Sascha / 30.08.21 / 15:14

AVDA Optical: Adtran schlägt zu!

Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählt heute das Papier des Neuen-Markt-Überlebenden ADVA Optical (WKN: 510300). Grund hierfür ist ein Übernahmeangebot durch den Wettbewerber Adtran. Dieses scheint sehr attraktiv.

Die thüringisch-bayrische ADVA Optical Networking entwickelt und vermarktet Ausrüstung für die Telekommunikationsbranche und hier insbesondere für die glasfaserbasierte Übertragungstechnik. Das Unternehmen wurde 1994 als kleines Startup von ehemaligen Mitarbeitern von Robotron Meiningen gegründet. Schon seit 1997 fokussiert sich die Gesellschaft dabei auf die WDM-Technologie. Am 29. März 1999 feierte man das Börsendebüt am damaligen Neuen Markt. 2010 war ADVA die weltweit erste Firma, die Telekommunikationsunternehmen alltagstaugliche Produkte für eine 100-Gigabit-Übertragung anbieten konnte.

Brian L. Protiva, von Beginn an der Kopf hinter ADVA

So wie Dr. Simon Moroney seinerzeit MorphoSys als CEO an den Neuen Markt führte – und dem Unternehmen bis zu seinem Ruhestand treu blieb –  machte es auch ADVA-CEO Brian L. Protiva. Der Stanford-Absolvent war 1994 einer der Mitgründer sowie von Beginn an der CEO des Unternehmens, das er schließlich 1999 an den Neuen Markt führte. Nachdem die Aktie dort anfangs noch gar nicht so gefragt war, wurde sie irgendwann dann doch von der damaligen Goldgräberstimmung erfasst – und stieg im Allzeithoch auf fast 160 €.

Anders als viele andere CEOs von Unternehmen des Neuen Marktes ließen sich Brian L. Protiva und seine Vorstandskollegen jedoch von dem Hype nicht täuschen und blieben bodenständig. So habe man sich auch in der damaligen Zeit auf das Tagesgeschäft sowie den Ausbau des Unternehmens konzentriert. Daher wurde das viele Geld, mit dem Anleger das kleine Unternehmen seinerzeit überschütteten, nicht etwa in (zu) teure Übernahmen gesteckt, sondern in die Infrastruktur investiert. Was sich schließlich auszahlte, auch wenn die Aktienkursentwicklung anderes suggerierte.

Zwei Megatrends blieben bis heute!

Aber trotz einer Krise im Zuge des Platzens der „Dotcom Bubble“ sowie den Irrungen und Wirrungen der Finanzkrise kämpfte sich ADVA durch. Kein Wunder, denn schließlich war und ist das Unternehmen bis heute der Profiteur von zwei Megatrends, nämlich schnellen Telekommunikationsverbindungen via Glasfasernetze sowie der Digitalisierung. Wenn die Geschäftsentwicklung auch sehr zyklisch war, so ist ADVA im Laufe der Jahre doch deutlich gewachsen.

Gerade jetzt, wo nach mehr als 20 Jahren der endgültige Durchbruch bevorstehen könnte, wird das Unternehmen übernommen. So bietet der Wettbewerber Adtran 0,8244 Holdco-Aktien je ADVA-Aktie, wobei eine Holdco-Aktie einer (neuen) Adran-Aktie entspricht. Die Übernahme steht dabei unter dem Vorbehalt, dass sich Adtran so mindestens 70% der ausstehenden ADVA-Aktien einverleiben kann. Eine ADVA-Aktie wird im Zuge der Übernahme mit 17,17 € bewertet.

Da das Management um CEO Brian L. Protiva die Annahme des Übernahmeangebots empfiehlt, sollte diese am Ende auch klappen. Danach wird sich der langjährige CEO wahrscheinlich – wie Dr. Simon Moroney – in den Ruhestand zurückziehen. Schade, denn gerade in den kommenden Jahren wäre bei ADVA wieder ein Wachstumssprung zu erwarten gewesen. Brian L. Protiva aber wollte sich das wohl nicht mehr antun. Daher sollten Sie, als Aktionär, wohl seinem Beispiel folgen. Allerdings würde ich meine Aktien dabei nicht unter Wert und somit keinesfalls unter 16,50 € veräußern!

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