Keller, nachdem der Handelskonzern eine Präsentation zum aktuellen Bankentreffen veröffentlicht und darin Probleme mit gekündigten Kreditlinien offenbart hat.

"Fortlaufende Unterstützung von den Kreditgebern der Gruppe und anderen Interessenvertretern werden erforderlich sein, um Stabilität aufrecht zu halten und die benötige Zeit zur Verfügung zu sellen, um die derzeitigen Probleme zu adressieren und den Wert für alle Stakeholder zu bewahren", heißt es. Mit der heutigen Präsentation legt Steinhoff anscheinend alle Fakten auf den Tisch und sorgt für maximale Transparenz gegenüber seinen Gläubigern.

Banken haben nichts von Insolvenz

Steinhoff beziffert seinen Schuldenstand über die ganze Gruppe hinweg auf 10,7 Milliarden Euro. Die Einzelpräsentationen der operativen Einheiten geben derweil Hoffnung, dass der Konzern weiterhin Geld verdient und die hohe Schuldenlast das einzige echte Problem darstellt.

Laut Steinhoff seien viele operative Einheiten aktuell dennoch von der Finanzierung über die Muttergesellschaft abhängig. Mit anderen Worten: Es droht der Zusammenbruch des täglichen Geschäfts, sofern Steinhoff Insolvenz anmelden müsste.

Solange Steinhoff Cash generiert, dürfte also kaum ein Kreditgeber eine Insolvenz des Konzern forcieren, zumal Gläubiger dann möglicherweise nochmals länger auf ihr Geld warten müssten und das Risiko in Kauf nehmen, aufgrund eines zusammebrechenen Geschäfts am Ende sogar eine geringere Quaote zu erzielen.

Steinhoff könnte in den nächsten Wochen weitere Milliarden über Beteiligungsverkäufe generieren beziehungsweise Assets als Sicherheiten hinterlegen. Eine Insolvenz bleibt aus unserer Sicht die für alle Beteigten ungünstigste Wahl - von Leerverkäufern der Aktie einmal abgesehen.

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Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des hier besprochenen Unternehmens Steinhoff International Holdings und hat die Absicht, diese je nach Marktsituation – auch kurzfristig – zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.

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Dr. Hans-Peter Irsigler / 19.12.17 / 20:44 Uhr derzeit kein Kommentar