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/ 15.07.19 / 18:31

Nexus: Wer kauft denn da heimlich, still und leise?

Die regelmäßigen Leserinnen und Leser meiner Artikel wissen, dass ich ein großer Fan des Neuen Marktes war und eigentlich bis heute bin. Leider, das gehört allerdings auch zur Wahrheit, gab es am Neuen Markt in der Tat viel Lug und Trug. Andererseits war es jedoch auch ein Segment für junge Startups und die dort gelisteten Aktien per se Hoch-Risiko-Investments. Viele Überlebende des Neuen Marktes gehörten jedoch in den vergangenen Jahren zu den absoluten Stars an der Börse. Eines dieser überlebenden Unternehmen, nämlich Nexus (WKN: 522090), möchte ich Ihnen nun gerne näher vorstellen!

Nexus aus Donaueschingen gehört zu den europaweit führenden Softwareanbietern im Gesundheitswesen. Die Softwarelösungen des Unternehmens unterstützen die Kunden insbesondere bei der Beschaffung von Informationen sowie der medizinischen Dokumentation. Angeboten werden dabei Softwarelösungen für alle Anforderungen von Gesundheitseinrichtungen, von medizinischen Fachlösungen mit Abrechnungsmodalitäten über das Organisations- und Qualitätsmanagement bis hin zum Patientenmanagement.

Dass die Gesellschaft sich jedoch grundsätzlich auf dem richtigen Weg befindet, zeigen dabei die Geschäftszahlen der vergangenen Jahre. Erzielte Nexus noch im Geschäftsjahr 2014 einen Jahresumsatz von nur gut 80 Mio. Euro, waren es zuletzt 2018 schon 136,5 Mio. Euro. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von ca. +14,25% und kann sich sehen lassen. Noch besser entwickelte sich jedoch das operative Ergebnis (EBIT), das sich im gleichen Zeitraum fast verdoppelte.

Überproportionales Gewinnwachstum – wie es Growth-Investoren lieben

Konkret stieg das EBIT von 7,98 Mio. Euro in 2014 auf 15,16 Mio. Euro in 2018. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstum (CAGR) von ca. +17,4%. Wachstumsorientierte Anleger, sogenannte Growth-Investoren, lieben dabei Aktien von Unternehmen, deren Gewinnwachstum stärker ist als das Umsatzwachstum. Denn das bedeutet letztlich ja nichts anderes wie, dass das Unternehmen seine operative Gewinnmarge steigern kann, was nur wirklich herausragenden Firmen gelingt.

Insofern ist es auch kein Wunder, dass der Aktienkurs sowie allerdings auch die fundamentale Bewertung der Aktie in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Notierte der Titel im Laufe des Jahres 2014 noch weitestgehend zwischen 11 und 13,50 Euro, werden heute schon deutlich über 30 Euro von den Anlegern an der Börse bezahlt. Dies entspricht mehr als einer Verdopplungs des Aktienkurses, wohingegen sich der operative Gewinn ja nicht einmal ganz verdoppeln konnte. Doch ist die Aktie damit jetzt zu teuer?

Ein Arzt bei der Nutzung von Nexus-Software auf einem Tablet-PC...

Leider noch kein konkreter Ausblick des Managements auf 2019e

Leider hat das Management von Nexus um CEO Dr. Ingo Behrendt bisher noch keinen konkreten Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019e vorgelegt. Allerdings liegen immerhin die Geschäftszahlen für Q1/2019 bereits vor. Demnach erzielte Nexus in Q1/2019 ein Umsatzwachstum gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum von +10,7% auf 32,04 Mio. Euro sowie ein Gewinnwachstum (EBIT-Basis) von +17,9% auf 3,88 Mio. Euro.

Auf Basis dieser Quartalszahlen kalkuliere ich mit einem Jahresumsatz von rund 153 Mio. Euro (ca. +12,0%) sowie einem EBIT von knapp 18 Mio. Euro (ca. +18,7%). Wichtig zu wissen im Rahmen der fundamentalen Bewertung ist darüber hinaus noch, dass die Gesellschaft über ein Eigenkapital von gut 110 Mio. Euro respektive liquide Mittel in Höhe von ca. 51 Mio. Euro verfügt. Demgegenüber steht inzwischen ein aktueller Börsenwert von über 500 Mio. Euro.

Auch hier ist die Nexus-Software im Einsatz...

Fazit: Aktie ist kein Schnäppchen mehr, aber doch ein Kaufkandidat!

Somit liegt das KUV 2019e bei ca. 3,3 bzw. bereinigt um die liquiden Mittel bei knapp unter drei. Zugleich liegt das KGV 2019e bei ca. 28 sowie bereinigt um die liquiden Mittel bei ca. 25,2. Damit ist die Aktie zwar sicherlich kein Schnäppchen mehr – sie ist jedoch auch nicht massiv überbewertet. Denn grundsätzlich kann man Wachstumsunternehmen wie Nexus mit einem PEG von bis zu zwei bewerten, was einem KGV 2019e von bis 36 entsprechen würde.

In der Tat wurde die Aktie daher zuletzt verstärkt gekauft, was die Kursentwicklung kurzfristig angefeuert hat. Dabei stellt sich durchaus die Frage wer dort auf der Käuferseite steht. Denn anders als bei vielen anderen Highflyern am deutschen Aktienmarkt befinden sich bei Nexus ca. 90% der Aktien im sogenannten Free Float. Einzig das Management selbst (4,62% des Aktienkapitals) sowie die GUB Management GmbH (5,07% des Aktienkapitals) halten hier größere Positionen.

Doch wer immer die Aktie entdeckt haben mag, er hat damit die Aktie eines wachstumsstarken deutschen Smallcaps entdeckt, die durchaus noch über weiteres Kurspotenzial verfügt. Fundamental betrachtet wäre hier ein Kursziel von über 40 Euro denkbar. Auch die Charttechnik spielt da mit, denn bei einem charttechnischen Ausbruch über die Marke von 32/33 Euro würde hier ein Kaufsignal mit Kursziel 40/41 Euro generiert.

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