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BASF-Aktie: Mehr Dividende trotz trüben Ausblicks

Simon Ruic / 25.02.22 / 14:53

BASF (WKN: BASF11) hat nach einem schwierigen ersten Corona-Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgefunden. Der schwache Ausblick in der heutigen Bilanzvorstellung hat die Anleger jedoch merklich verunsichert: Die Aktie des Chemieriesen stürzte zeitweilig um -5% auf knapp über 58 € ab. Der auf Nachhaltigkeit fokussierte Konzernumbau kann aber nur auf Kosten des kurzfristigen Wachstums stattfinden. Die Dividendenpolitik des Unternehmens bleibt davon vorerst unberührt.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF baut seine marktführende Stellung derzeit wieder aus. Nach einem verlustreichen ersten Corona-Jahr 2020 zeigen die neuen Jahreszahlen, dass das Unternehmen die Krise überwunden hat.

Zurück in der Gewinnzone

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 78,6 Milliarden €. Der operative Gewinn (EBIT) hat sich sogar auf 7,8 Milliarden € mehr als verdoppelt. Nach Steuern und Anteilen Dritter erwirtschaftete die BASF unter dem Strich einen Überschuss von 5,6 Milliarden €. Im Vorjahr hatten milliardenschwere Wertberichtigungen noch zu einem Fehlbetrag von -1,1 Milliarden € geführt. Damit erreichte der Konzern seine Jahresziele, die er angesichts einer starken Geschäftsentwicklung zuvor dreimal angehoben hatte.

Im Schlussquartal profitierte der Chemieriese erneut von steigenden Mengen. Zugleich sah sich das Unternehmen jedoch mit höheren Preisen für Rohstoffe, Energie und Logistik konfrontiert. Allein die Erdgaspreise verursachten zwischen Oktober und Dezember gegenüber dem Vorjahr Mehrkosten von 800 Millionen €. Dennoch kletterte das EBIT auch im letzten Jahresviertel um ein Zehntel.

Von den hohen Überschüssen sollen auch die Aktionäre profitieren: Das Management schlug vor, die Dividende je Aktie von 3,30 auf 3,40 € zu erhöhen.

Kursrutsch aufgrund schwacher Prognose

Die schlechte Nachricht: Aufgrund weltweiter Knappheiten und anhaltend hoher Preise rechnet BASF für 2022 mit rückläufigen Einnahmen und Margen. Beim Umsatz erwarten die Ludwigshafener, in einer Spanne von 74 bis 77 Milliarden € zu landen. Das EBIT wird demnach auf 6,6 bis 7,2 Milliarden € zurückgehen.

Der trübe Ausblick des Chemieriesen hat an der Börse eine Kursrutsch ausgelöst: Die BASF-Aktie fiel am Morgen in der Spitze um fast -5%. Mittlerweile hat sich das Papier jedoch gefangen: Am Mittag stehen die Anteilsscheine mit einem Minus von 2,68% bei 59,42 €.

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Wintershall-IPO notfalls auf dem Rechtsweg?

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am Morgen veröffentlichten die Ludwigshafener zudem ein Statement zur Tochtergesellschaft Wintershall Dea. Man wolle demnach den Börsengang des Öl- und Gasgeschäfts unbedingt durchsetzen – auch gegen den Willen des russischen Partners Letter One, der ein Drittel der Wintershall-Anteile hält. So kündigte der Konzern an, notfalls den Rechtsweg zu beschreiten, um ein IPO im Jahr 2023 zu realisieren.

Hans-Ulrich Engel, BASF-Finanzchef, sagte:

In Anbetracht der hohen strategischen Bedeutung des Börsengangs für BASF und unsere Stakeholder werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um unsere Rechte und Interessen zu schützen.

Wintershall ist problematisch für die Nachhaltigkeitsstrategie des Chemieriesen. Gerne würde man das Unternehmen loswerden, doch der dafür vorgesehene Börsengang ist aufgrund von Bedenken seitens des russischen Partners ein ums andere Mal verschoben worden.

Progressive Dividendenpolitik bleibt bestehen

Analysten hatten in den vergangenen Wochen bereits davor gewarnt, dass BASF in den kommenden Jahren nicht wesentlich wachsen wird. Die Börsenbewertung des Konzern hatte darunter bereits gelitten: Seit 12 Monaten war der Chemie-Titel schon in einer Abwärtsdynamik gefangen. Der schwache Ausblick bestätigte nun die Befürchtungen.

Im Fall von Winterschall Dea ist die Haltung der Ludwigshafener nur konsequent. Das Mineralölgeschäft ist für den Konzern eine Belastung für seine Bemühungen, eine Kreislaufwirtschaft auf den Weg zu bringen, bei der das Wachstum vom Ressourcenverbrauch entkoppelt wird. So ist der Chemieriese gut beraten, sich von seinem Old-Economy-Bereich so bald wie möglich zu trennen. Da die Zinsen noch tief sind und die Rohstoffpreise immer weiter steigen, kann das Unternehmen dabei noch ordentlich Kasse machen.

Abgesehen davon bleibt BASF ein klassisches Industrieinvestment mit einer zuverlässigen Top-Dividende. Auch eine vorübergehende Wachstumsstagnation wird an der progressiven Dividendenpolitik des Konzerns nichts ändern. Die Aktie liefert mit 5,7% die höchste Dividendenrendite im DAX. So lässt es sich als BASF-Aktionär aushalten, selbst wenn der Kurs noch eine Weile durchhängen sollte.

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