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/ 26.06.19 / 8:41

Aktionäre werden enttäuscht: Delticom streicht Dividende

Bereits gestern am späten Nachmittag teilte der Online-Reifenhändler Delticom (WKN: 514680) per Ad hoc-Meldung mit, dass man es endlich geschafft hat seinen Jahresabschluss 2018 fertig zu stellen. Dieser wurde auch bereits mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk von den Wirtschaftsprüfern aus dem Hause KPMG versehen. Das Problem dabei ist nur, dass er vergleichsweise schwach ausgefallen ist, insbesondere was die Gewinnentwicklung betrifft.

So erzielten die Hannover in 2018 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nach IFRS von 9,0 Mio. Euro. Dies entspricht nicht nur einem Rückgang um -3,3%, sondern damit wurden auch die eigentlich kommunizierten Planzahlen eines EBITDA-Gewinns von 12,0 Mio. Euro klar verfehlt. Grund hierfür soll, laut Angaben des Vorstands, ein ergebniswirksamer Anpassungsbedarf in Höhe von 2,5 Mio. Euro bei der Bewertung der zugekauften All you need GmbH sein.

Zwar gelang es Delticom noch gerade so ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) zu erzielen, das Konzernergebnis rutschte jedoch leider mit -1,7 Mio. Euro in den negativen Bereich. Grund hierfür ist ein erheblich erhöhter Steueraufwand von 2,1 Mio. Euro. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisentwicklung sowie die im laufenden Geschäftsjahr 2019 anstehenden Investitionen hat das Management beschlossen der Hauptversammlung vorzuschlagen keine Dividende auszuschütten.

Fundamentale Bewertung nur vermeintlich günstig, daher: Finger weg!

Dies ist schon deshalb ein krasser Schritt, weil dadurch Mitgründer und CEO Andreas Prüfer selbst auf Geld verzichtet. Schließlich hält er alleine 25,03% des Aktienkapitals. Allerdings dürften trotzdem viele Anteilseigner von diesem Schritt enttäuscht sein. Schließlich haben diese die Aktie wohl auch im Hinblick auf eine in Aussicht stehende Dividende in Höhe von knapp 9% gekauft. Insofern ist die Aktie ein gutes Beispiel, dass vermeintlich hohe Dividendenrenditen leider oftmals wenig Aussagekraft besitzen.

Auch er verzichtet auf eine Dividende und damit Geld: Delticom-Mitgründer und CEO Andreas Prüfer

Grundsätzlich wirkt die Aktie von Delticom zwar, Dividende hin oder her, mit einem KUV 2019e von unter 0,1 günstig bewertet. Leider läuft es bei dem Unternehmen jedoch schon seit geraumer Zeit operativ nicht mehr rund. Daher sollten sich Anleger genauso wenig von der vermeintlich günstigen fundamentalen Bewertung wie von der zuletzt noch hohen Dividendenrendite blenden lassen. Solange das Management beim Gewinn nicht endlich den Turn-Around schafft, heißt es daher: Finger weg!

Zugehörige Kategorien: Small CapsTechnologie-Aktien
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Kommentare
ich-binz / 27.06.19 / 7:59 Uhr Ich vermute, dass die Allyouneedfresh wohl kurz vor der pleite steht. mann schaue sich einfach die Kundenbemerkungen an
(sh) / 27.06.19 / 10:31 Uhr Kann sein, kann auch nicht sein. Darüber möchte ich nicht spekulieren. Käme es aber zu einer Insolvenz, wäre das sicherlich nicht gerade positiv für Delticom. Aber das Genick brechen würde es der AG wohl auch nicht.