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/ 25.03.19 / 9:36

Nvidia: Hart vom Krypto-Crash getroffen, aber...

FANG stand ursprünglich mal für die Aktien von Facebook, Amazon.com, Netflix und Google. Der Begriff wurde von James "Jim" Cramer – gemeinsam mit einem Fondsmanager – in seiner Börsenshow "Mad Money" erfunden. Viele Anleger wollten aber gerne Apple mit dabei haben, wodurch FAANG entstand. Aufgrund der hervorragenden Performance wollten dann einige auch noch Microsoft und Nvidia (WKN: 918422) dazu nehmen und so entstand FANGMAT: Facebook, Amazon.com, Netflix, Google (Alphabet), Microsoft, Apple und eben Nvidia.

Dies zeigt schon, dass Nvidia zu den best-performenden Aktien aus dem NASDAQ 100 gehörte. Ich schreibe jedoch bewusst gehörte, also die Vergangenheitsform. Denn leider fiel die Aktie von Nvidia im Zuge der Korrektur an den Aktienmärkten Ende letzten Jahres deutlich zurück. Hatte die Aktie noch am 1. Oktober auf einem Allzeithoch knapp unterhalb von 290,00 US-Dollar den Handelstag beendet, notierte sie an Heiligabend auf einem Tief bei nur noch knapp über 127,00 US-Dollar – ein Minus von ca. -56% in weniger als drei Monaten.

Doch natürlich gab es Gründe für diesen Ausverkauf und diese lagen längst nicht nur in der Korrektur des Gesamtmarktes. Vielmehr hatte Nvidia zunächst schwache Quartalszahlen vermeldet und kurze Zeit später mit einer Gewinnwarnung "nachgelegt". Als Grund sowohl für die schwachen Quartalszahlen als auch die folgende Gewinnwarnung gab das Management den Krypto-Boom an, der inzwischen vorbei war. Denn von diesem habe man zunächst stark profitiert und deshalb seine Produktion ausgeweitet. Deshalb würde es nun Überbestände geben, die belastend wirken würden.

Vom Startup anno 1993 zum Weltkonzern ab 2016...

Nvidia wurde erst Anfang 1993 von Jen-Hsun Huang, Curtis Priem und Chris Malachowsky gegründet und brachte 1995 seinen ersten Graphikprozessor (GPU) heraus. Dieser war jedoch wegen Kompatibilitätsproblemen ein Flop. Erst mit der Riva-PC-Grafikchipserie, die 1997/1998 auf den Markt kam, begann dann die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. So lieferte man 1999 den zehnmillionsten und 2002 bereits seinen hundertmillionsten Grafikchip aus. Die heutige Marktmacht des Konzerns aber beruht vor allen Dingen auf der Geforce-Grafikchip-Serie, die 1999 vorgestellt wurde.

Ein Ritterschlag für Nvidia war die Kooperation mit dem japanischen Weltkonzern Sony, um Grafikchips für deren Spielekonsole PlayStation zu entwickeln. Prinzipiell schien Nvidia damit auf dem besten Weg zu sein ein Monopol zu errichten. Dies wurde jedoch durch einen Strategieschwenk von Advanced Micro Devices (AMD) verhindert. Trotzdem entwickelte sich aus dem Startup von 1993 spätestens ab 2016 – als auch die Marktkapitalisierung erstmals über 20 Mrd. US-Dollar stieg – ein Weltkonzern.

Advanced Micro Devices (AMD) – der heutige Hauptkonkurrent

AMD nämlich hatte sich lange Zeit als – mehr oder weniger – einziger Konkurrent des Weltmarktführers im Chipsektor, Intel, versucht. Oftmals hieß es zwar, dass AMD zum Haupt-Konkurrenten aufgeschlossen oder diesen sogar überholt habe, insbesondere auch nach Entdeckung des berühmten Pentium-Bugs im Jahr 1994. Doch wirklich gefährlich wurde AMD dem Weltmarktführer – auch dank dessen Zusammenarbeit mit Microsoft ("Wintel") – letztlich doch nie. Darum entschloss sich das AMD-Management damals einen anderen Weg einzuschlagen.

So wollte man in Zukunft weniger auf CPUs und verstärkt auf GPUs setzen. Um dies zu forcieren übernahm man schließlich im Jahr 2006 den, seinerzeit schon größten Nvidia-Rivalen, ATI Technologies. Zunächst nützte jedoch auch das nichts. So fiel die Aktie von AMD nach einem Hoch über 40,00 US-Dollar in 2006 auf unter 3,00 US-Dollar in 2008 – wenngleich da sicherlich auch die Finanzkrise 2007/2008 ihren Anteil hatte. Anschließend ging es auf der Achterbahn wieder nach oben, ehe 2015 dann sogar ein neues Mehrjahrestief unter 2,00 US-Dollar generiert wurde.

