Bayer, RWE, Infineon, Zalando: DAX-Überblick

03.05.24 um 7:01

Nach der Feiertagspause am Mittwoch hat der DAX (WKN: 846900) am Donnerstag etwas nachgegeben. In einem trägen Handel büßte das größte deutsche Börsenbarometer 35 Punkte ein und beendete den Handel -0,2% tiefer mit 17.896 Punkten. Gefragt waren die Papiere von Bayer und RWE, Infineon und Zalando rutschen ans DAX-Ende.

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Die deutschen Standardwerte starteten etwas tiefer in den Tag, sorgten aber umgehend für einen Gap-Close und erreichten gut eine Stunde später ein Hoch bei 17.965 Punkten. Nach einem Rücksetzer bis auf 17.887 Punkte zog der Markt wieder an und stieg am Nachmittag kurz vor Eröffnung der Wall Street auf das Tageshoch von 17.981 Punkten.

Da die US-Indizes ihre vorbörslichen Gewinne zunächst nicht halten konnten, ging es auch für den DAX daraufhin wieder nach unten und auf das Tagestief von 17.875 Punkten. Im späten Handel erholten sich die Kurse wieder etwas.

Träger Handel nach Fed-Entscheid

Nach der Feiertagspause am Mittwoch fiel der Handel sehr überschaubar aus, der Markt bewegte sich in einer recht engen Handelsspanne und zeigte keine große Dynamik.

Im Fokus stand dabei zunächst der Zinsentscheid in den USA von Mittwochabend. Wie allgemein erwartet, blieb der Leitzins unangetastet. Notenbankchef Jerome Powell sagte auf der abschließenden Pressekonferenz, dass es länger dauern könnte, bis ausreichend Zuversicht herrscht, dass die hohe Inflation auf dem Rückzug ist.

Damit wurden Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen gedämpft. Gleichzeitig trat Powell aber auch Befürchtungen entgegen, wonach die nächste Zinsentscheidung eine Erhöhung sein könnte. Es sei weiterhin geplant, die Zinsen in diesem Jahr zu senken. Die Märkte scheinen dies wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen. Am Donnerstag zogen die großen US-Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 kräftig an.

OECD korrigiert Wachstumsprognose nach unten

Konjunkturseitig drückte die aktuelle Prognose der OECD hierzulande ein wenig auf die Stimmung. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr auf 0,2% gesenkt. Erst im Februar hatten die Konjunkturexperten ihre Wachstumsprognose gekappt.

Bayer zieht an, Infineon rutscht ab

Gefragt waren die Papiere von Bayer mit einem Tagesplus von +2,85%. Der Kurs profitierte von einem Erfolg in einem Rechtsstreit. Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Washington hat im Prozess um die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB ein Urteil gegen den Leverkusener DAX-Konzern aufgehoben.

Auch bei RWE zeigten sich die Anleger weiterhin in Kauflaune und bescherten der Aktie einen Tagesgewinn von +2,08%. Nach einer erfolgreichen Bodenbildung im Bereich der 30-€-Marke scheint der Kurs in eine Erholungsbewegung einzuschwenken.

Weniger gut lief es für die Aktien von Infineon und Zalando, die mit Verlusten von -4,23% bzw. -4,66% ans DAX-Ende rutschten. Infineon litten unter einer schwachen Quartalsumsatzprognose des Konkurrenten Wolfspeed aufgrund der Abkühlung des E-Automarktes.

Bei Zalando setzten sich die jüngsten Korrekturen fort. Nun trifft die Aktie mit der 50- und der 200-Tage-Linie (SMA50; SMA200) aber auf starken charttechnischen Support. Mit der Kreuzung dieser beiden Linien ist es zu einem Golden Cross gekommen, das ein starkes Kaufsignal zur Folge hat.

DAX startet mit Abgaben in den Mai

Der DAX ist mit leichten Abgaben in den Mai gestartet. Im April war es erstmals nach fünf Gewinnmonaten in Folge zu Verlusten gekommen. Unter dem Strich stand ein Minus von etwa -3%.

Aktuell testet der Index die 50-Tage-Linie (SMA50), die als Signalgeber für den kurzfristigen Trend gilt. Auch der Bereich um 17.900 Punkte, der sich zuletzt als bedeutendes Kauflevel erwiesen hat, steht im Fokus. Wichtig wird sein, dass dieser Bereich nicht nachhaltig durchbrochen wird. Andernfalls könnten sich die Korrekturen bis in den Bereich um 17.620/17.640 Punkte ausdehnen.

Auf der Oberseite stellt die 18.200-Punkte-Marke einen großen Widerstand dar, der sich bei der jüngsten Erholung als Stolperstein entpuppt hat. Erst wenn diese Hürde auf Schlusskursbasis überwunden wird, könnte der DAX zu alter Stärke zurückfinden.

Bis auf weiteres scheint sich damit die Schaukelbörse fortzusetzen, bei der es keine klare Richtung gibt und sich Gewinne und Verluste unter dem Strich aufheben. Solange das so bleibt, ist der DAX neutral einzuschätzen.

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