The Trade Desk-Aktie: Nach -24% – ist das die Chance?
Zahlen verfehlen die Erwartungen
Im zweiten Quartal steigerte The Trade Desk den Umsatz lediglich um +3% auf 715 Millionen US$. Analysten hatten rund 752 Millionen US$ erwartet. Auch die eigene Prognose von mindestens 750 Millionen US$ wurde deutlich verfehlt.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank von 0,41 auf 0,34 US$ und blieb damit ebenfalls hinter dem Konsens zurück. Der Nettogewinn ging von 90 auf 64 Millionen US$ zurück. Beim bereinigten EBITDA stand ein Rückgang von 271 auf 241 Millionen US$ zu Buche. Die entsprechende Marge verschlechterte sich von 39 auf 34%.
Der Ausblick ist der eigentliche Schock
Für das dritte Quartal stellt das Management lediglich einen Umsatz von mindestens 650 Millionen US$ in Aussicht. Die Wall Street hatte bisher mit rund 807 Millionen US$ gerechnet. Besonders bitter: Im Vorjahresquartal hatte The Trade Desk noch 739 Millionen US$ umgesetzt. Bei exakt 650 Millionen US$ würde der Umsatz somit um etwa -12% schrumpfen.
Noch drastischer sieht es beim bereinigten EBITDA aus. Hier prognostiziert das Unternehmen rund 160 Millionen US$. Im dritten Quartal 2025 waren es 317 Millionen US$. Operativ könnte sich das Ergebnis damit nahezu halbieren.
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CEO Jeff Green verwies auf schwächere Werbebudgets bei Konsumgüter- und Automobilkonzernen. Diese beiden Kundengruppen stehen für etwa 25% des Geschäfts. Gleichzeitig räumte er jedoch eigene operative Fehler ein. Genau das dürfte Anleger besonders beunruhigen. Zudem könnten günstigere Werbeangebote und Marktanteilsverluste an geschlossene Plattformen von Amazon oder Google eine Rolle spielen.
Es gibt weiterhin positive Aspekte
Vollständig beschädigt ist das Geschäftsmodell bislang nicht. Die Kundenbindungsrate liegt weiterhin bei mehr als 95%. Connected TV und Audio erzielten erneut zweistellige Wachstumsraten. In der Region EMEA sowie im asiatisch-pazifischen Raum wuchs das Connected-TV-Geschäft sogar um mehr als +50%.
Neue Kooperationen mit Netflix, Samsung Ads und Adobe unterstreichen außerdem die technologische Bedeutung der Plattform. Der freie Cashflow belief sich im zweiten Quartal auf 136 Millionen US$. Hinzu kommen liquide Mittel und kurzfristige Anlagen von rund 1,5 Milliarden US$.
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Ist die Aktie jetzt günstig?
Auf Basis des Gewinns der vergangenen zwölf Monate in Höhe von 0,85 US$ wird die Aktie von The Trade Desk mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,7 bewertet. Ein solches KGV von aufgerundet 16 wirkt günstig. Allerdings basiert es größtenteils auf vergangenen Ergebnissen. The Trade Desk muss daher zwangsläufig wieder zurück zum Wachstumsmodus finden, um diese günstige Bewertung auch effektiv ausspielen zu können.
ℹ️ The Trade Desk in Kürze
- The Trade Desk (WKN: A2ARCV) mit Sitz im kalifornischen Ventura ist ein amerikanisches Werbe-Technologieunternehmen.
- Die 2009 gegründete Firma bietet Kunden programmatische Echtzeit-Marketing-Automatisierungstechnologien.
- Dabei handelt es sich um Dienstleistungen, um Werbeanzeigen automatisiert zu personalisieren.
- Neben der Hauptbörse der US-Technologiebörse Nasdaq ist die Aktie auch über TRADEGATE handelbar; das Unternehmen wird aktuell mit ca. 8,3 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Die niedrige Bewertung und die starke Bilanz wirken verlockend. Der Ausblick deutet zeigt aber sehr klar eine vorhandene Wachstumsdelle. Das Management von The Trade Desk muss das Ruder herumreißen. Schnell und zügig, ansonsten wäre gegebenenfalls auch über eine Neubesetzung für CEO Jeff Green nachzudenken. Der Markt programmatischer Werbung bietet jedenfalls mehr Potenzial, als es die aktuelle Börsenbewertung widerspiegelt. Deswegen neige ich dazu, die Aktie bei der günstigen Bewertung für einen opportunistischen Kauf zu halten. Das Risiko bleibt aber hoch und ein Ende des Abverkaufs muss noch nicht erreicht sein.