Seitdem hat sich allerdings auch diese Aktie vervielfacht. Hinzu kam der eingangs thematisierte Absturz der Nvidia-Aktie. Trotz alledem ist der Börsenwert von Nvidia heute immer noch rund vier Mal so hoch wie der Börsenwert von AMD. Und das, obwohl AMD ja sein ursprüngliches Kerngeschäft bis heute immer noch nicht völlig aufgegeben hat. Daran kann man schon erkennen, dass die Anleger an der Börse im Bereich der Grafikchips weiterhin einen Topfavoriten haben, nämlich eben Nvidia.

Umsatz- und Gewinnentwicklung: herausragend!

Wirft man auch nur einen kurzen Blick in die Bilanz, stellt man sehr schnell fest, dass diese vor Stärke nur so strotzt. So liegt die Verschuldung mit knapp vier Milliarden US-Dollar, davon ziemlich genau die Hälfte langfristige Verbindlichkeiten, auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies gilt umso mehr, dass das Unternehmen alleine über Cash/Cash-äquivalente Mittel in Höhe von gut 7,4 Mrd. US-Dollar verfügt. Netto ist Nvidia somit schuldenfrei. Auch die Umsatz- und Gewinnentwicklung war zuletzt überragend.

So konnte Nvidia seit 2016 den Jahresumsatz von ca. 5,0 Mrd. auf über 11,7 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppeln. Im gleich Zeitraum konnte der Nettogewinn sogar von 614 Mio. auf gut 4,14 Mrd. US-Dollar fast versiebenfacht werden. Allerdings war insbesondere das per Ende Januar 2019 zu Ende gegangene vierte Quartal 2018 – aus den bereits genannten Gründen – ein sehr schwaches Quartal. Grundsätzlich ist jedoch bereits Besserung in Sicht, so dass man bald wieder auf den alten Wachstumspfad zurückkehren dürfte.

Fazit: Ob der Krypto-Boom wiederkehrt oder nicht, Nvidia bleibt ein Gewinner

Fakt ist, dass die Geschäfte von Nvidia in den letzten Jahren rund liefen. 2017 gab es dann den Hype um die Kryptowährungen und darauf basierend den Krypto-Mining-Boom, der die Geschäfte von AMD und Nvidia zusätzlich befeuerte. Denn zum Mining von Bitcoin und Co. eignen sich Grafikchips besonders gut. Allerdings waren die Grafikchips von AMD für diese Anwendung zufällig noch einen Tick besser. Da AMD jedoch nicht schnell genug produzieren und ausliefern konnte, profitierte auch Nvidia sehr stark.

Während das Management von AMD die Kryptowährungen jedoch nur als kurzfristigen Hype bewertete, sah das Management von Nvidia darin einen Trend. Bisher erwies sich das als falsch, aber die endgültige Entscheidung hierüber ist noch längst nicht gefallen. Ich jedenfalls glaube, dass die Kryptowährungen wiederkommen werden. Aber egal ob ich am Ende richtig liege oder nicht, Nvidia wird das kaum noch tangieren. Denn diese Episode ist schlicht verdaut.

Aber ob mit oder ohne neuen Krypto-Hype, Nvidia wird weiter stark wachsen. Zumal die Anforderungen an Grafikchips zukünftig – Stichwort: maschinelles Sehen, wie es bspw. ja auch beim autonomen Fahren gebraucht wird – nicht geringer werden. Dabei lag das durchschnittliche Umsatzwachstum zuletzt schon bei ca. +32,7% p.a. und das durchschnittliche Gewinnwachstum sogar bei sensationellen +89,0% p.a.

Angesichts solcher Wachstumsraten erscheint das aktuelle KGV von ca. 26 sogar extem günstig. Denn bei solchen Umsatz- und Gewinnwachstumsraten ließe sich locker auch ein KGV von 40 oder mehr rechtfertigen. Aber selbst auf Basis meiner Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2019e sowie einem KGV von nur 30 ließe sich ein Kursziel von mindestens 225,00 US-Dollar problemlos rechtfertigen. Daher kann es nur ein Fazit geben: Die Aktie war, ist und bleibt ein Gewinner!

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