Administrator / 30.06.14 / 11:24

Mox Telecom bestätigt Zahlen: «Haben kein operatives Problem»

moxtelecomDie Mox Telecom AG (WKN: 660580) begibt sich in eine Schweigephase, in der auf individuelle Anfragen von Investoren nicht mehr eingegangen wird. Das muss nicht negativ sein, denn offensichtlich befindet sich die Gesellschaft in intensiven Refinanzierungsverhandlungen, nachdem eine überraschend nicht prolongierte Wachstumsfinanzierung im Volumen von rund 30 Millionen zur drohenden Zahlungsunfähigkeit des Telekommunikationskonzerns führte und daraufhin ein Schutzschirmverfahren beantragt und eingeleitet wurde. Wie uns das Unternehmen nochmals kurz vor Beginn der "Quiet Period" versicherte, habe man weiterhin «kein operatives Problem», denn das Geschäft würde sich «dank kontinuierlicher Profitabilität» selber tragen. Die im Mai gemeldeten vorläufigen Zahlen hätten nach wie vor Gültigkeit, so Mox. Eine Verweigerung des Testats durch den Abschlussprüfer habe es nicht gegeben. Da aber aufgrund der jüngsten Ereignisse einige Passagen des Geschäftsberichts neu aufgesetzt werden müssen, verschiebt sich dessen ursprünglich für Juni geplante Veröffentlichung nach hinten.

Bis September erarbeitet Mox nun ein Sanierungskonzept, das anschließend den Gläubigergruppen zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Das daraufhin mögliche Insolvenzverfahren solle idealerweise verhindert werden, so Mox. Man wolle mit dem Sanierungsplan aufzeigen, wie der Konzern in «seiner gesamten Struktur erhalten bleiben und zugleich finanziell nachhaltig restrukturiert» werden könne. Man gehe davon aus, auf diesem Wege die beste Lösung für alle Beteiligten zu erreichen. Die Banken dürften an einer Zerschlagung der Gruppe kaum interessiert sein, denn damit würden wohl auch sie schlussendlich am schlechtesten fahren. Die Mox-Aktie verlor seit dem Schutzschirm-Antrag am 17. Juni über 80% an Wert, gleiches gilt für die Anleihe. Eine erfolgreiche Sanierung oder gar kurzfristige Finanzierungslösung könnten den Kurs wieder um mehrere Hundert Prozent hochschnellen lassen. Ein Tipp, der aus Unternehmenskreisen zu hören ist: Mit über 30% Anteil dürfte der Vorstand selbst massiv an einem Fortbestand der AG mit aktueller Eigentümerstruktur interessiert sein. Durch einen zumindest anteiligen Forderungsverzicht seiner Gläubiger könnte Mox vielleicht sogar gestärkt aus der aktuellen Situation hervorgehen.

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