Renk-Aktie: Darunter leidet momentan der Kurs
Rekordauftragseingänge erzielt
Die Geschäftsentwicklung zeigt weiterhin eine hohe Dynamik. Im ersten Halbjahr erzielte Renk einen Rekordauftragseingang von 1,2 Milliarden €. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 29,7%. Allein im zweiten Quartal wurden Aufträge im Volumen von rund 613 Millionen € gewonnen.
Der gesamte Auftragsbestand beläuft sich inzwischen auf 7,4 Milliarden €.
Wichtigster Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit militärischen Landfahrzeugen. In den Segmenten Marine & Industrie entwickelten sich die Auftragseingänge dagegen rückläufig.
Auch beim Umsatz und Ergebnis konnte Renk zulegen. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 2,7% auf 637 Millionen €. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut das Segment Vehicle Mobility Solutions.
Noch besser entwickelte sich die Ertragslage: Das operative EBIT erhöhte sich um 10% auf 98 Millionen €. Gleichzeitig verbesserte sich die EBIT-Marge von 14,4 auf 15,4%.
Insgesamt sind die Halbjahreszahlen damit solide ausgefallen.
Dr. Alexander Sagel, CEO von Renk, erklärte:
Die anhaltend hohe Nachfrage zeigt, dass unsere Kunden weltweit weiterhin in erheblichem Umfang in bestehende und neue Land- und Seeplattformen investieren. Dieses Vertrauen bestätigt die Relevanz unserer Technologien und unseres Portfolios.
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Prognose bestätigt
Angesichts der guten Geschäftsentwicklung und der hervorragenden Auftragslage hat Renk seine Jahresprognose bestätigt.
Für das Gesamtjahr wird weiterhin ein Umsatz von rund 1,5 Milliarden € erwartet – im Vorjahr waren es 1,36 Milliarden €.
Beim EBIT rechnet der Konzern mit 255 bis 285 Millionen €. 2025 wurden 230 Millionen € erzielt.
Die operative Entwicklung spricht damit weiterhin für ein profitables Wachstum.
Bewertung
Derzeit stehen Rüstungswerte an der Börse nicht mehr so stark im Fokus wie noch vor einigen Monaten. Stattdessen wird das Marktgeschehen vor allem von KI- und Technologiewerten bestimmt.
Fundamental hat sich die Lage bei Renk dagegen kaum verschlechtert. Im Gegenteil: Der Rekordauftragseingang und der hohe Auftragsbestand zeigen, dass die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens weiterhin sehr hoch ist.
Der entscheidende Belastungsfaktor ist daher momentan weniger die operative Entwicklung als vielmehr das fehlende Börsenmomentum. Solange Rüstungswerte nicht wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken, dürfte die Renk-Aktie volatil bleiben. Auch weitere deutliche Kursrückgänge können daher nicht ausgeschlossen werden.
Mittel- und langfristig dürften sich jedoch die fundamentalen Daten stärker durchsetzen. Und diese sprechen aus meiner Sicht für höhere Kurse.
ℹ️ Renk in Kürze
- Die Renk Group (WKN: RENK73) mit Hauptsitz in Augsburg ist ein weltweiter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen.
- Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und industrielle Anwendungen und ist führender Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge.
- Renk produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in der Schweiz, Großbritannien und den USA.
- Renk notiert seit Ende März im Nebenwerteindex MDAX und ist etwa 5,1 Milliarden € wert.
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Fazit
Der aktuelle Kurs von rund 50 € bietet aus meiner Sicht eine interessante Ausgangsbasis für langfristig orientierte Anleger. Kurzfristig bleibt die Aktie allerdings anfällig für weitere Rückschläge. Eine nachhaltige Trendwende ist noch nicht erkennbar. Wer einsteigt, sollte daher weitere Kursschwankungen einkalkulieren.
Mittel- bis langfristig sehe ich jedoch deutliches Potenzial. Einen fairen Wert der Renk-Aktie sehe ich zunächst bei rund 65 €. Das entspricht vom aktuellen Kursniveau aus einem Aufwärtspotenzial von etwa +30 %.
Hier sei erwähnt: Die nächste Rüstungsspirale wird durch Rohstoffe angetrieben – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Aktien, die massiv vom Trend profitieren werden.