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Simon / 05.01.22 / 8:11

BASF-Aktie: Für eine Überraschung gut?

2021 war ein weiteres durchwachsenes Jahr für BASF-Anleger (WKN: BASF11). Unter dem Strich verlor der Titel in den vergangenen zwölf Monaten rund 4,6 Prozent – bereits das vierte Jahr hintereinander, in dem die Aktie des Konzerns abbaut oder stagniert. Trotz diverser Baustellen liefen die Geschäfte zuletzt jedoch wieder rund. Auch der Börsenkurs legte seit unserem letzten Update vom 8. Dezember 2021 wieder um über 4 Prozent zu. Kann der Konzern 2022 die Kurs-Stagnation endlich beenden?

Die Ludwigshafener sind gemessen am Umsatz (2020: 59 Milliarden €) der größte Chemiekonzern der Welt. Diese Stellung baut BASF weiter aus. Nach einem verlustreichen Corona-Jahr 2020 standen die Weichen im vergangenen Jahr wieder voll auf Wachstum. Der Umsatz wird voraussichtlich um 30% auf über 77 Milliarden € klettern. Der Gewinn auf Stufe EBIT soll auf rund 7,8 Milliarden € steigen – ein 120-prozeniger Zuwachs.

Aktienrückkauf bis Ende 2023

„Angesichts der positiven Geschäftsentwicklung sowie der Devestitionen im Laufe des Jahres 2021“ will BASF drei Milliarden € über einen Aktienrückkauf an seine Anteilseigner zurückgeben. Das Volumen entspricht zum aktuellen Aktienkurs 5% des Grundkapitals. Das Programm soll im Januar beginnen und bis Ende 2023 laufen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Die Hauptversammlung Ende April müsse jedoch noch zustimmen.

Treiber der jüngsten Zuwächse war in erster Linie die Basischemie-Sparte des Unternehmens. In den kommenden Jahren wird sich diese Dynamik voraussichtlich jedoch nicht wiederholen. Für die Zukunft hat sich BASF daher ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Dafür setzen die Ludwigshafener auf die Entwicklung von CO2-freien Verfahren, einer Kreislaufwirtschaft und dem Ausbau der Digitalisierung. In der Forschungs-Pipeline stecken E-Mobilitäts- und Agrarprojekte wie neuartige Kühlschutzmittel für E-Autos oder Präzisionsanwendungen für die Landwirtschaft.

Zwei Milliarden € hat der Chemieriese allein 2020 in Forschung und Entwicklung investiert. Den Umbau will CEO Martin Brudermüller offenbar ganz aus eigener Kraft schaffen – denn nennenswerte Übernahmen stehen bei ihm derzeit nicht auf der Agenda.

Analysten dämpfen Erwartungen

Auf der anderen Seite kämpft der Konzern mit einigen Widerständen, was die Anleger hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung offenbar verunsichert hat. Die Öl- und Gas-Tochter Wintershall Dea ist problematisch für die Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns. Gerne würde man das Unternehmen loswerden, doch der dafür vorgesehene Börsengang ist ein ums andere Mal verschoben worden.

Hinzu kommen Lieferschwierigkeiten, etwa in der Autoindustrie (Stichwort: Chipmangel) sowie hohe Energiepreise, die die Margen drücken. Darüber hinaus muss der Konzern viel investieren, um die Emission von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren.

Analysten erwarten daher, dass BASF in den kommenden Jahren nicht wesentlich wachsen wird – weder bei den Umsätzen noch beim Ergebnis. Die pessimistischen Einschätzungen haben die Börsenbewertung des Unternehmens zuletzt stark beeinflusst. Der Chemiekonzern hat derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 55 Milliarden €. Gemessen am Umsatz sind Konkurrenten wie Solvay aus Belgien oder der US-Konzern DuPont deutlich höher bewertet.

Auf Rekord-Dividende bleibt Verlass

Die Chancen auf eine positive Überraschung bei BASF stehen somit jedoch gar nicht schlecht – etwa wenn im neuen Jahr endlich der Börsengang von Wintershall gelänge. Auch die Politik könnte dem deutschen Chemieriesen unter die Arme greifen: Das für das Kreislaufwirtschafts-Programm des Unternehmens wichtige chemische Recycling ist im Sinne des Verpackungsgesetzes noch nicht anerkannt. Das will die Ampel-Regierung nun aber ändern. Entscheidend für 2022 wird jedoch sein, wie gut die margenstarke Spezialchemie laufen wird.

Abgesehen davon bleibt BASF ein klassisches Industrieinvestment mit einer zuverlässigen Top-Dividende. Wie der Konzern betonte, wird auch die Aktienrückkaufaktion nichts an seiner progressiven Dividendenpolitik ändern. Die Aktie liefert mit 5,7% die höchste Dividendenrendite im DAX. So lässt es sich als BASF-Aktionär aushalten, selbst wenn der Kurs noch eine Weile durchhängen sollte.

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