Sascha / 10.06.21 / 7:00

Fastly: Mal kurz das halbe Internet lahmgelegt!

Böse Überraschung: Viele bekannte Internetseiten, zum Beispiel von CNN oder der "New York Times", fielen am Dienstagvormittag deutscher Zeit kurz aus. Grund dafür war ein Bug beim CDN-Anbieter Fastly (WKN: A2PH9T).

Für was steht eigentlich CDN und was macht Fastly genau? CDN ist die Abkürzung für Content Delivery Network, zu Deutsch: Inhaltsauslieferungsnetzwerk. Das sagt Ihnen jetzt wohl zunächst einmal nicht viel. Aber es lässt sich recht leicht erklären. Denn solche CDN-Dienstleister bieten ihren Kunden an, deren Inhalte über ein eigenes Netzwerk (das wiederum Teil des Internets ist) auszuliefern, so dass diese nicht auf der weltweiten Datenautobahn im Stau stecken bleiben.

Yahoo! schluckte Inktomi, der Weltmarktführer heißt Akamai...

Diese Dienstleistung gibt es schon lange. Der Pionier in diesem Bereich war Inktomi, dieses Unternehmen wurde bereits 1996 gegründet und dann 2003 von Yahoo! geschluckt. Der seinerzeit schon größte Konkurrent von Inktomi hieß Akamai. Akamai, gegründet 1998, hat – anders als Inktomi – die "Dotcom Bubble" überlebt und sich danach zum Weltmarktführer in diesem Bereich entwickelt.

Dabei gelang es Akamai sogar, eine Quasi-Monopol-Stellung zu erklimmen, was man schon an der Kundenliste erkennt. Denn dort stehen sowohl Apple als auch Microsoft, ganz besonders jedoch Netflix drauf. Sowohl Apple als auch Microsoft wurde daher schon mehrfach Interesse an einer Übernahme von Akamai nachgesagt. Ein offizielles Übernahmeangebot für Akamai gab es bis heute jedoch nicht.

Fastly, der Herausforderer!

Mit der im Jahr 2011 gegründeten Fastly gibt es inzwischen immerhin einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Das Erfolgsgeheimnis von Fastly ist recht einfach. Auf der einen Seite vermarktet man sich selbst geschickt als nahezu einzige ernsthafte Alternative zum Weltmarktführer und Quasi-Monopolisten Akamai. Auf der anderen Seite ist Fastly ein Unternehmen, das von Entwicklern gegründet wurde, so dass man die Sorgen und Nöte von Entwicklern kennt und adressiert.

Trotzdem gibt es bei Fastly Schwächen. Eine technische Schwäche, der eingangs thematisierte Bug, legte am Dienstag die Websites mehrerer Kunden kurzzeitig lahm. Aber auch das Umsatzwachstum könnte schneller (Englisch: "faster") sein. So steigerte Fastly seinen Jahresumsatz von 2017 bis Ende dieses Jahres um +200%, was einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von +31,6% p.a. entspricht. Bei einer Ausgangsbasis von nur knapp 105 Millionen US-Dollar nicht so überragend.

Ferner war und ist Fastly nicht profitabel, vielmehr stieg der Nettoverlust im gleichen Zeitraum um mehr als das Vierfache und übertraf somit das Umsatzwachstum noch. Vor diesem Hintergrund war die Aktie im Top zu hoch bewertet und erscheint auch inzwischen noch kein Schnäppchen. Denn wir sprechen hier von einem KUV von etwa 20. Dennoch dürfte sich die Kurserholung der Aktie kurzfristig noch etwas fortsetzen...

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