Schrottalarm: Aeterna Zentaris und M Pharmaceutical

von (as)  /   19. Juli 2017, 17:22  /   unter Aktien, Nasdaq, Technologie  /   Keine Kommentare

Aeterna Zentaris (WKN: A1439Z) knallt heute unter hohem Umsatz zeitweise über 100% in die Höhe. Das Unternehmen meldete gestern nachbörslich einen PDUFA-Termin für sein Macrilen-Präparat. Die Aktie gilt es jedoch spätestens jetzt ebenso zu meiden wie den grundlos gehypten Mega-Schrottwert  M Pharmaceutical (WKN: A14RWC).

Nach dem Fehlschlag mit seinem Krebsmittel Zoptrex ist die Biotechschmiede Aeterna Zentaris aus finanzieller Sicht weitgehend am Ende und wird nur noch künstlich am Leben gehalten. Die verbliebenen Hoffnungen beruhen mit Macrilen nun auf einem Mittel, das nach einer gescheiterten Phase-3-Studie eigentlich schon abgeschrieben war, von Seiten des Managements aber weiterhin als möglicher Medikamentenkandidat gehandelt wird. Am 30. Dezember wird die US-Gesundheitsbehörde jetzt über die Zulassung entscheiden. Doch selbst wenn das Urteil der FDA wider Erwarten positiv ausfällt, dürfte Macrilen kaum für hohe Umsätze oder Begeisterung am Aktienmarkt sorgen.

Noch eine Kapitalerhöhung im Anmarsch?

Der Markt für Macrilen dürfte sich in den USA auf ein Volumen im lediglich unteren zweistelligen Millionenbereich belaufen. Aeterna Zentaris verfügte schon Ende März über nur noch 17,8 Millionen USD Cash in der Kasse, bei gleichzeitig fast 23 Millionen Verbindlichkeiten. Pro Quartal wurden zuletzt zudem weitere fast 4 Millionen USD Verlust verbucht. Es stellt sich die Frage, wie Aeterna Zentaris überhaupt die hohen Anlaufkosten für eine Kommerzialisierung Macrilens stemmen möchte. Eine weitere kurzfristige Kapitalerhöhung erscheint unausweichlich. Wir können uns jedoch nicht vorstellen, dass hier von Seiten namhafter institutioneller Anleger große Bereitschaft für ein Engagement besteht. Für uns ist klar: So schnell es hier hoch ging, so schnell dürfte es alsbald auch wieder runter gehen!

M Pharmceutcial – gepushter Mega-Schrott als Möchtegern-Konkurrent zu Palatin

Erste Klasse im News publizieren und heiße Luft produzieren ist auch M Pharmaceutical. Die Firma geistert seit langem durch fragwürdige Börsenbriefe und trommelt derzeit verstärkt mit der Ankündigung, mit „Extrinsa“ einen Medikamentenkandidaten im Bereich der sexuellen Erregungsstörungen bei der Frau auf den Markt bringen zu wollen. Die Ausführungen des Managements sind dabei extrem irreführend und lassen Anleger glauben, die mögliche Zulassung eines entsprechenden Medikamtes sei nicht mehr weit entfernt. Tatsache ist, dass M Pharmaceutical bislang leldiglich einen Antrag auf ein Pre-IND-Meeting bei der FDA gestellt hat. Das bedeutet, dass M Pharmaceutical für seinen Produktkandidaten bislang nicht mal klinische Studien durchgeführt hat. Zudem handelt es sich bei Extrinsa lediglich um eine Variante des verschreibungspflichtigen und bei Männern schon seit vielen Jahren eingesetzten Medikaments Tadalafil.

Selbst wenn M Pharmaceutical das Geld hätte, um nötige Studien zu finanzieren, könnte man wohl erst in einigen Jahren vor einer theoretischen Zulassung stehen. Doch dass es überhaupt so weit kommt, ist mehr als unwahrscheinlich: In der Kasse des Unternehmens herrschte mit lächerlichen 350.000 CAD per Ende März gähnende Leere. Witzigerweise meldete M Pharmaceutical auch schon eine erhöhte Umsatzprognose, ohne dabei irgendwelche Zahlen zu nennen. Das alles wird der zweifelhaften Firma jedenfalls nicht helfen: Selbst die Generikaentwicklung dürfte etliche Millionen kosten. In den Wirkstoff Bremelanotide unseres Branchenfavoriten Palatin Technologies (WKN: A1C538)  wurden beispielweise über mehr als ein Jahrzehnt mehrere Hundert Millionen USD investiert. Wer in das erste hochwirksame und gleichzeitig sichere Sex-Medikament für die Frau investieren möchte, dürfte hier nichts falsch machen. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Phase-3-Studie im vergangenen Jahr rückt hier der Zulassungsantrag immer näher. Der Komplettausbruch des Aktienkurses ist aus unserer Sicht nur noch eine Frage der Zeit.

Interessenkonflikt: Der Autor dieser Publikation hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Aktien des hier besprochenen Unternehmens Palatin Technologies und hat die Absicht, diese – auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei insbesondere von erhöhter Handelsliquidität profitieren. Hierdurch besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Bitte beachten Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss und weitere Hinweise gemäß §34b Abs. 1 WpHG in Verb. mit FinAnV (D) unter: sharedeals.de/haftungsausschluss.

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